Ribéry droht ein Spießrutenlauf

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Franck Ribéry droht am Dienstag ein Spießrutenlauf.

Paris - WM-Rebell Franck Ribery fürchtet die eigenen Fans vor dem Testspiel der französischen Nationalmannschaft mehr als Gegner Kroatien. Dem Star des FC Bayern droht in Paris ein Spießrutenlauf.

Franck Ribery hatte seine erste schmerzhafte Begegnung im Stade de France bereits am Sonntag. Beim Fußballtennis missglückte dem Star von Bayern München ein Kopfball, Ribery strauchelte, fiel - und stürzte in ein Absperrgitter. Für Ribery war das folgenlose Missgeschick ein Vorgeschmack auf das, was ihn beim Länderspiel mit der französischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Kroatien erwartet. Dann wird es richtig schmerzhaft.

Franck Ribéry: So zaubert, jubelt, scherzt und liebt der Bayern

Franck Ribéry: Seine bisherige Bayernkarriere in Bildern

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Für viele Bayern-Fans ist Franck Ribéry die absolute Nummer 1. Sehen Sie hier einen Streifzug durch das Münchner Leben des Dribblers, auf dem Rasen und abseits des Platzes. © sampics
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Alles auf Rot! Franck Ribéry hat die Stadt München und den FC Bayern länsgt ins Herz geschlossen und kann sich vorstellen seine Karriere in der bayerischen Landeshauptstadt zu beenden. © sampics
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Am 7. Juni 2007 wurde Ribéry zusammen mit Luca Toni als Neuzugang vorgestellt. Daniel van Buyten half dem Franzosen bei der Eingewöhnung. © sampics
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tz-Reporter Tobias Altschäffl im Gespräch mit Ribéry und Daniel van Buyten. Die beiden sind nicht nur Mannschaftskollegen, sondern auch gute Freunde: "Daniel und ich waren von Beginn an auf einer Wellenlänge", so Ribéry zur tz. "Wir leben fast 24 Stunden am Tag zusammen. Daniel gehört bei mir zur Familie." © sampics
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Ribérys Weg führte über Galatasaray Istanbul und... © dpa
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... Olympique Marseille zu den Bayern. © dpa
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Seit Ribéry in München ist, nimmt er es auch mal mit mehreren Gegnern - oder Bällen - auf. Und er verzückt die Bayern-Fans regelmäßig. © dpa
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München hat einen König? Oh ja! © dpa
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Wer mit solchen Fähigkeiten gesegnet ist, kann sich das Bayern-Training auch mal von oben anschauen. © sampics
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Franck Ribéry ganz schick: Auch wenn er kein Model-Typ ist: Sein Charisma ist atemberaubend. © dpa
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Die markante Narbe in seinem Gesicht stammt übrigens von einem Autounfall - Ribéry war damals erst zwei Jahre alt und erlitt schwere Verletzungen. © sampics
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Prost! Das Bayern-Team bei einem Shooting für Paulaner. Fällt Ihnen etwas auf? Richtig: Franck Ribéry hält kein Weißbier in der Hand - denn er ist gläubiger Moslem. © sampics
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Hier betet Ribéry vor Anpfiff am Mittelkreis. © sampics
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Sogar verletzt ist Ribéry zu Scherzen aufgelegt: Als sein Fuß in Gips lag, kickte er eben mit der Krücke. © sampics
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Eine legendäre Aktion leistete sich Oberscherzkeks Franck Ribéry im Mai 2008: Zusammen mit Daniel van Buyten schleicht er sich aufs Dach, wartet, bis Oliver Kahn aus der Kabine kommt ... © sampics
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... und macht den Titan nass. © sampics
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Luca Toni fand's lustig und kringelte sich vor Lachen - und nicht nur er. © sampics
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Ribéry sackt gerne Trikots von Gegnern ein. Die tauschen natürlich gerne mit einem Weltklasse-Spieler. © dpa
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Franck Ribéry ist und bleibt ein Entertainer. Hier hat er Spaß mit dem Bayern-Maskotchen Berni. © sampics
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Für Späße mit seinen (Ex-)Mannschaftskollegen ist er immer zu haben. © sampics
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Privat gibt es für Franck Ribéry nur eine Frau: seine Wahiba, links im Bild. © sampics
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Die Schöne an seiner Seite stammt aus Algerien. © dpa
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Beide sind gläubige Moslems... © dpa
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...und haben zwei gemeinsame Töchter, Hiziya und Shahinez, sowie einen Sohn, Salif. © dpa
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Die Ribérys wohnen in Straßlach. © Jantz
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"Franck ist wirklich auf dem Boden geblieben", adelt ihn Kumpel Daniel van Buyten. "Er ist eine offene Person und hat sich seit er hierher gekommen ist kein bisschen verändert. Auch wenn alle sagen, dass er ein Weltstar ist: Franck ist genau der Gleiche geblieben, er denkt nicht, dass er etwas Besonderes ist." © dpa
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Der Ehrgeiz des Franzosen ist riesig und treibt ihn an. Mit den Bayern will er so viele Titel wie möglich gewinnen. © dpa
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Nach dem Gewinn des Doubles im Jahr 2010 verkündete Franck Ribéry seine Vertragsverlängerung um fünf Jahre. Eine tolle Botschaft für die Bayern-Fans. Das Champions-League-Finale gegen Inter Mailand ging allerdings mit 0:2 verloren. © sampics
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Ein Grund für den Verbleib des Superstars ist das gute Verhältnis zum Vereinspräsidenten Uli Hoeneß. © dpa
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Nach einer verkorksten Saison 2010/11 fliegt der Franzose 2011/12 wieder mit gewohntem Elan und der nötigen Magie über den Platz. © dpa
Auch im zweiten Anlauf konnte Ribéry mit dem FC Bayern aber nicht die Champions League gewinnen. Das "Finale Dahoam" verlor man gegen den FC Chelsea. Nach dem Abpfiff wurde er von Didier Drogba getröstet. © sampics
Besser machte man es ein Jahr später in Wembley. Inm deutschen Duell gegen den BVB behielt man die Oberhand und Ribéry konnte endlich den wichtigsten Pokal auf Vereinsebene in die Höhe stemmen. © sampics
Die Krönung seiner überragenden Saison war die Auszeichnung zu Europas Fußballer des Jahres. Damit hat Ribéry auch eines seiner persönlich größten Ziele erreicht. © AFP
Ribérys  Landsmann Zinedine Zidane traut dem Bayern-Star sogar den Gewinn bei der Wahl zum Weltfußballer zu. Das wäre dann der absolute Höhepunkt in der ereignisreichen Karriere des Franzosen. © sampics / Stefan Matzke

