Robben: Rumgeeier statt Bekenntnis

+
Arjen Robben: Denkt er an Abschied?

München - Arjen Robben könnte im Fall einer verpassten Champions League-Qualifikation die Bayern verlassen wollen. Nun äußert sich der Superstar zu den Spekulationen - und eiert herum.

Es war in den vergangenen Tagen sehr ruhig am Bayern-Trainingsgelände an der Säbener Straße. Die Nationalspieler waren auf Länderspielreise, nur ein versprengtes Häuflein Bayern-Profis erschien zum Training. Unter ihnen Arjen Robben, der wegen seiner Adduktoren-Probleme nicht zur holländischen Mannschaft gefahren war. Und eben jener Arjen Robben hatte zuletzt für mächtig Wirbel gesorgt. Der Grund: Robben hatte gestanden, überhaupt keine Lust auf die Europa League zu haben – und diese auch nicht spielen zu wollen. Der Verdacht: Robben könnte im Fall der verpassten Champions League-Qualifikation die Bayern verlassen wollen. Nun äußerte sich der Superstar zu den Spekulationen.

Arjen Robben: Die tz auf Spurensuche in seiner Heimat Bedum

So kennen wir Arjen Robben: jubelnd auf dem Spielfeld © sampics
Oder auch mit Ehefrau Bernadien und seiner restlichen Familie abseits des Rasens. © Getty
Aber kennen Sie ihn auch so? Das ist Arjens erster ­Spielerpass bei ­seinem Heimatklub VV Bedum. © Scheeringa
Die tz begab sich auf Spurensuche in Robbens Heimat Bedum: tz-Reporter Jan Janssen (l.) im Gespräch mit Vater Hans Robben © Scheeringa
Hier wohnte die Familie Robben, als Arjen 1984 geboren wurde © Scheeringa
Das Haus der Eltern von Arjen Robben in dessen Heimatstadt Bedum © Scheeringa
Auf dem Arjen-Robben-Platz in Bedum treffen sich der 15-jährige Pim und seine Freunde beinahe jeden Tag zum Kicken © Scheeringa
VV-Boss Edwin van Zanten lud tz-Reporter Jan Janssen auf ein Bier im Vereinsheim des Klubs ein © Scheeringa
Die ganze „Togtemaarschool“ steht im Zeichen ihres berühmtesten Schülers. Überall großformatige Fotos von Arjen Robben, in der großen Halle des Gebäudes wurden Original-Trikots von ihm hinter Glas aufgehängt. „Die hat er uns geschenkt und persönlich mitgebracht“, erzählt sein Grundschullehrer Wim Heemstra. Mit dabei ein Original-Trikot aus Robbens Zeit beim FC Groningen, dazu Trikots von Eindhoven, Chelsea, Real Madrid und natürlich auch ein aktuelles vom FC Bayern. © Scheeringa
Heemstra: „Er saß immer ganz vorne, weil er nicht gerade zu den Größten zählte. Dafür lernte er unheimlich schnell, konnte die meisten Dinge beinahe sofort. Er war Schulmeister im Schach, der Beste im Tennis. Und beim Fußball auf dem Schulhof war es immer das Gleiche: Er nahm sich den Ball, lief an allen vorbei, schoss ein Tor. Die anderen machten Anstoß, er holte sich den Ball – Tor. Und das gleiche wieder von vorne. Er war genial. Das Schönste aber war: Er bildete sich nichts darauf ein.“ © Scheeringa
Arjens erster Verein war die Voetballvereniging Bedum. „Es war damals oft so: Zur Halbzeit führten wir 8:0, achtmal Arjen. Dann sagte ihm sein Vater, er dürfe nur noch mit seinem schwachen Fuß schießen“, erzählt Jaap Heres, der Geschäftsführer des Vereins dem tz-Reporter. © Scheeringa
Das Glück des Klubs: Noch heute erhält die VV Bedum bei jedem Transfer 0,25 Prozent der Ablösesumme als Ausbildungsentschädigung. Allein bei Arjens letztem Wechsel von Real zu Bayern (für 24 Millionen Euro) waren das 60 000 Euro, insgesamt bisher rund 200 000. „Das ist natürlich super. Wir wollen das Geld in einen Kunstrasenplatz investieren“, sagt VV-Präsident Edwin van Zanten. © Scheeringa
Wenn Bedums Bürgermeister Henk Bakker auf den prominentesten Sohn seiner Stadt angesprochen wird, beginnen seine Augen zu glänzen. „Arjen ist unser ganzer Stolz. Wir sind sehr glücklich, dass er aus unserer Stadt kommt – und er so oft er kann auch hierher zurückkehrt, weil ja seine ganze Familie hier wohnt“, sagt Bakker. © Scheeringa
Logisch, dass Arjen zum Ehrenbürger der 10000-Einwohner-Stadt ernannt wurde und im Jahre 2005 auch die goldene Ehrennadel der Stadt bekam. Dank Robben kennt den Namen Bedum in Holland fast jeder – so wie Michael Schumachers Geburtsstadt Kerpen in Deutschland. Bakker schmunzelnd: „Im Grunde ist Arjen mittlerweile ein größeres Wahrzeichen als der schiefe Turm der Walfriduskerk, für den unsere Stadt bisher bekannt war.“ © Scheeringa
Alles Gute, Arjen - und bitte noch viele Titel mit dem FC Bayern © Getty

