Ausfälle in der Innenverteidigung

Lars Lukas Mai: Bekommt das Abwehrtalent jetzt seine Chance bei den Profis?

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Lars Lukas Mai steht bis 2022 beim FC Bayern unter Vertrag.

Lars Lukas Mai ist eines der größten Talente beim FC Bayern München. Nach der Verletzung von Niklas Süle könnte der 19-Jährige bald im Profi-Kader spielen.

Update vom 27. Oktober 2019: In Zukunft könnte Lars Lukas Mai vermehrt in den Fokus rücken. Gegen Union Berlin schaffte es das Abwehrtalent bereits in den Kader. Kann der FC Bayern somit mal wieder einen Spieler aus der eigenen Jugend in die erste Mannschaft integrieren? Die Nachwuchsarbeit des Rekordmeisters steht in der Kritik

Erstmeldung: Lars Lukas Mai: Bekommt das Abwehrtalent jetzt seine Chance bei den Profis?

München - Niklas Süle fällt nach einem Kreuzbandriss, den er sich in der Partie gegen den FC Augsburg zugezogen hat, monatelang aus. Der Abwehrchef des FC Bayern wurde bereits operiert. Im darauffolgenden Champions-League-Spiel erwischte es auch Lucas Hernández. Er verletzte sich beim 3:2-Sieg in Piräus am Sprunggelenk und fehlt dem Rekordmeister für einige Wochen.

In der Innenverteidigung stehen Trainer Niko Kovac mit Benjamin Pavard, Jerome Boateng und Javi Martinez, der mit Oberschenkel-Problemen zu kämpfen hat, somit nur noch drei Innenverteidiger zur Verfügung.

Lars Lukas Mai: Niko Kovac machte eine klare Ansage - Bekommt das Talent jetzt die Chance beim FC Bayern?

Schon vor der Hernandez-Verletzung gab es von Kovac eine Ansage: Nach tz-Informationen hatte ihm der Cheftrainer bereits vergangene Woche untersagt, im Auswärtsspiel gegen Zwickau für die Amateure aufzulaufen. Hintergrund: Nach dem Kreuzbandriss von Süle soll Mai ab sofort nicht nur bei den Profis trainieren, sondern auch regelmäßig auf dem Spielberichtsbogen der ersten Mannschaft stehen. 

Intern traut man es Mai durchaus zu, sich bei den Profis zu etablieren. Nicht umsonst soll jüngst sogar der AC Mailand sein Interesse an Mai signalisiert haben und in ihm Ähnlichkeit zu Matthijs de Ligt sehen.

Lars Lukas Mai hat in der vergangenen Woche seinen Vertrag an der Säbener Straße vorzeitig bis 2022 verlängert. Der Abwehrspieler wurde am 31. März 2000 in Dresden geboren. 2014 wechselte er von Dynamo Dresden an die Isar. In seiner zweiten Saison war er bereits Stammspieler bei den B-Junioren. 2006/17 führte er die U17 als Kapitän zur Deutschen Meisterschaft. Im selben Jahr wurde er mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze ausgezeichnet. 

Lars Lukas Mai: Bundesliga-Debüt für den FC Bayern München gegen Hannover 96

Zur Spielzeit 2017/18 beförderte ihn sein Mentor Tim Walter, mit dem er wenige Monate zuvor die deutsche Meisterschaft gewonnen hatte. Als 17-Jähriger etablierte er sich sofort als Stammspieler im Regionalliga-Team des FC Bayern München.

Ende April 2018 folgte der nächste Karriereschritt. Altmeister Jupp Heynckes stellte ihn am 21. April im Bundesliga-Spiel gegen Hannover 96 in die Startelf. Sieben Tage später stand er im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt abermals von Anfang an auf dem Rasen und spielte erneut 90 Minuten durch. Im Anschluss unterschrieb er seinen ersten Profi-Vetrag beim FC Bayern, obwohl es einige Anfragen von anderen Klubs aus der Bundesliga gab.

Die Saison 2018/19 sollte der vorläufige Höhepunkt der noch jungen Karriere von Lars Lukas Mai werden. Nach der souveränen Meisterschaft in der Regionalliga Bayern feierte der 1,90 Meter große Defensivspezialist in zwei dramatischen Relegationsspielen gegen den VfL Wolfsburg den Aufstieg in die 3. Liga. Danach gab es erneut Offerten aus der 1. und 2. Bundesliga. Der 1. FC Nürnberg, der VfB Stuttgart mit seinem ehemaligen Trainer Tim Walter und Fortuna Düsseldorf sollen sich nach dem Verteidiger erkundigt haben. Den Interessen erteilte er Ende Juli eine Absage und verkündete, dass er in München bleiben wird. 

