Nerlinger: Das war für Uli Hoeneß sicher nicht leicht

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Christian Nerlinger (l.) und Uli Hoeneß haben sich nicht zu jeder Zeit blendend verstanden

München - FC-Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger hat im Trainingslager in Katar sein gutes Verhältnis zu Präsident Uli Hoeneß herausgestellt und zeigt Einfühlungsvermögen.

„Es hat sich optimal entwickelt. Für Uli Hoeneß war der Schritt zum

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Hoeneß: Verhältnis zu Nerlinger hat gekränkelt

Präsidenten sicher nicht leicht. Er hat als Manager die Nähe zur Mannschaft vorgelebt wie kein anderer. Ich finde, wir sind als Verein hervorragend aufgestellt. Momentan macht es einfach riesig Spaß“, sagte Nerlinger im Gespräch mit dem Nachrichtensender Sky Sport News HD.

Historie: So zoffte man sich beim FC Bayern

Historie: So zoffte man sich beim FC Bayern

"Der FC Bayern ist eine große Familie", sagte Philipp Lahm einmal in einem tz-Interview. Und wie es in einer gut funktionierenden Familie nun einmal der Fall ist, kracht es ab und zu mal gewaltig. So eben auch beim FC Bayern. Die "Sport Bild" hat die größten Skandale und Disharmonien der vergangenen Jahre aufgelistet. Meistens wirkten die Reibereien an der Säbener Straße ja wie reinigende Gewitter, und hinterher war die Luft klarer als zuvor ... Viel Spaß!
Im Jahr 1979 gibt es Dauerärger zwischen Trainer Pal Csernai und Superstar Gerd Müller. Auslöser für den Zoff ist eine Auswechslung Müllers in einem Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt. © Getty
Im selben Jahr lehnt die Mannschaft des FC Bayern geschlossen die Verpflichtung von Trainer Max Merkel ab. Daraufhin tritt Präsident Wilhelm Neudecker zurück. © Getty
Im Jahr 1983 kommt es auf der Asien-Reise zum großen Knall zwischen den Spielern Uli Hoeneß und Paul Breitner. Deren enge Freundschaft zerbricht auf Jahre hin. Mittlerweile ist das Verhältnis aber längst gekittet. © Getty
Im Krisenjahr 1991 will Stefan Effenberg Trainer Jupp Heynckes an die Gurgel. "Wollen wir vor die Tür gehen?", fragt er seinen Coach provozierend. © Getty
Erich Ribbeck hat 1992 Ärger mit Thomas Berthold und teilt dem Weltmeister mit, dass er nicht auf ihn zähle. Berthold setzt sich daraufhin ein Jahr lang auf die Tribüne. © dpa
Erich Ribbeck wird während seines Skiurlaubs im Winter 1993/94 entlassen. Dafür übernimmt Franz Beckenbauer das Traineramt. Der "Kaiser" führt die Bayern trotz eines Mega-Rückstands noch zum Titel. © Getty
Sturkopf Otto Rehhagel wird von den Bayern im Frühjahr 1996 entlassen, wieder übernimmt Franz Beckenbauer. Wieder springt ein Titel heraus, dieses Mal ist es der UEFA-Cup. © Getty
Jürgen Klinsmann sorgt 1997 dafür, dass sein Intimfeind Lothar Matthäus bei den Bayern als Kapitän abgesetzt wird. Der Ärger des Rekordnationalspielers ist riesig - und öffentlich. © Getty
Die Wut-Rede von Giovanni Trapattoni im März 1998 - legendär. Der Italiener geht offen auf die Mannschaft los, und schließt mit den Worten: "Ich habe fertig!" © Getty
In der Saison 1999/2000 geraten im Bayern-Training Bixente Lizarazu und Lothar Matthäus aneinander. Der Franzose verpasst "Loddar" eine gesalzene Watschn. © dpa
