Rafinha im tz-Interview: "Bin kein Skandalspieler"

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Rafinha sieht sich privat als ruhigen Typ

München - Im tz-Interview spricht Rafinha über seinen Ruf und über seine Lieblingsmusik. Zudem erklärt der Brasilianer, dass er einen speziellen Torjubel plant.

Beim FC Bayern wird neuerdings auch Samba getanzt. Und das alles nur dank eines kleinen Mannes: „Rafa“. So nennen die FCB-Stars Rafinha, den 1,72 Meter kleinen Brasilianer, der das Copa-Cabana-Feeling lebt wie kein Zweiter. Kein Wunder also, dass er diese ganze Lockerheit auch auf den Platz nimmt. Bei Rafa läuft’s: Er hat sich in die Stamm­elf gespielt, macht hinten die Abwehr dicht und schießt vorne sogar Tore. In der tz verrät er nun, dass sein nächster Torjubel etwas mehr auf die Hüften gehen soll…

Herr Rafinha, sind Sie denn auch privat so wild wie bei Ihrem Torjubel?

Rafinha: Ich bin nicht der Typ, der immer rausgeht. Ich bleibe lieber mit meiner Familie zu Hause. Und dann höre ich meine Musik!

Welche Musik genau?

Rafinha: Samba natürlich! Ich höre nur Samba. Und auch andere brasilianische Musik. Das läuft immer bei mir, auch im Auto.

Aber in der Kabine gibt es keine Samba?

Rafinha: Nein, da versteht ja keiner, was gesungen wird.

Haben Sie einen Lieblingsinterpreten?

Rafinha: Da gibt es viele aus Brasilien. Aber Fundo de Quintal sind für mich die Besten. Das ist eine super Gruppe, ich habe auch schon Shows von ihnen miterlebt. Das Lied A Amizade liebe ich besonders.

Und Sie tanzen auch?

Rafinha: Natürlich tanze ich auch (lacht)!

Vielleicht nach dem nächsten Tor?

Rafinha: Wenn ich mich daran erinnere, bestimmt!

Versprechen Sie uns einen Samba-Jubel?

Rafinha: Erst mal muss ich überhaupt spielen und auch ein Tor machen. Aber wenn ich das nächste Mal treffe, dann versuche ich den Samba-Jubel…

Vor Ihrer Verpflichtung durch Bayern gab es skeptische Stimmen. Sie gelten seit Ihrer Zeit bei Schalke auch als schwierig. Vor allem, weil Sie 2008 ohne Erlaubnis des Vereins zu den Olympischen Spielen gefahren sind, um dort mit Brasilien zu spielen.

Rafinha: So ganz stimmt das nicht. Ich habe damals mit dem Verein gesprochen. Die Verantwortlichen haben gesagt: „Du darfst dorthin gehen!“ Zwei Tage vor Abflug hieß es dann: „Du musst bleiben!“ Aber ich war bereits eingeladen, es war alles organisiert. Und die Vereinsbosse hatten mir doch ihr Wort gegeben! Wir sind in der Liga eben doch noch dritter geworden und der Verein wollte mich für die Quali-Spiele zur Champions League dabei haben. Aber ganz ehrlich: Wenn man weiß, wie wichtig es ist, für Brasilien zu spielen, für 200 Millionen Menschen, dieses Gefühl – dann ist es einfach unfair, kurzfristig die Freigabe zu verweigern.

Sie fühlten sich ungerecht behandelt?

Rafinha: Ja klar. Aber im Nachhinein sehen die Leute immer nur, was die Zeitungen schreiben. Niemand kennt die Wahrheit und weiß, dass Schalke sein Wort gebrochen hatte! Das war unfair.

Aber es blieb haften: Sie galten als Quertreiber.

Rafinha: Genau, dabei war es nie so. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nicht eine Geldstrafe bekommen, auch nicht bei Schalke. Niemals. Dabei hieß es oft: Der Rafinha kommt immer zu spät aus dem Urlaub, verpasst den Trainingsauftakt. Das stimmt, aber die Leute auf Schalke wussten immer Bescheid. Ich hatte das immer frühzeitig geklärt. Schließlich muss man doch bedenken: Wenn ich in Brasilien bin und rund zwölf Stunden fliege, dann verliere ich schon durch die Anreise einen ganzen Tag! Deswegen war mit Schalke abgemacht, dass ich einen Tag später komme. Und ich hatte nie ein Problem: Nicht mit Rudi Assauer, nicht mit Josef Schnusenberg, Andi Müller, Slomka, Magath, Rutten, Büskens, Rangnick. Ich habe mich mit allen gut verstanden! Ich hatte nie Probleme mit Trainern.

