Nach Mittelfußbruch

Neuers große WM-Zweifel: „Am Ende liegt es an ...“

WM-Start? Bayern-Comeback? Alles ist offen bei DFB-Kapitän Manuel Neuer.
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WM-Start? Bayern-Comeback? Alles ist offen bei DFB-Kapitän Manuel Neuer.

Die erste Deadline rückt näher. Der Bundestrainer müsste seinen Kapitän am 15. Mai ohne Spielpraxis in den vorläufigen WM-Kader aufnehmen. Denn im Tor des FC Bayern wird Manuel Neuer auch beim Bundesligafinale nicht stehen. Gesundheit first oder Risiko?

München - Verzichtet Manuel Neuer am Ende selbst auf die WM? Diese Frage stellt sich immer mehr. Denn so zweifelnd wie in diesen Tagen hat man den Fußball-Welttorhüter nie zuvor erlebt. „Ich denke wirklich von Trainingseinheit zu Trainingseinheit und von Therapie zu Therapie“, antwortete der DFB-Kapitän auf die Fragen zu seinem immer wieder verschobenen Comeback nach seinem Mittelfußbruch und der noch möglichen Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Russland. „Es gibt keine Prognose“, sagte der 32 Jahre Kapitän des FC Bayern München.

Klar ist: Neuer wird auch am Samstag im letzten Bundesligaspiel gegen den VfB Stuttgart nicht zum Kader des FC Bayern gehören. Das gab der mit einem Ständchen von Spielern und Fans gefeierte Trainer Jupp Heynckes an seinem 73. Geburtstag am Mittwoch bekannt. Damit verpasst Neuer auch die letzte Chance, doch noch vor der Bekanntgabe des vorläufigen WM-Kaders durch Bundestrainer Joachim Löw am kommenden Dienstag in Dortmund ein Comeback im Tor des Meisters zu geben.

„Für das Pokalfinale ist die Entscheidung hingegen noch offen“, sagte Heynckes in einem offiziellen Bayern-Statement und korrigierte damit ein zuvor kursierendes Zitat von ihm, wonach Neuer auch für das letzte Münchner Saisonspiel am 19. Mai in Berlin gegen Eintracht Frankfurt nicht infrage komme.

Rummenigge: „Das Wichtigste ist, dass Manuel gesund ist“

Das nächste Wort hat also Löw, sofern ihm Kapitän Neuer nicht mit einer eigenen klaren WM-Ansage zuvorkommt. „Das Wichtigste ist, dass Manuel gesund ist uns sich das zutraut“, sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch beim Empfang des deutschen Meisters durch Ministerpräsident Markus Söder in der Bayerischen Staatskanzlei. Neuer hielt sich bei der Zeremonie im Münchner Hofgarten fast versteckt im Hintergrund. Ins Gästebuch der Bayerischen Staatsregierung trug sich der Bayern-Kapitän als Allerletzter ein.

Löw kann erstmal mehr als 20 Feldspieler und drei Torhüter berufen. Maximal 35 Akteure darf der Bundestrainer der FIFA bis zum 14. Mai melden. „Die richtige Deadline ist der 4. Juni, wenn wir den endgültigen 23er-Kader nominieren müssen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. Löw könnte Neuer also auch ohne nachgewiesene Spielpraxis und WM-Tauglichkeit erstmals nominieren, das Pokalfinale und die ersten Endrücke seiner Nummer 1 im Trainingslager in Südtirol sowie das Testspiel am 2. Juni in Klagenfurt gegen Österreich abwarten.

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Es wird eine schwierige Entscheidung für alle Beteiligten, wie Rummenigge verdeutlichte - für Neuer, für Heynckes und am Ende für Löw. „Wir tun alle gut daran, mit einem Fakt umzugehen, das ist die exklusive Gesundheit von Manuel“, mahnte Rummenigge. Ein weiterer Bruch des linken Fußes könnte die weitere Karriere des 32-Jährigen infrage stellen. Es geht nicht nur um Neuers mutmaßlich letztes WM-Turnier. „Wenn Manuel der Meinung ist, er kann spielen, und der Trainer gibt ihm das Vertrauen, wird das noch der Fall sein“, sagte Rummenigge zu einem möglichen Einsatz im Pokalfinale: „Andernfalls wird es an Joachim Löw liegen, mit ihm eine Entscheidung zu fällen.“

WM ja oder nein?! Neuer berichtete von einem ständigen Austausch mit dem Bundestrainer. „Ich habe auch einen engen Draht zu Andreas Köpke“, dem Torwartcoach. „Sie sind bestens informiert.“ In Bezug auf seinen Problemfuß sind Neuers Aussagen, die er bei der Präsentation des neuen Bayern-Trikots machte, dagegen vage und rätselhaft.

„Ich denke, dass der Austausch zwischen mir und den Ärzten sehr gut ist. Und ich denke, dass ich ihnen vertrauen kann. Ich kann dann auch nach den Absprachen meinem Körper sehr gut vertrauen. Das Wichtige für mich ist, dass es mich nicht aus der Ruhe bringt“, sagte der seit September verletzte Torwart. Er wolle die richtige Entscheidung treffen, „auch für die Fußball-Republik Deutschland“. Neuer scheint intensiv mit sich zu ringen, welche Entscheidung die richtige ist.

„Grundsätzlich möchte ich natürlich in erster Linie fit sein. Und dann muss ich auch zufrieden sein mit meiner Leistung, mit dem, was ich dann auf den Platz bringe. Und dann wird man sehen“, orakelte Neuer: „Das passiert natürlich in engem Austausch mit den Trainern. Da möchte ich jetzt nicht vorgreifen.“ Das letzte Wort hat eh Löw. Selbst eine WM-Rolle als Nummer 2 auf der Bank schloss Neuer auf Nachfrage nicht aus. Sie scheint allerdings schwer vollstellbar.

dpa

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