Nach dem Champions-League-Finale in der selben Saison macht Thomas Helmer eine abfällige Geste in Richtung Trainer Ottmar Hitzfeld. Der Abwehrchef wird suspendiert. © Getty
Pizzeria-Affäre: Mario Basler und Ersatzkeeper Sven Scheuer werden im Oktober 1999 rausgeworfen. © Getty
Franz Beckenbauer hält nach der peinlichen 0:3-Pleite in der Champions League bei Olympique Lyon im Frühjahr 2001 seine legendäre Wutrede. Wieder hatte ein Skandälchen heilende Wirkung: Bayern holte sich am Saisonende den Europapokal. © Getty
Im November 2005 erklärt Karl-Heinz Rummenigge auf der Hauptversammlunug, dass man das Vertragsangebot an den zaudernden Michael Ballack zurückgezogen habe. Der Jubel ist groß, der Aufschrei riesig. Ballack verlässt die Bayern zum Saisonende ablösefrei in Richtung FC Chelsea. © Getty
Herbst 2007: Nach einer schwachen Leistung in der Europa League kritisiert Karl-Heinz Rummenigge Trainer Ottmar Hitzfeld ("Fußball ist keine Mathematik, das man berechnen kann"). Auf der kurz darauf stattfindenden Hauptversammlung gibt es einen frostigen Handschlag. Bayern wird am Ende Meister und zieht ins Europapokal-Halbfinale ein - mit Hitzfeld. © Getty
Auf der Hauptversammlung 2007 kommt es auch zum Ausraster von Uli Hoeneß, der auf einige Fans losgeht ("Für eure Scheißstimmung seid Ihr doch selbst verantwortlich"!). © AP
November 2009: Philipp Lahm kritisiert in einem Interview die Vereinsbosse sowie die Philosophie des Klubs. Das Medienecho ist gewaltig, Uli Hoeneß ist stinksauer. Philipp Lahm erhält eine Geldstrafe. Am Saisonende gewinnen die Bayern das Double und stehen im Champions-League-Finale. © Getty
November 2010: Präsident Uli Hoeneß kritisiert den Stil von Trainer Louis van Gaal. Der zeigt sich in seiner öffentlichen Reaktion sehr enttäuscht. Kurz darauf gibt der Verein aber bekannt, dass sich die Streihähne zum Wohle des Vereins zusammengesetzt und alle Probleme gelöst hätten. © Sampics
April 2012: Im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen Real Madrid (2:1) soll Franck Ribéry seinem Kollegen Arjen Robben ein Veilchen verpasst haben. Grund dafür war, dass Ribéry gegen Ende der ersten Halbzeit unbedingt einen Freistoß treten wollte, Robben aber darauf beharrte, Kroos schießen zu lassen. Angeblich wurde Ribéry daraufhin mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belegt. © dpa

Vor dem Start in die zweite Saisonhälfte ist der Bayern-Manager zuversichtlich: „Wir haben einen sehr homogenen Kader. Es ist normal, dass nicht alle Spieler zufrieden sind. So wird es auch in der Rückrunde sein. Ohne Spannung und Reibung geht es nicht. Wichtig ist, dass die Spieler respektvoll miteinander umgehen.“

Neben dem FC Bayern absolviert auch DFB-Pokalsieger Schalke 04 sein Trainingslager auf dem Aspire-Gelände in Doha. Platzprobleme befürchtet Nerlinger nicht: „Es ist eine der besten Anlagen der Welt. Sie verträgt sicher zwei Bundesligisten.“

Die angebliche Handgeldforderung des Schalkers Jefferson Farfan wollte Nerlinger nicht kommentieren. „Ich glaube nicht, dass da seriöse Zahlen an die Öffentlichkeit gelangen. Es waren Gespräche zwischen Vertretern Farfans und des Vereins. Deshalb kann ich zu diesen spekulativen Zahlen nichts sagen“, so der 38-Jährige. „Es ist wichtig, sich als Verein nicht treiben zu lassen. Dann muss mal eben auch mal Nein sagen.“

sid

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