Gomez im tz-Interview: "Dann müssen wir das ausbaden"

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Diese Saison hat Mario ­Gomez (hier mit tz-Reporter Jan ­Janssen) 23 Tore in der ­Liga, acht in der Champions League und drei im ­Pokal geschossen

München - Persönlich spielt Mario Gomez die Saison seines Lebens (34 Pflichtspieltore) – mit den Bayern aber muss er um Platz drei kämpfen. Im tz-Interview spricht er über den Weg aus der Krise, Robbens Kritik und Manuel Neuer.

Sie haben nach dem Frankfurt-Spiel gesagt, die letzte Konsequenz habe gefehlt. Kann man das trainieren?

Gomez: Was ich meinte ist, dass wir in den ersten 20 Minuten versucht haben, Situationen zu sehr spielerisch zu lösen. Wir haben den Abschluss nicht konsequent genug gesucht und stattdessen noch mal quer und noch mal quer gespielt. In der Situation wäre es besser gewesen, einfach 1:0 in Führung zu gehen, dann gewinnen wir das Spiel auch. Stattdessen waren wir ab der 25. Minute nicht präsent und aggressiv. Und dann ist das Spiel so dahingeplätschert. Das darf nicht passieren.

Arjen Robben vermisst Mark van Bommel – Sie auch?

Gomez: Mark van Bommel ist Geschichte, wir brauchen nicht mehr über ihn zu reden und uns beschweren, dass er weg ist. Sondern wir müssen das jetzt kompensieren. Und da haben wir genügend Spieler mit zig Länderspielen und Champions-League-Spielen, die auch von ihrer Position her Verantwortung übernehmen.

Kann man das lernen oder ist das eine Charakterfrage?

Gomez: Reden muss jeder auf dem Platz! Die besten Mannschaften sind die, die viel miteinander kommunizieren.

Tut die Mannschaft das?

Gomez: Wir müssen das noch mehr tun. Aber man braucht da niemanden, der rumbrüllt. Das haben wir in der Nationalmannschaft auch nicht. Man muss sich helfen, aber nicht brüllen. Das müssen wir noch mehr tun auf dem Platz. Aber ich sage auch: Das ist nicht unser grundlegendes Problem. Denn unsere Heimspiele gewinnen wir ja. Nur: Wir haben immer eine Woche super, eine Woche Wahnsinn. Das ist eine Kopfsache.

Wie wichtig ist es für Ihre Karriere, Champions League zu spielen? Arjen Robben etwa hat bisher immer nur Champions League gespielt, von einer Saison als Jungprofi abgesehen.

Gomez: Er hat ja genau so wie ich und alle anderen die Möglichkeit, die Sache noch rumzureißen. Und klar ist auch: Alle, die jetzt hier sind, dürfen nicht davon reden, dass sie nächstes Jahr nicht mitmachen, weil sie keine Lust auf Europa League haben. Das fände ich nicht charakterstark, wenn man sich hinstellt als Spieler und sagt: „Da spiel ich nicht mit. Dann gehe ich lieber.“ Wir sind für die Situation selbst verantwortlich. Wenn man es nicht schafft, sich für die Champions League zu qualifizieren, dann hat man da nichts zu suchen. Aber ich bin überzeugt, dass es so nicht kommt.

Robben hat auch ein klares Bekenntnis zu Bayern vermieden.

Gomez: Keiner von uns hat Lust auf die Euro League. Aber wenn es so kommt, dann müssen wir das alle ausbaden. Sich da hinzustellen und zu sagen: „Ich bin aber zu gut für den Cup“, finde ich nicht korrekt.

Haben Sie beim Spiel Schalke gegen ManU gedacht: Den Neuer hätte ich gerne bei uns im Tor?

Gomez: Zumindest kann sich Schalke bei Manuel bedanken, dass sie nicht fünf Stück bekommen haben. Und ich habe da gesessen und gedacht: Mensch, was für ein geiler Torwart! Und dann denke ich: Bayern wird das Richtige tun. Alle wissen ja, dass er der beste ist.

Können Sie die Bayern-Ultras verstehen, dass Sie sagen: Wir wollen keinen Schalke-Ultra im Tor?

Gomez: Die Bayern-Fans sollten auf das Urteil des Vorstands vertrauen. Der Vorstand hat immer das Beste für den Verein im Sinn. Die Fans wollen doch nächstes Jahr auch Champions League spielen und am liebsten hier in München ins Finale kommen.

Für die Ultras ist es eher die Frage eines Gefühls, nicht der Qualität.

Gomez: Philipp und Basti haben das ja auch schon gesagt: Im Fanblock sollte keine Politik gemacht werden. Da sollte für die Stimmung gesorgt werden, die Mannschaft angetrieben werden, wenn es mal nicht so gut läuft. Und man auch mal der Mannschaft eins auf den Deckel gegeben werden, wenn sie es verdient hat. Aber die Fans sollten nicht versuchen ins Tagesgeschäft einzugreifen. Jeder sollte seine Meinung äußern dürfen, aber ob sie dann auch beachtet wird, ist etwas anderes. Dem FC Bayern sind seine Fans wichtig, aber die Entscheidungen treffen die verantwortlichen Personen im Verein und das sollte auch in Zukunft so sein.

Interview: jj

Quelle: tz

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