Lars Lukas Mai: Unter Niko Kovac noch ohne Pflichtspieleinsatz 

In der laufenden Saison der 3. Liga kam er bisher auf elf Einsätze und ein Tor. Am 1. Spieltag gegen Hertha BSC Berlin, am 5. Spieltag gegen den 1. FC Köln und in der 1. Runde des DFB-Pokals gegen Energie Cottbus stand er im Profi-Kader, blieb aber ohne Einsatz. Als nächstes steht in der 3. Liga die Aufgabe in Mannheim an. Die Kollegen von mannheim24.de* hoffen natürlich darauf, dass Mai gegen Waldhof nicht im Bayern-Kader steht.

Seit Mai 2015 lief Lars Lukas Mai für diverse Junioren-Nationalmannschaften des DFB auf. Bis jetzt kam er für die U15 bis U19 zu insgesamt 29 Länderspielen und erzielte zwei Tore. Sein älterer Bruder Sebastian Mai (25) ist ebenfalls Fußball-Profi. Er ist Kapitän beim Drittliga-Spitzenreiter Hallescher FC. Im ersten und bisher einzigen Bruderduell am 19. August 2019 markierte Lars Lukas Mai beim 2:1 in Halle den Siegtreffer für den FC Bayern

Man darf gespannt sein, ob Niko Kovac angesichts der angespannten Personalsituation demnächst auch auf Lars Lukas Mai zurückgreift. Falls er sich im Profi-Kader beweist, könnte der nächste Karriereschritt nur eine Frage der Zeit sein. Einen prominenten Fürsprecher hat er bereits: Der ehemalige FC-Augsburg- und jetzige U20-Nationaltrainer traut seinem Schützling den Sprung zu: „Ein richtig, richtig Guter. Da können sie jetzt ruhig mal mutig sein und ihre eigenen Spieler pushen. Warum soll das keine Lösung sein?“

Lars Lukas Mai: Beim FC Bayern München hat er mit Hansi Flick einen Förderer

Einer seiner größten Förderer im Verein ist Co-Trainer Hansi Flick. Neben regelmäßiger Gespräche arbeitet Mai mit Flick auch abseits des normalen Trainingsbetriebs an seinen Schwächen. Den Verantwortlichen beim FCB gefällt der Ehrgeiz des gebürtigen Dresdners, der sogar in seiner Freizeit mit einem Privattrainer an seiner körperlichen Fitness arbeitet, um an Muskelmasse zuzunehmen.

„Er war schon früher zielstrebig, Gutes war ihm nie gut genug. Er hat immer versucht, besser zu sein. Nach einem verlorenen Trainingsspiel hat er sich grün und blau geärgert. Er hat immer mehr gemacht als andere, er ist ein Muster-Profi“, erinnert sich Sven Guder. Mais Trainer in der Jugend von Dynamo Dresden fädelte den Wechsel 2014 nach München mit ein, freilich in der Hoffnung, dass sein ehemaliger Schützling den Sprung zu den Profis schafft.

„Es ist nun an der Zeit zu zeigen, was er kann. Er zählt zu den größten Abwehrtalenten. Und auch für die Bayern wäre es an der Zeit, Zeichen zu setzen: Wir bauen auf die Zukunft“, so Guder. Als Mai im Frühjahr 2018 unter Jupp Heynckes zu seinen ersten Profi-Einsätzen kam, schaute Guder genau hin. „Da hat er keinen Fehler gemacht. Und er beweist auch in U23 und Nationalmannschaft Woche für Woche, was er kann. Er kennt das Umfeld, er kann es schaffen, sich in diesem Haifischbecken zu etablieren“, sagt der Jugendtrainer heute. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie weit Mai ist.

Lars Lukas Mai: Die Zukunft des FC Bayern in der Abwehr?

Eine andere Lösung für die Abwehrprobleme des FC Bayern könnten Wintertransfers sein. Möglicherweise wird Mai trotzdem von den Ausfällen profitieren, weil er ja schon länger im Verein spielt und die Strukturen kennt, was er einem potenziellen Neuen definitiv voraus hat. Jedoch bei einem Spiel wird Mai vermutlich noch nicht zum Einsatz kommen: FC Bayern München gegen Union Berlin, näheres dazu in unserem Live-Ticker.

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