HSV-Keeper selbstbewusst vor Duell mit Bayern

Adler: "Haben drei Punkte zu verlieren"

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René Adler ist zur Zeit in einer blendenden Form

Hamburg - HSV-Keeper René Adler geht das Duell der derzeit wohl besten deutschen Torhüter mit Manuel Neuer selbstbewusst an.

René Adler fühlt sich in der Form seines Lebens und hat mit seinen Gala-Auftritten im HSV-Tor selbst Manuel Neuer beeindruckt. „Er steht beim HSV im Fokus und hat ausgezeichnete Leistungen gezeigt. Er ist ein großer Rückhalt für die Mannschaft“, lobte Neuer den 27 Jahre alte Neu-Hamburger in der „Sportbild“ (Mittwoch). Vor dem mit Spannung erwarteten Duell der derzeit wohl besten deutschen Keeper im Bundesliga-Hit des HSV gegen Bayern München am Samstag sieht Neuer in seinem nach diversen Verletzungen imponierend zurückgekehrten Vorgänger einen ernsthaften Rivalen im Kampf um die Nummer 1 in der DFB-Auswahl. „Wenn René fit ist, ist er auch ein Kandidat für die Nationalelf.“

In dieser Hinsicht kann Adler nicht klagen. Neben dem normalen Trainingsprogramm absolviert er Athletik- und Sprungkraftübungen, „um die letzten Prozente“ herauszuholen. „Ich habe einen Fitness-Zustand erreicht, den ich noch nie hatte“, sagte der ehrgeizige Schlussmann. Und ergänzte kess: „Es gab noch nie einen besseren Adler als jetzt.“

Diese Spieler wechselten zwischen dem FC Bayern und dem HSV

Armin Eck verließ 1989 den FC Bayern nach 39 Bundesliga-Spielen (zwei Tore) in Richtung Norden. 1995 (nach 129 Bundesliga-Spielen und 19 Toren) ging Eck dann zu Arminia Bielefeld. © AP
Markus Babbel ließ sich 1992 als 20-Jähriger für zwei Jahre zum HSV ausleihen, um Spielpraxis zu sammeln. 1994 kehrte Babbel, nach 60 Bundesliga-Spielen für die Hamburger, als fertiger Spieler nach München zurück. © dpa
Hasan Salihamidzic spielte in der Jugend des Hamburger SV und dann drei Jahre bei den Profis (72 Bundesliga-Spiele, 19 Tore). 1998 schnappten die Bayern zu und verpflichteten „Brazzo“. Das Bürschchen blieb bis 2007 in München (234 Bundesliga-Spiele, 30 Tore). © Schlaf Marcus
Niko Kovac wechselte 2001 vom HSV zu den Bayern. Der Kroate blieb zwei Jahre in München (34 Bundesliga-Spiele, 3 Tore) und wechselte 2003 zu Hertha BSC. © AFP
Stephan Kling spielte bei den Bayern-Amateuren und wechselte ohne Bundesliga-Einsatz im Jahr 2002 zum HSV. Dort kam der Abwehrspieler in zwei Jahren auf 26 Bundesliga-Spiele. Anschließend ging Kling zum 1. FC Saarbrücken. © dpa
Piotr Trochwoski ist gebürtiger Hamburger, spielte aber in der Jugend des FC Bayern. Nach dem Sprung zu den Profis bestritt „Troche“ für die Bayern 13 Bundesliga-Spiele, ehe er 2004 zum HSV wechselte. Dort wurde der Mittelfeldspieler zum Nationalspieler. 2011 wechselte er nach Spanien zum FC Sevilla. © dpa
Daniel van Buyten avancierte seit seinem Wechsel von Manchester City zum HSV im Jahr 2004 zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga. Die Bayern schnappten 2006 zu und verpflichteten den Belgier für zehn Millionen Euro. 2014 beendete van Buyten seine Karriere beim FC Bayern nach insgesamt 158 Spielen. © afp
Paolo Guerrero ging den ähnlichen Weg wie Piotr Trochwoski. Nach dem Sprung aus der Jugend zu den Bayern-Profis (27 Spiele, 10 Tore) wechselte der Peruaner 2007 zum HSV. Dort blieb der "Krieger" bis 2012 (134 Spiele, 37 Tore). © picture alliance / dpa
Marcell Jansen spielte nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach nur eine Saison beim FC Bayern (Saison 2007/2008: 17 Bundesliga-Spiele) und ging dann für zehn Millionen Euro in den Norden. © picture alliance / dpa
Ivica Olic kam im Sommer 2009 zum Nulltarif von Hamburg nach München. Zwischen Februar 2007 und Juli 2009 bestritt der Kroate 78 Bundesliga-Spiele (29 Tore) für die Hanseaten. Für die Bayern erzielte er zwischen 2009 und 2012 13 Tore in 55 Spielen. © dpa
Ze Roberto spielte zwei Mal bei den Bayern (2002 bis 2006 und 2007 bis 2009). In dieser Zeit absolvierte der filigrane Brasilianer 169 Bundesliga-Spiele (14 Tore). Der HSV bot dem Mittelfeldspieler im Sommer 2009 einen Zwei-Jahresvertrag, die Bayern nur einen über ein Jahr: So wechselte Zé nach Hamburg. Dort blieb der Brasilianer bis 2011. © dpa
Julian Green wurde zu Beginn der Saison 2014/2015 für ein Jahr vom FC Bayern an den Hamburger SV verliehen. © MIS

Belegt wird dies mit Zahlen: Im Vergleich aller Liga-Keeper liegt Adler mit zehn vereitelten Großchancen (47,62 Prozent) an der Spitze und mit 78,85 Prozent gehaltener Torschüsse nur knapp hinter Neuer (82,61). Dennoch hält sich Adler bedeckt beim Thema Rückkehr in die DFB-Auswahl, in der er bis vor der WM 2010 in Südafrika einen Stammplatz hatte, den er aber nach einem Rippenbruch an Neuer verlor.

„Ich weiß, dass das deutsche Trainerteam kompetent ist und immer die besten Spieler nominiert. Wenn ich einen Anruf bekommen würde, würde ich mich natürlich riesig freuen, aber wenn nicht, dann wird für mich keine Welt untergehen“, so der ehemalige Leverkusener. Das Verhältnis zum einstigen Schalker und heutigen Münchner Neuer sei kollegial und professionell gewesen, merkte Adler an. „Klar wollten wir beide spielen, aber an dieser Konkurrenzsituation sind wir gewachsen.“

Mit 13 Punkten aus sechs Punktspielen ist der HSV mit Rückhalt Adler vom Tabellenende auf Rang sieben geklettert, doch der Keeper will mehr - auch gegen den Rekordmeister von der Isar, gegen den er in neun Spielen mit Bayer noch nie gewann. Mit dem HSV soll sich das ändern. „Wir haben drei Punkte zu verlieren und wollen gewinnen“, sagte Adler. Sein Ex-Club habe es in München beim 2:1 gerade vorgemacht, dass man es dem FCB „mit einer kompakten Mannschaftsleistung schwermachen kann. Kein Team ist unschlagbar.“

dpa

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