Frage: Herr Robben, war das ein Missverständnis, oder wollen Sie den Verein verlassen, wenn Platz drei nicht erreicht wird?

Robben: „Ich habe darüber nie etwas gesagt. Ich habe nur immer gesagt: Ich habe keine Lust, in der Europa League zu spielen. Und dabei bleibe ich. Ich habe auch gesagt: Wenn wir die Europa League gewinnen, sagt mir das auch nicht viel! Weil Bayern eine Mannschaft ist, die unbedingt in der Champions League spielen muss.“

Nachfrage: Sie könnten sagen, dass sie in jedem Fall bei Bayern bleiben...

Robben: „Nein, das will ich nicht sagen!“ Erneute Nachfrage: Dann wird aber weiterspekuliert werden…

Robben: „Na und? Ich sage noch mal: Ich fühle mich sehr wohl, und ich will sehr gerne hierbleiben. Aber da hat das nichts mit zu tun.“

Robben eiert rum, ein klares Bekenntnis zum Klub ist das nicht. Doch warum sagt Robben nicht einfach, dass er bleibt – egal was passiert? „Nein, ich habe aus der Vergangenheit gelernt. Man kann nie wissen, was in der Zukunft ist“, sagt Robben.

Die Spekulationen dürften damit also nicht beendet sein. Am Samstag gegen den Tabellenletzten aus Mönchengladbach will Robben wieder auf dem Platz für Furore sorgen. „Ich denke schon, dass ich spielen kann. Ich trainiere wieder mit der Mannschaft und es sind ja noch zwei Tage hin. Dann müsste es gehen“, sagt der Super-Stürmer, „ich habe viel Vertrauen in die Mannschaft. Wir sind gut drauf. Ich glaube, dass wir alle sieben Spiele gewinnen können.“

Klar ist aber auch: Gladbach wird sich teuer verkaufen. „Sie werden um jeden Grashalm kämpfen, das wird nicht leicht“, sagte Stürmer-Kollege Mario Gomez, „aber wir sind von der Qualität her besser und es ist ein Heimspiel. Wenn wir also alles abrufen, gewinnen wir!“

Die Bayern können einen entscheidenden Schritt machen, immerhin spielt der direkte Konkurrent Hannover beim Tabellenführer – und liegt nur zwei Punkte vor. Der Sprung auf Platz drei – an diesem Wochenende könnte er klappen!

Jan Janssen

Quelle: tz

Auch interessant

Meistgelesen

FC Bayern: Transfer von südamerikanischem Außentalent? Salihamidzic mit erster Millionen-Offerte
FC Bayern: Transfer von südamerikanischem Außentalent? Salihamidzic mit erster Millionen-Offerte
Kaiser sieht FCB-Sieg in Arena und bemerkt bei Geisterspiel „keinen Unterschied“
Kaiser sieht FCB-Sieg in Arena und bemerkt bei Geisterspiel „keinen Unterschied“
Hat Nübel mit FCB-Transfer seine Karriere zerstört? Ex-FCB-Kapitän mit niederschmetternder Prognose
Hat Nübel mit FCB-Transfer seine Karriere zerstört? Ex-FCB-Kapitän mit niederschmetternder Prognose
Stimmen Sie ab! Wer war der beste FCB-Star beim Sieg über den BVB?
Stimmen Sie ab! Wer war der beste FCB-Star beim Sieg über den BVB?

Kommentare