Löw beruft sieben Bayern-Profis

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Joachim Löw

Berlin - Joachim Löw verzichtet zum Auftakt des EM-Jahres auf Experimente: In seinem Kader stehen auch mehrere formschwache Spieler. Mike Hanke muss hingegen auf das erhoffte Comeback warten.

Joachim Löw verzichtet zum Auftakt der Mission EM-Titel auf Experimente und vertraut im Sturm weiter dem formschwachen Cacau: Trotz der Ausfälle von Bastian Schweinsteiger, Lukas Podolski, Per Mertesacker und Mario Götze nominierte der Bundestrainer für den ersten Härtetest der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Frankreich am 29. Februar in Bremen (20.45 Uhr/ZDF) 22 erfahrene Akteure, die bereits im vergangenen Jahr in der Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) zum Stamm gezählt hatten. Neulinge dürften es demnach in den kommenden drei Monaten schwer haben, noch auf den EM-Zug aufzuspringen.

„Es gab trotz der Verletzungen keine Veranlassung, große Veränderungen vorzunehmen. Auch wenn die Tür noch nicht ganz geschlossen ist, sind das die Spieler, die für die EM im Fokus stehen“, sagte Löw am Mittwoch in Berlin und fügte mit Blick auf die endgültige Nominierung des EM-Kaders im Mai an: „Die Erfahrung der vergangenen Turnier-Vorbereitungen hat gezeigt, dass es nicht sinnvoll ist, bereits im Februar oder März detaillierte Prognosen darüber abzugeben, wer am Ende höchstwahrscheinlich im Kader steht. Und wir müssen unsere Entscheidung ja erst treffen, kurz bevor wir in See stechen.“

Berufen wurde auch der derzeit schwächelnde Stürmer Cacau vom VfB Stuttgart, während der zuletzt immer stärker werdende Angreifer Mike Hanke von Borussia Mönchengladbach weiter auf seine Rückkehr ins DFB-Team warten muss. „Es gibt sicher einige Spieler, die in den Jahren zuvor weggetaucht waren und aktuell in sehr guter Form sind. Dennoch vertrauen wir den Spielern, die wir für das Spiel gegen Frankreich nominiert haben. Cacau hat in Stuttgart zwar Schwierigkeiten gehabt, aber bei der Nationalmannschaft immer gezeigt, dass mit ihm zu rechnen ist“, sagte der 52-Jährige, der erstmals auch die Bender-Zwillinge Sven und Lars gemeinsam nominierte.

Mit dem Prestigeduell gegen Frankreich beginnt für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) die heiße Phase der EM-Vorbereitung. Die beiden abschließenden Tests für die EURO 2012 finden am 26. Mai in Basel gegen die Schweiz und am 1. Juni in Leipzig gegen Israel statt. Trotz der starken EM-Endrundengruppe mit den Gegnern Niederlande, Portugal und Dänemark geht der dreimalige Welt- und Europameister neben Spanien als einer der Topfavoriten in das Turnier. Ziel ist der erste Titel einer deutschen Mannschaft seit 1996.

Doch der Bundestrainer warnte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt 2012 in Berlin vor einer zu hohen Erwartungshaltung. „Natürlich ist uns bewusst, dass die Erwartungen der deutschen Fans sehr, sehr hoch sind. Nach unserer starken Qualifikation ist die Fallhöhe für unsere Mannschaft natürlich etwas höher. Aber ich gehe davon aus, dass unsere jungen Spieler schwindelfrei sind“, sagte Löw, der trotz der „sensiblen EM-Gruppenphase“ mit breiter Brust in die Turnier-Vorbereitung geht: „Wir haben große Sprünge gemacht und können uns mit den besten Teams der Welt messen. Bei den Siegen gegen England, Argentinien, Brasilien und die Niederlande haben wir gezeigt, dass wir spielerisch mit allen Spitzenmannschaften mithalten können.“

Das Spiel gegen die Franzosen in Bremen in einer Woche will Löw aber vor allem wegen der verletzungsbedingten Ausfälle einiger seiner Fix-Starter nicht überbewerten. „Natürlich wollen wir auch das Spiel gegen Frankreich gewinnen, aber mit Blick auf die EM spielen Ergebnisse keine große Rolle. Wir haben vor der WM 2006 gegen Italien, vor der WM 2010 gegen Argentinien verloren. Das hatte aber auch keinen negativen Einfluss auf unsere Turnierform“, sagte Löw, der zudem untermauerte, dass Spieler wie der junge Dortmunder Mario Götze „vor ihrem ersten Turnier“ stünden.

Das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen Frankreich:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Tim Wiese (Werder Bremen)

Abwehr: Dennis Aogo (Hamburger SV), Jerome Boateng (Bayern München), Holger Badstuber (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Philipp Lahm (Bayern München), Christian Träsch (VfL Wolfsburg), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund)

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Sven Bender (Borussia Dortmund), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Mönchengladbach), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Andre Schürrle (Bayer Leverkusen)

Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Lazio Rom), Cacau (VfB Stuttgart)

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