Neue Verhältnisse in Europa

Riesen-Respekt im Ausland vor Bayern & Co.

Juve
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Neben dem FC Bayern (Foto) steht auch Borussia Dortmund im Halbfinale

München - Während Deutschland und Spanien die Champions League dominieren, liegt Italien am Boden. England rüstet nach einem verlorenen Jahr zur Aufholjagd. Der Respekt im Ausland vor der Bundesliga ist enorm.

In Dortmund, München und im Rest der fußballbegeisterten Republik reiben sie sich die Hände - oder verwundert die Augen. Zwei deutsche Mannschaften im Halbfinale der Champions League? Das gab es noch nie. Während die Bayern und der BVB mit dem FC Barcelona und Real Madrid um die europäische Krone spielen, blicken Italien und England neidisch auf die Bundesliga.

„Der FC Bayern ist ein Klub von einem anderen Planeten“, schrieb die italienische Tageszeitung Repubblica. Die englische Presse bewunderte die Leichtigkeit (Daily Mirror), Dominanz (Daily Mail) und klinische Disziplin (Guardian). Selbst die stolzen Spanier fürchten den frischgebackenen deutschen Meister nach dem Halbfinaleinzug gegen Juventus Turin als „eine Bedrohung“ (Marca).

„In den letzten Jahren ist der Respekt vor dem deutschen Fußball im Ausland größer geworden“, sagte Bayerns Trainer Jupp Heynckes: „Ich kann da besonders von Spanien sprechen. Als ich dort Trainer war, hat der deutsche Fußball da nicht stattgefunden.“

Heynckes hat auch eine Erklärung, warum die Bundesliga den Abstand zu den anderen Top-Ligen aufgeholt hat. „Wir haben viele gute, junge Spieler, viele sehr gute Mannschaften und eine sehr gute Entwicklung. Nicht nur fußballerisch“, sagte der 67-Jährige. Die Stadien seien hochmodern, die Liga sei familienfreundlich: „Auch das spielt eine Rolle. In Italien ist das zum Beispiel ein großes Problem.“

Allerdings nicht das einzige. Schon AC Mailands Präsident Adriano Galliani klagte vor Wochen: „Wir waren ein Luxus-Restaurant, jetzt sind wir eine Pizzeria.“ Nach der 0:2-Pleite in Turin kapitulierte Juves Trainer Antonio Conte: „Die Stars gehen im Moment lieber nach Deutschland, England oder Spanien. Wir müssen daher einfach begreifen, dass viel Arbeit notwendig ist, um wieder dort hinzukommen, wo wir einmal waren.“ Im Moment sehe er keine Möglichkeit, dass eine italienische Mannschaft in den nächsten Jahren die Champions League gewinnen wird.

Das einstige Lire-Paradies hinkt der Entwicklung hinterher. Die Stadien verfallen, die Fans bleiben aus oder fallen immer häufiger negativ auf. Rassistische Ausfälle sind auf den Tribünen längst keine Seltenheit mehr. Auch die Talentförderung hält nicht Schritt mit den Vorbildern aus Deutschland oder Spanien. „Der italienische Fußball ist lahm und dazu verurteilt, es zu bleiben“, sagte selbst Arrigo Sacchi, technischer Verantwortlicher des italienischen Fußballverbandes (FIGC).

Die gesamte Serie A befindet sich in einer Schockstarre. Wo einst Übermut und Größenwahn regierten, werden die Verantwortlichen plötzlich kleinlaut. Die englische Premier League wird die Schmach dieser Saison dagegen nicht auf sich sitzen lassen: Erstmals seit 1996 war kein Klub im Viertelfinale der Champions League vertreten, das Finale in Wembley findet ohne die großen Teams aus London, Manchester oder Liverpool statt.

„Das ist ein gewaltiger Warnschuss für den englischen Fußball“, mahnte Arsenal-Teammanager Arsene Wenger: „Der Rest Europas hat aufgeholt, das müssen wir klar feststellen und für die Zukunft der Premier League mit einbeziehen.“ Die Konsequenzen sind abzusehen, immerhin verfügen die neureichen Klubs in London (Chelsea) und Manchester (City) über mächtige Geldgeber. Selbst Wenger darf sein Arsenal gehörig aufrüsten, wie die Sun am Donnerstag berichtete. Die Premier League wird alles daran setzen, die deutsch-spanische Dominanz im europäischen Fußball zu beenden.

