1. kreisbote-de
  2. Sport
  3. FC Bayern

"München - oder im Ar***"

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Roberto Di Matteo © dapd

London - Nach dem 0:2 gegen Newcastle United muss der FC Chelsea am 19. Mai gegen Bayern München wohl die Champions League gewinnen, um auch in der kommenden Saison in der Königsklasse spielen zu dürfen.

Als Papiss Demba Cissé sein zweites „Wundertor“ (90.+4.) geschossen hatte, lag für einen Moment eine ungläubige Stille über der Stamford Bridge - und der FC Chelsea hatte die traurige Gewissheit: Die Champions League, der lukrativste und bedeutendste Wettbewerb des europäischen Vereinsfußballs, ist über die Liga wohl nicht mehr zu erreichen. Wenn die Blues im zehnten Jahr nacheinander in der Königsklasse spielen wollen, müssen sie am 19. Mai das Endspiel gegen Bayern München gewinnen. „Dieser Klub hat jetzt nur noch eine einzige Karte zu spielen“, schrieb der Independent nach dem 0:2 (0:1) gegen Newcastle United.

Eine kleine, eine winzige Chance hat Chelsea in der Premier League nach der ersten Heim-Niederlage gegen die „Elstern“ seit 1986 noch: Als Sechster haben die „Blauen“ zwei Spieltage vor Saisonende jeweils vier Zähler Rückstand auf den Vierten Tottenham Hotspur und Newcastle auf Rang fünf. In England erreichen die ersten Drei die Königsklasse direkt, der Vierte kommt in die Play-offs.

„München - oder im Arsch!“, kommentierte die Sun die Lage. Sollte Chelsea den Bayern den Henkelpott entreißen, wäre es für die Gruppenphase qualifiziert, der Vierte müsste in die Europa League. Europas „2. Liga“ kann Chelsea mit einem Sieg im FA-Cup-Finale am Samstag (18.15 Uhr/Sport1) gegen Ligapokalsieger FC Liverpool erreichen - oder als Liga-Fünfter.

Die Geldrangliste des Fußballs: Zwei Deutsche sind dabei

„Jetzt wird's schwierig für uns“, sagte Roberto Di Matteo. Dabei hatte der Teammanager vier seiner „von den vielen Schlachten ausgelaugten“ (Independent) Spieler (Lampard, Drogba, Cole, Mata) zunächst geschont. „Wir haben die Jungs über zwei Monate so hart rangenommen und sie haben alles gegeben“, sagte Di Matteo über die zurückliegenden 33 Tage mit zehn Pflichtspielen. Die starke Beanspruchung war seiner Elf anzumerken. Nach dem 0:1 von Cissé (19. ) kam nicht mehr viel - auch nicht mit den eingewechselten Lampard, Drogba und Mata. John Terrys Kopfball schlug Davide Santon von der Linie, auf der Gegenseite hatte der frühere Hoffenheimer Demba Ba zuvor die Latte getroffen.

Am Sonntag empfängt Newcastle den Spitzenreiter Manchester City - mit Cissé, den Di Matteo „den im Moment heißesten Stürmer“ nannte. Mit 13 Treffern in seinen ersten zwölf Spielen hat der Senegalese den Liga-Rekord von Micky Quinn und Kevin Phillips egalisiert. Über sein Traumtor zum 0:2 sagte er: „Ich war nur noch müde, dachte: Ich muss irgendwie schießen.“

Er traf Chelsea mitten ins Herz. „Dieser Ausgang (der Saison) ist nicht nur ein Rückschlag, er erschüttert die komplette Vision, die Roman Abramowitsch für diesen Klub hat“, schrieb der Guardian. Di Matteo, der wohl keine langfristige Zukunft an der Stamford Bridge hat, will seine Spieler erst mal mit Blick auf den FA Cup aufrichten. „Die Motivation wird da sein“, versprach er.

sid

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Auch interessant

Kommentare