Ultras wettern gegen die Polizei 

Kurt-Landauer-Turnier wird abgesagt - wegen Sicherheitsrisiko

FC Bayern, Schickeria, München, Kurt Landauer
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Bayern-Ultras können die Auflagen der Polizei Oberbayern Nord für das Antirassismus-Turnier nicht erfüllen. 

Das jährlich stattfindende Kurt-Landauer-Turnier der Bayern-Ultras „Schickeria München“ wird zum ersten Mal seit 2006 abgesagt - wegen mangelnden Sicherheitsvorkehrungen. 

München - Seit zwölf Jahren gehört das Kurt-Landauer-Turnier zum Sommerpausen-Programm der Bayern-Ultras „Schickeria München“. Nun wird das Turnier abgesagt, wie die Fangruppe über ihre Webseite suedkurve-muenchen.org mitteilte. Offenbar waren die Sicherheitsauflagen der zuständigen Polizei Oberbayern Nord zu anspruchsvoll. Das Turnier sollte eigentlich vom 7. bis 9. Juli in Starnberg stattfinden.

In der Stellungnahme der Fußball-Ultras heißt es: „Diese Restriktionen hätten es uns unmöglich gemacht ein Turnier zu veranstalten, wie Ihr es alle aus den letzten Jahren kennt.“ Und beschuldige die Polizei München, das Turnier seit Jahren verhindern zu wollen. 

Laut der Pressestelle der Polizei München, ist das Polizeipräsidium Oberbayern Nord für die Veranstaltung zuständig, dem die Starnberger Behörden unterstellt sind. 

Kritik an mangelnden Sicherheitsvorkehrungen

Auf Anfrage unserer Onlineredaktion reagierte die Polizei Oberbayern Nord auf die Vorwürfe und ließ über die Pressestelle mitteilen: „Angesichts der Tatsache, dass der Veranstalter mit mindestens 1300 Teilnehmern bzw. Besuchern des Fußballturnieres rechnete, galt es entsprechende Rahmenbedingungen vor allem im Hinblick auf die Sicherheit der Veranstaltung zu erörtern.“

Für die Genehmigung wäre eine ausreichende Anzahl von Ordnern zu stellen, die nach der Faustregel „ein Ordner pro 100 Teilnehmer“ berechnet wird, teilte die Pressestelle mit. Zudem forderten die Polizei und das zuständige Ordnungsamt ein Sicherheitskonzept für die Veranstaltung, welches bei der Stadt Starnberg nach Polizei-Informationen bis heute nicht eingegangen ist. 

Ruhestörungen, Körperverletzungen und Pyrotechnik

In der Stellungnahme der Bayern-Ultras heißt es: „Wieder mal nehmen uns mit abstrakter Angst begründete Restriktionen, Verbote und Einschränkungen die Luft zu atmen und jedes bisschen Freiheit.“ Die Erklärung endet mit der Satz: „Aber ihr kriegt uns nicht still.“ 

Die zuständige Polizeibehörde schätzt die Lage allerdings anders ein und teilt unserer Onlineredaktion mit: „Im Rahmen der bislang im Raum Starnberg durchgeführten Turniere kam es zu Ruhestörungen, Körperverletzungen und verbotener Verwendung von Pyrotechnik. In einem Fall wurde ein Trikot gewaltsam entwendet.“

Kurt-Landauer-Turnier soll 2018 stattfinden

Die Ultras wollen sich bemühen, die Grundlage für eine erfolgreiche Auflage des Turniers im kommenden Jahr zu schaffen. In den vergangenen Jahren lud die Fangruppe des FC Bayern immer wieder befreundete Fan-Gruppen aus Deutschland, Italien und Frankreich ein. Dabei ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um ein politisches Statement gegen Rassismus. 

Zuletzt fand das Kurt-Landauer-Turnier vom 1. bis 3. Juli 2016 in Starnberg statt. Teil des Programmes war auch ein Besuch im Konzentrationslager Dachau, wo der ehemalige Bayern-Präsident Kurt Landauer 1938 inhaftiert war. Landauer war insgesamt drei Mal Präsident der Münchner, zuletzt von 1947 bis 1951. 2013 wurde er posthum zum Ehrenvorsitzenden des Vereins gewählt.

Marko Orlovic

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