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Hoeneß droht Mitläufern mit Verbannung

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Hoeneß: „Die Leistung stimmt nicht bei jedem 100-prozentig mit dem überein, was in den Verträgen steht.“
Hoeneß: „Die Leistung stimmt nicht bei jedem 100-prozentig mit dem überein, was in den Verträgen steht.“ © dpa

München - Einige Spieler des FC Bayern dürften in den kommenden Tagen schlecht schlafen: Manager Hoeneß drohte, er wolle womöglich ein paar Mitläufer im Kader aussortieren. Dabei fiel auch der Name Bastian Schweinsteiger.

Nach Blitz und Donner und sintflutartigen Regenfällen schlug auch der FC Bayern in Kaufbeuren gewaltig zu: 11:0 gegen den örtlichen Bezirksoberligisten, als Torschützen glänzten Tim Borowski (4), Miro Klose (3), Thomas Müller (2), Jose Ernesto Sosa und Stefan Rieß.

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Ob da Spieler wie Borowski die Freundschaftsspiele zum Saisonausklang nutzen, um vor dem Urlaub in besserer Erinnerung zu bleiben? Manager Uli Hoeneß hat angekündigt, man werde womöglich ein paar Mitläufer aussortieren. „Die Leistung stimmt nicht bei jedem 100-prozentig mit dem überein, was in den Verträgen steht.“

Explizit kündigte Hoeneß via „Sport Bild“ in dieser Causa eine Unterredung mit Bastian Schweinsteiger an. Der Mittelfeldspieler werde zwar „nichts Schlimmes“ zu hören bekommen, aber schon „ganz klar die Frage, ob er weiterhin nur Mitläufer sein will“.

An eine Trennung vom Eigengewächs denkt der Manager noch nicht, anders sieht die Lage bei Borowski aus. Der 29-Jährige, der im vergangenen Sommer aus Bremen kam, blieb weit hinter den Erwartungen zurück und wird nun mit dem Hamburger SV in Verbindung gebracht.

Die Zeichen stehen auf Abschied, zumal die Münchner im Mittelfeld nach Impulsgebern linsen. Nach dem Pfingstwochenende wird der neue Trainer Louis van Gaal für zwei Tage in der Landeshauptstadt sein, um mit den Klubchefs die Personalpolitik zu erörtern.

Wie radikal der Eingriff in den Kader ausfällt, wird sich zeigen, allerdings glaubt Hoeneß zunächst noch nicht an die große Trennungswelle: Im Großen und Ganzen wolle van Gaal den Kader übernehmen, „sich ein Bild verschaffen und in der nächsten Transferperiode nachbessern“. Letzte Schonfrist für die Mitläuferfraktion.

Auf dem Sektor Zukäufe wird sich aber so oder so noch etwas tun. „Ich gehe davon aus, dass wir den einen oder anderen Transfer tätigen“, sagt Karl-Heinz Rummenigge, der allerdings auch nicht glaubt, „dass wir die ganz große Offensive machen müssen.“

Viel hängt davon ab, wie sich die Zukunft von Franck Ribery gestaltet. „Wenn wir ihn abgeben würden, dann wären wir zu der Entscheidung gekommen, dass uns das viele Geld hilft, die Mannschaft so zu verbessern, dass sie insgesamt stärker ist“, erklärte Hoeneß. Im Fall der Fälle müsste ein Verein für den Franzosen aber tief in die Tasche greifen: „Für 40 Millionen würde ich den Hörer gar nicht abnehmen.“

Und etwas Bares liegt ja eh schon auf der hohen Kante. Laut Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „Ernst & Young“ haben die Münchner diese Saison 28,11 Millionen TV-Gelder kassiert – Wolfsburg erhielt nur 24 Millionen.

Die Euros könnten demnächst zu Schachtjor Donezk wandern, der Kapitän dort „hat uns allen ausnahmslos gefallen“, so Rummenigge über Dario Srna. Der 27-Jährige verrichtet Dienst auf der rechten Seite wie einst Willy Sagnol – nur dynamischer. Kenner attestieren ihm feine Freistöße und Flanken, bissige Zweikämpfe und eine kluge Spieleröffnung.

Der Kroate, der unbedingt zu einem großen Klub will, kostet zwischen 15 und 20 Millionen. Gestern erhielt er in der Ukraine die zweithöchste Ehre des Landes, Präsident Wiktor Juschtschenko überreichte ihm den „Orden für Mut“. Klingt nicht nach Mitläufer.

Andreas Werner

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