Kopf hoch, Bayern, jetzt kommt Toni!

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Er soll’s in St. Petersburg richten: Torjäger Luca Toni ist wieder mit dabei.

Brecher, Torjäger, il Bomber – am späten Donnerstagabend fügte Uli Hoeneß einen weiteren Begriff in die Reihe der Luca-Toni-Synonyme.

„Immer wenn links einer durch war, hat in der Mitte einer gefehlt. Dort, wo Luca steht wie ein Baum, da war gegen St. Petersburg keiner. Der Platz ist eigentlich reserviert für Luca.“ Der Baum fehlt, die Kaltschnäuzigkeit ist weg. Eine treffende Analyse des Hinspiels gegen die Russen – und zugleich ein Armutszeugnis für Miroslav Klose und Lukas Podolski. Kaum Chancen für den einen (Klose), keine Vollstreckerqualitäten beim anderen (Podolski). Das Resultat: Ein mageres 1:1 gegen die Russen. Dennoch glauben die Bayern weiter fest ans Uefa-Cup-Finale – sie vertrauen auf die Parallelen zum Wunder aus dem Viertelfinale. „Wer Getafe übersteht, übersteht auch St. Petersburg. Wir sehen uns in Manchester“, meint Karl-Heinz Rummenigge. Uli Hoeneß sieht die Chancen bei „50:50, das gibt eine schöne Schlacht“. Und Ottmar Hitzfeld? „Wir sind auswärts immer für ein, zwei Tore gut“, glaubt der Trainer weiter an das Triple, will dabei aber nicht den Hauptgrund für seinen Optimismus, das Trumpf-Ass verschweigen: „Außerdem ist Luca wieder da.“ Frei nach dem Motto:

Kopf hoch, Bayern, jetzt kommt Toni!

Schon am Sonntag kann der Italiener die Bayern zum 21. Meistertitel schießen. Die Voraussetzungen, damit schon gegen Stuttgart die Korken knallen: Bremen muss am Samstag in Karlsruhe verlieren, Schalke darf nicht in Hamburg gewinnen. Dann würde ein eigener Sieg gegen den VfB reichen– die Schale ist jedoch noch nicht in der Arena. Gegen den amtierenden Meister haben die Roten noch etwas gutzumachen: In der Hinrunde setzte es ein 1:3, die erste Pleite der Saison. Hitzfeld will wieder kräftig rotieren lassen: „Man darf das Rad nicht überdrehen, sonst gehen wir auf dem Zahnfleisch.“

Das Ziel: Mit dem VfB-Schwung nach St. Petersburg. „Es ist ein mörderisches Programm. Wir haben gar keine Zeit für negative Gedanken“, sagt Kahn: „Wir haben keine Angst.“

Die Schale vor Augen, das Triple im Kopf. Auch das kleine Petrowskij-Stadion von Zenit soll die Bayern nächsten Donnerstag im „Finale ums Endspiel“ (Kahn) nicht aufhalten. „Wir sind hier beim FC Bayern und nicht bei einem Oberligaverein. Wir können mit breiter Brust nach St. Petersburg fahren“, tönt Michael Rensing. Noch haben die Bayern im Uefa-Pokal kein Auswärtsspiel verloren. Auch Hoeneß ist deshalb siegessicher: „Das ist natürlich ein schwieriges Spiel. Aber ich glaube, dass wir jetzt weiter sind als in Getafe. Die Mannschaft ist wesentlich stabiler.“ Stabiler vielleicht, gefährlicher jedoch nicht. Weder Klose noch Poldi konnten am Donnerstag überzeugen. „Es fehlte die Kaltschnäuzigkeit von Luca, der aus keiner Torchance ein Tor macht“, gesteht Hoeneß. „Wenn wir Luca immer ersetzen könnten, dann hätten wir nicht 35 Tore von ihm gesehen in dieser Saison.“ Kein Toni, keine Tore. Denn Klose hat seinen Torriecher verloren – und zwar nicht erst seit seinen Nasenbeinbruch…

Hitzfeld setzt sich gegen die Kritik jedoch zur Wehr: „Miro war in der ersten Halbzeit die treibende Kraft. Ich weiß nicht, warum immer auf ihm herumgehackt wird.“ Mark van Bommel geht die Sturm-Diskussion besonders auf die Nerven. „Luca Toni haben wir nicht vermisst. Man muss das nicht überbewerten, dass er nicht mitgespielt hat“, sagt der Holländer deutlich: „Wer sagt, dass er auch gegen St. Peterburg getroffen hätte? Mit Lukas und Miro haben wir super Stürmer. Schade, dass sie nicht getroffen haben. Dann hätten wir diese Diskussion gar nicht.“

So bleibt ein großes Fragezeichen. Wie stark sind die Bayern ohne Toni? Reichen Klose und Podolski für gehobene internationale Ansprüche? Bei einem ist sich Ottmar Hitzfeld jedenfalls sicher: „Wir kommen mit Luca in S t. Petersburg weiter!“

Quelle: tz

Quelle: tz

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