Lahm entschuldigt sich bei einem Buch-Opfer

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Philipp Lahm (r.) im Podiumsgespräch mit Willy Astor

München - Nach der Veröffentlichung seiner Biografie ist Philipp Lahm von allen Seiten kritisiert worden. Bei einer Person, die in seinem Buch schlecht weggekommen ist, entschuldigt er sich jetzt öffentlich.

Es war der literarische Aufreger des vergangenen Jahres: Philipp Lahms Autobiografie „Der feine Unterschied“. Nach der Veröffentlichung Ende August wurde Lahm – bis dato Deutschlands beliebtester Fußballer – von allen Seiten kritisiert. Nun, drei Monate später, die offizielle Buchvorstellung: vor rund 500 Zuschauern im Münchner Volkstheater.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Kabarettist und Bayern-Fan Willy Astor, dessen grüner 70er-Jahre-Anzug darauf hindeutete, welchen Charakter der Abend haben sollte: Es sollte alles werden, bloß nicht bierernst – und das gelang auch.

Gleich zu Beginn aber, da wollte Lahm noch etwas wichtiges loswerden. „Natürlich war die Kritik nach der Veröffentlichung nicht angenehm für mich – und vor allem nicht für meine Frau. Und deswegen habe ich auch darüber nachgedacht, ob etwas falsch war oder ob ich nicht gut gegengelesen habe. Und ich habe mich ja auch öffentlich entschuldigt“, sagt Lahm. „Ich habe die kritisierten Stellen danach noch ein paar Mal gelesen und muss sagen: Ich wollte den Rudi Völler nicht so darstellen, wie er dargestellt wurde.“ Damit war das geklärt.

Was folgte, war ein kurzweiliger Abend, in dem Astor aus dem Buch zitierte und dann mit Lahm die betreffenden Stellen diskutierte. Für Fußball-Fans tatsächlich unterhaltsam – wer das Buch gelesen hatte, erfuhr jedoch nur wenig wirklich Neues. Aber das war ja auch gar nicht unbedingt gewollt.

So plauderten Lahm und Astor über Lahms Jugendzeit, in der das junge Talent beinahe bei den Sechzigern gelandet wäre. Vor dem angesetzten Probetraining hatte Lahm aber schon keine Lust mehr auf die Löwen. „Als ich die Löcher im Zaun hinter dem Tor sah, habe ich gesagt: „Nein, hier will ich nicht spielen!“, erzählte Lahm. Später sprach er über seine erste Begegnung mit Olli Kahn (Ich dachte: „Wahnsinn, der Titan!“), worauf Astor erzählte, wie er mal mit Kahn im Aufzug stand: „Ich war froh, als ich wieder draußen war.“

So plätscherte der Abend dahin, Profi und Profi-Moderator plauderten über Verletzungen, die WM 2006 und Lahms unangenehme Begegnung mit einem aufdringlichen Fan, der plötzlich bei ihm zu Hause vor der Tür stand und so zum Umzug aus der Innenstadt bewegte. Auch wenn aus den angekündigten Überraschungsgästen nur ein einziger Gast wurde (Buch-Autor Christian Seiler), bleibt am Ende der 90 Minuten ein Fazit: Lustig war’s!

Jan Janssen

Quelle: tz

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