Zumindest für die Psyche des sensiblen Kickers. „Ich glaube, es wird Pfiffe geben“, sagt Ribery vor seinem ersten Auftritt vor heimischem Publikum seit zehn Monaten. Zwischen dem Länderspiel am 26. Mai in Lens gegen Costa Rica und dem Test gegen Kroatien am Dienstag lag die aus französischer Sicht desaströse WM in Südafrika. Ribery tat sich dort als Rebell hervor, er führte die Meuterei gegen den damaligen Nationaltrainer Raymond Domenech mit.

Er wurde aus dem Kreise der Bleus verstoßen, erst am

Samstag

durfte er beim mühsamen 2:0-Sieg in der

EM

-Qualifikation in

Luxemburg

zurückkehren. Zahlreiche der mitgereisten

Fans

pfiffen ihn und den ebenfalls begnadigten Mit-“Verräter“

Patrice Evra

aus. In

St

. Denis warten nun 80.000, um den Rädelsführern des nach

Meinung

vieler Franzosen schändlichsten Teams, das die Grande Nation je hatte, den gebührenden Empfang zu bereiten. „Es wird passieren“, sagt Ribery über den erwarteten Spießrutenlauf, „aber ich muss das akzeptieren und weitermachen.“

Für Ribery wäre es das 50. Länderspiel und „etwas ganz Besonderes“, wie er versichert. Im Vorfeld hat er viel getan, um die Wandlung vom Saulus zum Paulus glaubhaft zu machen. Er hat sich entschuldigt, eigene Fehler eingestanden und sich mit dem Teamkollegen Yoann Gourcuff ausgesprochen, mit dem er bei der WM heftig aneinandergeraten war.

Doch nicht alle Fans nehmen Ribery die Umkehr ab. In den Internetforen der Zeitungen und Fachblätter wimmelt es von bösen Beschimpfungen gegen die Profis, „die das Trikot Frankreichs beschmutzt haben“. Einige Anhänger rufen dazu auf, die Equipe Tricolore von Trainer Laurent Blanc so lange zu boykottieren, wie Ribery und Evra dem Team angehören. In einer Umfrage der Zeitung Le Parisien zeigten sich 72,4 Prozent der Teilnehmer „schockiert“ wegen der Rückkehr der Meuterer.

Blanc, spekulieren einige kundige Beobachter, könnte sich deshalb genötigt sehen, Ribery und Evra zunächst auf die

Bank

zu setzen. Für Evra könnte

Gal Clichy

verteidigen, Ribery einer Rochade im

Mittelfeld

zum

Opfer

fallen, die in etwa so aussehe:

Jeremy Menez

rein, Gourcuff nach vorne,

Samir Nasri von der Mitte

nach rechts für Ribery und

Florent Malouda

von rechts nach links. Auf der ungeliebten rechten Seite halten viele Fachleute Ribery ohnehin für verschenkt.

So oder so - der Empfang für die Rebellen wird ungemütlich, das glaubt auch Evra. „Es wird Buhrufe geben“, sagt er, und fügt wenig diplomatisch an: „Aber die, die pfeifen, sind die ersten, die nach dem Spiel mein Trikot wollen.“

Wie man locker mit offenen Anfeindungen umgeht, lebt Kroatiens Coach Slaven Bilic vor. Dem tragen die Franzosen seit 13 Jahren nach, dass er Blanc um die Teilnahme am WM-Finale 1998 gebracht hat. Blanc sah damals nach einer Ellbogen-Attacke Rot. Auch Bilic erwartet am Dienstag Pfiffe. „Wenn sie mich hassen wollen“, sagt er lakonisch: „Kein Problem!“

sid

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