FC Bayern im Corona-Modus

Oliver Kahn: Krisenmanager statt Praktikant

Oliver Kahn (50) ist seit dem 1. Januar 2020 Vorstandsmitglied beim FC Bayern München.
+
Oliver Kahn (50) ist seit dem 1. Januar 2020 Vorstandsmitglied beim FC Bayern München.
  • Manuel Bonke
    VonManuel Bonke
    schließen
  • Hanna Raif
    Hanna Raif
    schließen

Oliver Kahn sollte in seine Rolle als Bayern-Boss langsam hineinwachsen. Durch die Corona-Krise hat sich der Plan ziemlich beschleunigt.

  • Oliver Kahn (50) ist seit dem 1. Januar 2020 Vorstandsmitglied beim FC Bayern München.
  • In zwei Jahren soll der „Titan“ Nachfolger von Karl-Heinz Rummenigge werden.
  • Kahn hat sich jetzt in einer Videobotschaft an seine Bayern-Familie gewandt. 

München - Die Videobotschaft von Vorstandsmitglied Oliver Kahn an rund 1000 Mitarbeiter kam gut an. Gemeinsam mit Trainer Hansi Flick hatte sich Kahn am Freitag ins TV-Studio an die Säbener Straße gesetzt – freilich in gebührendem Abstand – und einen Gruß an die gesamte Bayern-Familie geschickt.

Er wurde von allen gesehen. Von den Profis, die sich daheim fit halten. Von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle, die im Homeoffice arbeiten, ihre Kinder betreuen und sich täglich in diversen Video-Schalten treffen. Die Botschaft, die Kahn wichtig war: Gesundheit ist das oberste Gebotund die Bayern stehen zusammen. Niemand soll sich Sorgen um seinen Job machen. Die Corona-Krise soll gemeinsam durchgestanden werden.

Oliver Kahn bringt sich in diesen Tagen enorm ein an der Säbener Straße. Freilich wird über Transfers und Verlängerungen gesprochen, auch da gibt es einiges zu tun. Der 50-Jährige aber ist auch bei allen Themen, die die Krise mit sich bringt, nicht nur involviert, sondern geht vorweg. Es stehen Tag für Tag Meetings an, alle Abteilungen müssen angehört und im neuen Alltag gefördert werden. Für Kahn ist es gewissermaßen Lernen unter Extrem-Bedingungen – denn eigentlich sollte seine Einlern-Phase ja deutlich langsamer gestaltet werden.

Oliver Kahn: Hat er schon konkrete Pläne für den FC Bayern? 

Der ursprüngliche Plan hatte vorgesehen, dass der einstige Welttorhüter seinen alten und neuen Verein in all seinen Facetten und Schritt für Schritt kennenlernt, um eigene Ideen zu entwickeln. Praktikums-Tage in diversen Abteilungen waren angedacht, wurden dann aber in einigen Workshops mit verschiedenen Direktionen gebündelt. Die Frage, die er sich überall stellte, formulierte er vor einigen Wochen in einem Podcast wie folgt: „Wie kann der FC Bayern auch in Zukunft auf diesem Niveau bleiben und Erfolge fortschreiben? Und: Was muss er dafür tun?“ Kahns Vorstellungen davon, wie der den Verein nach dem Ausscheiden von Karl-Heinz Rummenigge Ende 2021 führen möchte, sollten nach und nach Konturen gewinnen. Nun gilt es erst mal, auf die neuen Umstände zu reagieren und irgendwann zurück in die finanzielle wie sportliche Spur zu finden.

Kahn weiter TV-Experte beim ZDF

Die Profis haben auf 20 Prozent ihres Gehalts verzichtet, auch das bestätigte Kahn in seiner Botschaft. Wie es für ihn 2020 weitergeht, steht hingegen noch in den Sternen. Das ZDF ließ gestern verlauten, dass über eine Weiterbeschäftigung als TV-Experte für die EURO, die nun 2021 stattfinden, noch nicht entschieden sei. Ende 2020 sollte mit der Nebentätigkeit ursprünglich Schluss sein – und die volle Konzentration dem FC Bayern gelten.

Das tut sie auch jetzt schon. Kahn ist kreativ, und er will weitergeben, was er an diesem Klub so schätzt. Er forciert dabei aber wie angekündigt die Vernetzung mit allen Mitarbeitern und nicht nur mit jenen in der Vorstandsetage. In einer virtuellen Gruppe können neben arbeitstechnischen Dingen auch Sportvideos, Rezepte und Kinder-Beschäftigungen ausgetauscht werden. Kahn will, dass es allen gut geht. Der Weg zum Boss scheint im Schnelldurchlauf zu gelingen. Auch außerhalb der Säbener Straße hat der 50-Jährige nun endlich etwas zu sagen. Ein erstes Interview mit der Presse ist geführt, es wird dieser Tage veröffentlicht. Es war an der Zeit.

Hanna Raif, Manuel Bonke

Meistgelesene Artikel

Ausstiegsklausel 100 Millionen Euro: FC Bayern angeblich an Lewandowski-Landsmann dran
FC Bayern
Ausstiegsklausel 100 Millionen Euro: FC Bayern angeblich an Lewandowski-Landsmann dran
Ausstiegsklausel 100 Millionen Euro: FC Bayern angeblich an Lewandowski-Landsmann dran
FC Bayern ist sexy: Diese Bilder sind der Beweis
FC Bayern
FC Bayern ist sexy: Diese Bilder sind der Beweis
FC Bayern ist sexy: Diese Bilder sind der Beweis

Kommentare