Vor einem Jahr wurden Ihnen Schwierigkeiten mit Felix Magath nachgesagt.

Rafinha: Was nicht stimmte. Felix Magath ist ein sehr guter Trainer, er bringt den Erfolg mit. Aber bei uns beiden hat es vom System her nicht gut gepasst. Dabei habe ich alle Spiele gemacht, das muss man bedenken. Manche Leute wollen meinen Ruf zerstören. Aber ich bin kein Skandalspieler. Sonst wäre ich doch nicht bei Bayern. Der Verein wird sich gut umgehört haben, ob ich zu ihm passe.

Interview: lop, mic

Die Legionäre der Bayern aus den vergangenen 30 Jahren

In den vergangenen 30 Jahren streiften sich zahlreiche "Legionäre" das Trikot des FC Bayern über. Sehen Sie hier im Überblick, wieviele Spieler aus den verschiedenen Nationen seit der Saison 1981/82 an der Säbener Straße angestellt waren. Die Rangliste führt Brasilien mit zehn Spielern an. Mit eingerechnet ist dabei schon Neuzugang Rafinha. © Sampics
Brasilien (10): Breno, Luiz Gustavo, Lucio, Zé Roberto, Giovane Elber, Paulo Sergio (Bild), Jorginho, Mazinho, Bernardo, Rafinha , Dante © Getty
Niederlande (6): Arjen Robben, Edson Braafheid, Mark van Bommel, Roy Makaay (Bild), Jan Wouters, Raymond Victoria © Getty
Frankreich (6): Franck Ribéry, Willy Sagnol, Valerien Ismael, Bixente Lizarazu, Alou Diarra, Jean-Pierre Papin (Bild) © Getty
Italien (4): Luca Toni, Massimo Oddo, Antonio di Salvo, Ruggiero Rizzitelli (Bild) © Getty
Dänemark (4): Brian Laudrup, Allan Nielsen, Lars Lunde, Sören Lerby (Bild rechts) © Getty
Kroatien (4): Danijel Pranjic, Ivica Olic, Robert Kovac (Bild), Niko Kovac, Mario Mandzukic © Getty
Ghana (3): Sammy Kuffour (Bild), Emanuel Bentil, Christian Saba © Getty
Schweden (3): Patrik Andersson (Bild), Nisse Johansson, Johnny Ekström © Getty
Iran (3): Ali Karimi, Vahid, Hashemian, Ali Daei (Bild) © Getty
Türkei (3): Hamit Altintop, Mehmet Ekici, Berkant Göktan (Bild) © Getty
Belgien (3): Daniel van Buyten, Jean-Marie Pfaff (Bild ganz links), Robert Dekeyser © Getty
Österreich (3): David Alaba, Stefan Maierhofer (Bild), Harald Cerny © Getty
Schweiz (2): Ciriaco Sforza, Alain Sutter (Bild), Shaqiri © Getty
Bosnien-Herzegowina (2): Hasan Salihamidzic (Bild), Zvejzdan Misimovic © Getty
Peru (2): Claudio Pizarro, Paolo Guerrero (Bild) © Getty
Paraguay (2): Julio dos Santos, Roque Santa Cruz (Bild) © Getty
Argentinien (2): Martin Demichelis, José Ernesto Sosa (Bild) © Getty
Wales (1): Mark Hughes © Getty
Ukraine (1): Anatoli Timoschtschuk © Getty
Island (1): Asgeir Sigurvinsson (hier rechts im Dress des VfB Stuttgart) © Getty
Bulgarien (1): Emil Kostadinov © Getty
Kolumbien (1): Adolfo Valencia © Getty
Norwegen (1): Erland Johnsen © Getty
Schottland (1): Alan McInally © Getty
Guinea (1): Pablo Thiam © Getty
Polen (1): Slawomir Wojciechowski © Getty
Sambia (1): Andrew Sinkala © Getty
Tschechien (1): David Jarolim © Getty
Jugoslawien (1): Radmilo Mihajlovic © Getty
USA (1): Landon Donovan © Getty
Japan (1): Takashi Usami (auf Leihbasis) © ap
Kamerun (1): Louis Ngwat-Mahop © Getty
England (1): Owen Hargreaves © Getty
Russland (1): Alexander Karataev (kein Bild vorhanden) © sam

Quelle: tz

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