sid

"Eine Borussia zum Verrücktwerden": Pressestimmen zum BVB-Coup

"Eine Borussia zum Verrücktwerden": Pressestimmen zum BVB-Coup

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BVB gegen Malaga
ITALIEN„Corriere dello Sport“: „Eine Borussia zum Verrücktwerden. Sie schaltet Malaga mit zwei Toren nach 90 Minuten aus. Eine sensationelle Aufholjagd, die etwas Unglaubliches hatte.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„La Stampa“: „Das Wunder Borussia, zwei Tore in der Nachspielzeit gegen Malaga.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„La Gazzetta dello Sport“: „Unglaubliche Borussia: Vom 1:2 zum 3:2 in der Nachspielzeit. Eine Schaukel der Emotionen. Desaströs die schottischen Schiedsrichter: Das zweite Tor der Spanier und das Tor zum Sieg der Deutschen waren irregulär. Borussia ist weiter, wie vorhergesagt. Aber wenn jemand zehn Euro auf das 'wie' gesetzt hätte, wäre er jetzt auf dem Weg in die Karibik mit einer Million Euro im Gepäck.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Corriere della Sera“: „Borussia mit dem letzten Atemzug.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Tuttosport“: „Bis zum Schluss. Sensationeller Epilog im Westfalenstadion. Juve, glaub daran. Dass, was Dortmund passiert ist, kann auch im Juventus Stadium geschehen.“ © dpa
BVB gegen Malaga
ÖSTERREICH„Kurier“: „In Top-Form befanden sich gestern die Dortmund-Fans mit ihrer Choreografie vor Spielbeginn. Die Spieler machten es ihnen gleich und zogen mit einem 3:2 über Málaga ins Halbfinale ein. In einem Match, das absolut nichts für schwache Nerven war.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Kronen Zeitung“: „An diesem Abend gingen die schwarz-gelben Stars mit ihrem Trainer Jürgen Klopp durch Himmel und Hölle. Ein Spiel für die Ewigkeit.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Standard“: „Die Brechstange rettete Dortmunds Fest.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Österreich“: „Dortmund-Wunder in letzter Minute.“ © dpa
BVB gegen Malaga
SPANIEN: „El País“: „Grausamer geht es nicht. Der BVB zerstört das große Werk des FC Málaga mit zwei Toren in der Nachspielzeit.“ © dpa
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„El Mundo“: „Brutale Nachspielzeit: Es ist zum Weinen.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Marca“: „Der Fußball ist Málaga etwas schuldig. Zu einer solchen Ungerechtigkeit, wie sie den Andalusiern in Dortmund widerfuhr, fehlen die Worte. Ganz Spanien drängt sich der Eindruck auf, dass der UEFA-Boss Platini etwas gegen diesen Club hat.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„As“: „Schiedsrichter Thompson wirft Málaga aus der Champions League hinaus. Der Schotte schenkt Dortmund den Sieg mit einem skandalösen Abseitstor.“ © dpa
BVB gegen Malaga
"El Sur“ (Málaga): „Raub in Dortmund: Málaga kontrollierte das Spiel und hätte den Sieg verdient gehabt. Aber durch ein klares Abseitstor scheidet das Team aus.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„La Opinión de Málaga“: „Der Schiedsrichter macht dem Traum des FC Málaga ein Ende.“ © dpa
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GROßBRITANNIEN: „The Sun“: „Eine magische Nacht für Klopp und sein Team.“ © dpa
BVB gegen Malaga
"The Daily Mirror“: „Borussia Dortmund ist wiederauferstanden von den Toten.“ © dpa
BVB gegen Malaga
„Daily Mail“: „Die Dortmunder sind die gefeierten Stars von Europa, nachdem sie Málaga die Herzen gebrochen haben - in der dramatischsten Champions-League-Schlussphase seit DEM Spiel 1999. © dpa
BVB gegen Malaga
„The Independent“: „Jürgen-Klopp-Schock bei Dortmunds großartiger Rettung. Nach Borussia Dortmunds dramatischem Champions-League-Viertelfinalsieg war den Deutschen ganz schwindelig vom Erfolg.“ © dpa
Sport: „Episches Dortmund lässt Malaga ohne Belohnung zurück. Santana beerdigt ein Malaga, das stehend und mit allen Ehren starb. Man war dem Halbfinal-Traum sehr nah.“ © AP
Malaga Hoy: „Europa vibriert und weint um Dich. Das war eines der schmerzlichsten Kapitel, die der Sport jemals geschrieben hat. Das wird man nie vergessen können. Diese Narbe wird nicht heilen und bleibt für immer.“ © AP
Diario Sur: „Ein grandioses Malaga erleidet den grausamsten Schlag durch einen Schiedsrichter-Raub. Sie dominierten das Spiel und hätten den Sieg verdient gehabt. Schlimmer geht es nicht.“ © AP

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