Was geht in dem Keeper jetzt vor?

Neuer im tz-Interview: "Ich brauche Ruhe"

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Manuel Neuer nach der Ankunft auf dem Flughafen in Frankfurt auf dem Vorfeld

München - Die tz sprach nach der bitteren Final-Niederlage mit Manuel Neuer. Der Keeper erklärt, was in ihm vorgeht. Zudem äußert er sich zum zweiten Gegentor und zu seinen waghalsigen Aktionen in der Schlussphase.

Herr Neuer, wie würden Sie beschreiben, was in Ihnen vorgeht?

Neuer: Wir sind alle sehr enttäuscht. Es ist eine gewisse Leere in jedem von uns, wir können es eigentlich gar nicht fassen. Wenn man das Turnier sieht, wenn man sich mit Italien vergleicht, dann haben wir doch den besseren Fußball gespielt! Aber leider nicht in der ersten Halbzeit. Dementsprechend ist man nun drauf. Ich kann gar nicht beschreiben, was in mir vorgeht.

Können Sie denn sagen, woran es gelegen hat? Haben Kleinigkeiten entschieden?

Neuer: Ich glaube, dass wir gerade in der ersten Hälfte nicht den richtigen Zugriff auf die Italiener hatten. Sie hatten es zu einfach! Das sieht man ja an den Toren. In den Situationen, in denen wir hätten da sein müssen, waren wir nicht da. Und so geraten wir in Rückstand. In der zweiten Halbzeit sind wir dann so aufgetreten, wie man uns im Turnier kennen gelernt hat.

Was war denn die Idee vor dem Spiel? Wie wollten Sie die Italiener knacken?

Neuer: Wir wollten die Mitte schließen, weil wir auch wussten, dass Pirlo, de Rossi oder Montolivo sehr gute Passgeber sind. Das hat man ja mit dem Ball vor dem 2:0 gesehen. Das war alles gut, auch wenn Balotelli den gar nicht richtig trifft.

Wie meinen Sie das?

Neuer: Der Ball ist ihm abgerutscht, er kommt über den Außenrist. Sonst fliegt er ganz anders…

Was haben Sie in den letzten Minuten empfunden? Sie haben alles gegeben, damit der Ball noch irgendwie nach vorne kommt.

Neuer: Ja, man muss ja versuchen, alles noch mal zu mobilisieren und die Chance zu wahren. Da nutzt es ja nichts, wenn ich hinten im Sechzehner stehen bleibe und warte, bis die Zeit runter läuft.

Jetzt haben Sie mit Bayern zwei Endspiele verloren und das Aus im EM-Halbfinale erlebt. Wie haken Sie dieses Fußball-Jahr ab?

Neuer: Indem ich mich jetzt erst mal überhaupt nicht mit Fußball beschäftige. Ich will und muss irgendwie zur Ruhe kommen. Dann wird sich alles Weitere ergeben.

Viel schlimmer kann es nicht laufen, oder?

Neuer: Nein, das ist wohl das Bitterste, was einem passieren kann. Als Fußballer will man Erfolg haben, jeder in seinem Job. Man will das Maximale erreichen. Und gerade wir Profis streben das immer an und haben auch den Anspruch dazu, so was zu schaffen. Wir wollten unbedingt ins Finale kommen. Aber wir haben es leider nicht geschafft.

Schauen Sie sich das Endspiel an?

Neuer: Ich weiß es nicht. Ich weiß gar nicht, wo ich da bin.

Interview: Michael Knippenkötter

Quelle: tz

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