Portugiese jetzt glücklich in Lille

Renato Sanches rechnet mit Bayern und Kovac ab: „Ich wurde gezwungen“

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Renato Sanches und seine Zeit beim FC Bayern: ein Missverständnis. 

Renato Sanches und der FC Bayern: ein Missverständnis. Nun sprach der Portugiese über seine Zeit beim FCB und sparte dabei nicht mit Kritik. 

  • Renato Sanches kommt bei seinem Verein OSC Lille mehr und mehr in Fahrt. 
  • Der Ex-Spieler vom FC Bayern München konnte beim jüngsten Erfolg seiner Mannschaft ein Tor beisteuern und sieht deutlich mehr Spielzeit als noch beim deutschen Rekordmeister. 
  • In einem Interview äußerte sich der Portugiese nun über seine Zeit beim FCB und sparte dabei nicht mit Kritik.  

München - Wie sooft bei Sportlern kochen bei Niederlagen und vor allem bei Erfolgen gerne mal die Emotionen hoch. Insbesondere im Fußball dienen Pleiten meistens dafür, Selbstkritik zu üben oder auch mal die gesamte Mannschaft in die Verantwortung zu nehmen. Erfolge werden dagegen gerne zum Anlass genommen, um mit der Vergangenheit oder dem ehemaligen Arbeitgeber abzurechnen und dabei auch mal Interna auszuplaudern.  

Sanches beim FC Bayern: „Habe einfach nicht die Chance bekommen, die ich verdient hatte“

Eben dies tat der Ex-Bayern-Angestellte Renato Sanches nach dem jüngsten Erfolg seines OSC Lilles in der französischen Ligue 1. Beim 3:0-Sieg über Toulouse war der Portugiese einer der auffälligsten Akteure und erzielte den Treffer zum Endstand. Damit steht der 22-Jährige mittlerweile bei drei Toren in 17 Spielen seit seinem Wechsel von den Bayern zum OSC im vergangenen Sommer. 

Im Interview mit der „L'Equipe“ ließ Sanches seine Zeit beim deutschen Rekordmeister Revue passieren und angesichts seiner sehr geringen Einsatzzeiten und den teils glücklosen Auftritten in München sind seine Erinnerungen an diese Zeit nicht die besten. „Mein Körper passte sich an, ich war bereit für die Bundesliga, für die großen Spiele. Ich habe einfach nicht die Chance bekommen, die ich verdient hatte. Es ist aber Vergangenheit. Heute möchte ich der Welt zeigen, dass ich ein guter Spieler bin“, so Sanches gegenüber der „L'Equipe“. 

Sanches: „Sie gaben mir alles, aber ich wollte nicht dort sein“

Zudem scheint der Europameister von 2016 seine zwischenzeitliche Leihe in die Premier League zu Swansea City in der Saison 2017/2018 noch immer nicht verdaut zu haben. „Es war nicht meine Entscheidung, dorthin zu gehen. Ich wurde gezwungen. Ich habe Respekt vor dem Verein, den Spielern und allen, denen ich dort begegnet bin. Und als ich dort ankam, waren die Leute so freundlich. Ich schätzte ihre Demut. Sie gaben mir alles, aber ich wollte nicht dort sein“, plaudert er aus dem Nähkästchen. 

Aufgrund der wiederkehrenden Unmutsbekundungen des Portugiesen über zu wenig Einsätze hatten sich die Verantwortlichen des FC Bayern dazu entschlossen, Sanches nach England zu verleihen. Ein junges Talent, das Selbstvertrauen und Spielzeit benötigt, in die für ihr schnelles und körperbetontes Spiel bekannte Premier League zu schicken, noch dazu zu einem abstiegsbedrohten Klub, wurde schon damals kritisch beäugt. Dass Sanches laut eigenen Aussagen kein Mitspracherecht bei der Entscheidung gehabt haben soll, gibt der Leihe jedoch nochmal eine ganz andere Note. 

Auch unter Kovac lief es für Sanches unglücklich - „Das war nicht genug“

Sanches lief dann auch nur zwölfmal für den walisischen Klub auf, kehrte dann nach München zurück, wo Niko Kovac als neuer Bayern-Trainer nachgesagt wurde, auf junge Spieler zu bauen. Doch auch unter Kovac schaffte er nicht den Durchbruch. Als ein angebliches Angebot von Paris St.-Germain vorlag, wollte der „Golden Boy“-Gewinner* unbedingt weg - doch ihm wurden von Kovac Steine in den Weg gelegt, mit der Aussicht auf mehr Einsatzzeit wurde er wohl zum Bleiben gebracht. 

„Ich bin geblieben und habe nicht gespielt. Im nächsten Spiel gab er mir nur fünf Minuten. Das war nicht genug. Ich habe meinen Platz in der Nationalmannschaft verloren, ich habe einige meiner Qualitäten verloren. Manche meiner Kollegen fragten mich, warum ich nicht spiele, obwohl ich einer der Besten im Training war“, berichtet Sanches im Interview. 

Unterdessen hat sich Ex-Trainer Kovac im TV ausführlich zu seiner Zeit in München geäußert.

In seiner Zeit beim FC Bayern war Sanches mehr damit beschäftigt, über seine Unzufriedenheit zu klagen. Umso schöner, dass er nun im Moment des Erfolges mit seiner unglücklichen Zeit beim FC Bayern abschließen kann. 

Mehr interessante FC-Bayern-Geschichten finden Sie bei tz.de*

Vor dem Gastspiel beim FC Chelsea wird der FC Bayern an eine andere erfolgreiche Auswärtstour nach London erinnert.*

Ein anderes ehemaliges Top-Talent aus der Bundesliga landete derweil einen kuriosen Volltreffer, ohne ins Tor zu treffen. 

*tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

kus

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