Zerreißprobe bahnt sich an

Lewandowski vor Abflug? Das ist die eigentliche Gefahr für den FC Bayern

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Wer setzt sich im Machtkampf durch? Robert Lewandowski (l.) möchte den FC Bayern verlassen, was Uli Hoeneß (M.) und Karl-Heinz Rummenigge gar nicht schmecken dürfte.

Robert Lewandowski will den FC Bayern verlassen. Bislang haben die Klub-Bosse diesen Wunsch stets brüsk abgelehnt. Nun scheint es zum Machtkampf zu kommen, der eine Gefahr für die Roten in sich birgt.

München - Die Worte von Pini Zahavi lassen keinerlei Interpretationsspielraum. „Robert fühlt, dass er eine Veränderung und eine neue Herausforderung in seiner Karriere braucht“, ließ der findige Berater von Robert Lewandowski via Sport Bild verlautbaren. Und: „Die Verantwortlichen des FC Bayern wissen darüber Bescheid.

Damit ist ausgesprochen, was sich in den vergangenen Monaten immer mehr andeutete: Der erfolgreichste Torjäger der vergangenen Jahre will die Roten in diesem Sommer verlassen. Nur deshalb hatte er sich zu Jahresbeginn in die Hände des bestens vernetzten Israelis begeben - bis zum 31. August ist diese Zusammenarbeit terminiert. Spätestens dann soll der Abschied aus München beschlossene Sache sein. So erhofft es sich Lewandowski. Daran besteht nun kein Zweifel mehr.

Causa Lewandowski: Reaktion der Bayern lässt verständlicherweise auf sich warten

Die erste Reaktion aus der Chefetage des FC Bayern lässt auf sich warten. Weder Präsident Uli Hoeneß noch Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge meldeten sich bislang zu Wort. Verständlich angesichts des heiklen Themas. Denn die Bosse haben in der Causa Lewandowski viel zu verlieren - auch ihr Gesicht. Schließlich entgegnen sie den Gerüchten um einen Abgang des wohl wichtigsten Profis im Kader regelmäßig höchst offensiv und mit unmissverständlichen Aussagen.

„Da braucht sich keiner Gedanken zu machen. Er wird auch im nächsten Jahr hier in München spielen“, betonte Rummenigge mehrmals und würde sich sogar auf eine entsprechende Wette einlassen. Und Hoeneß polterte erst vor wenigen Tagen im kicker: „Wir werden der Fußballwelt beweisen, dass der Verein noch immer der Stärkere ist.“ So lief es beim FC Bayern bislang immer und so soll es bitte auch bleiben.

Nur Ballack und Kroos hätten die Bayern halten wollen

Der erfolgsverwöhnte und im Kreis der europäischen Granden spielende Rekordmeister gibt nur Spieler ab, für die er keine Verwendung mehr hat. Zwei Ausnahmen in diesem Jahrtausend bestätigen diese Regel: Michael Ballack wollte nach Ablauf seines Vertrags 2006 unbedingt ins Ausland wechseln, Toni Kroos floh 2014 ein Jahr vor Ende seines Kontraktes - weil es völlig verschiedene Auffassungen über sein künftiges Gehalt gab.

Daran dürfte es bei Lewandowski nicht scheitern. Seine Verlängerung bis 2021 vor anderthalb Jahren wurde dem Polen mit einem jährlichen Salär von kolportierten 15 Millionen Euro versüßt. Auch Zahavi versicherte: „Roberts Beweggründe sind nicht Geld oder ein bestimmter Klub.“ Was die Bayern umso mehr alarmieren müsste, klingt der Satz doch nach: Hauptsache weg!

Robert Lewandowski und der FC Bayern: Zerreißprobe wird mindestens einen Verlierer haben

Entsprechend stehen Profi und Verein vor einer Zerreißprobe. Hier der Star, der im August seinen 30. Geburtstag feiert und sich im fortgeschrittenen Fußballeralter offenbar mit aller Macht auch außerhalb Deutschlands stärker vermarkten will. Dort einer der Big Player im Weltfußball, der nach wie vor alle Fäden in der Hand hält und von keinem anderen Spieler so abhängig ist wie vom quasi konkurrenzlosen Lewandowski. Mindestens eine der beiden Seiten wird am Ende - spätestens Anfang September - als Verlierer dastehen.

Für die Roten besteht die Gefahr dabei vordergründig nicht einmal im sportlichen Verlust. Denn bei der entsprechenden Ablöse sollte sich auf dem Markt ein Ersatz finden lassen, der die Bayern zu weiteren Titeln ballern kann. Schließlich fiel die Triple-Saison noch in die Pre-Lewandowski-Zeit, in wichtigen Champions-League-Spielen tauchte der Knipser zumeist ab. Vielmehr wären die Folgen unabsehbar, müssten Rummenigge und Hoeneß trotz ihrer angriffslustigen Aussagen im Sommer dann doch den Abschied der Nummer neun schönreden. Und so manches Wettangebot kleinlaut zurückziehen.

Weggang Lewandowskis hätte fatale Außenwirkung für den FC Bayern

Die Außenwirkung wäre fatal. Denn andere Topadressen wie die um Lewandowski buhlenden FC Chelsea, Manchester United und Paris St. Germain oder auch der an David Alaba interessierte FC Barcelona hätten plötzlich die Gewissheit: Wenn wir den Bayern einen Spieler abjagen wollen, findet sich schon ein Weg. Und für Lewandowskis aktuelle Teamkollegen wäre es ein Signal nach dem Motto: Wer öffentlich Druck aufbaut, zwingt auch die mächtigen Bosse der Roten in die Knie. Dazu dürfen es Hoeneß und Rummenigge eigentlich nicht kommen lassen.

In unserer Übersicht haben wir alle wichtigen Gerüchte zu Transfers rund um den FC Bayern zusammengefasst.

Marcus Giebel

Er will weg:

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