Der Eklat!

Rummenigge: Offener Bruch mit OB Ude

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Rummenigge kritisierte bei der Meisterfeier Münchens OB Ude.

München - Jubel, Trubel, Kriegszustand. Vor dem Rathaus lagen sich 35.000 Bayern-Fans jubelnd in den Armen – hinter den Mauern krachte es am Samstag gewaltig.

„In der Stunde des Sieges sollen die Spieler feiern und im Mittelpunkt stehen“, erklärte Karl-Heinz Rummenigge in kleiner Runde: „Wir halten uns da zurück.“ Doch eine halbe Stunde nach Weißbier-Duschen und Stern-des-Südens-Harmonie wurden die Rollen getauscht. Mit schnellen Schritten eilte der Bayern-Boss ins altehrwürdige Ausschusszimmer des Rathauses. Auf der Agenda: die Abrechnung mit der Stadt München und OB Christian Ude.

Der Eklat!

Die Stadt-Oberen hatten es sich so schön ausgedacht. Ein silberner Siegerpokal, Eintragung ins Goldene Buch und eine feierliche Rede von Bürgermeister Hep Monatzeder. Der sprach noch die „besten Glückwünsche der Stadt“ aus, lobte den „großartigen Ottmar Hitzfeld“ und „Titan Kahn“. Doch direkt nach ihm sprach Rummenigge – und der Bürgermeister stand wie ein begossener Pudel neben ihm. Mit ernster Miene faltete der Vorstands-Boss erst sein Manuskript auseinander – und dann die Stadt-Oberen zusammen! Als er betonte, er wolle sich „ausdrücklich nicht“ bei der Stadt bedanken, herrschte auf einmal Totenstille im Saal.

Willy Astors Hymne für Hitzfeld

Es war ein emotionaler Abschied für Ottmar Hitzfeld vom FCB. Erst recht, als Willy Astor seine eigens komponierte Abschiedshymne zum Besten gab. Julia Scharf und Michel Marcolesco waren live für Sie dabei.

Rummenigge holte zum Rundumschlag gegen die Stadt und den urlaubenden OB Ude aus. Lange hatte sich der Zorn aufgebaut – sei es wegen des Parkhauses der Allianz Arena, dem Fernbleiben des OB beim Pokalfinale oder der zu geringen Wertschätzung im Allgemeinen. „Diesen Frust musste ich mir von der Seele reden“, sagte Rummenigge später zur tz: „Es war der Zeitpunkt, um Klartext zu sprechen. Was ist das für ein Stil? So kann die Stadt nicht mit uns umgehen.“ Er wolle nicht „die Stimmung der Fans lenken, sondern das bewusst im kleinen Kreis ansprechen“. Rummenigge betonte aber, er wolle Ude „die Hand reichen“. Dieses Angebot schlug der OB mit seiner kühlen Pressemitteilung jedoch aus (siehe unten).

Den Siegerpokal ließen die Bayern im Rathaus ...

ta

Bayerns Meisterfeier: Bewegende Momente

Freudetrunkene Fans und Spieler feierten Bayerns 21. Meistertitel und Abschied von Ottmar Hitzfeld und Oliver Kahn. Julia Scharf und Michel Marcolesco waren für Sie live dabei.

Die Wutrede von Karl-Heinz Rummenigge bei der Meisterfeier:

Sehr geehrter Herr Monatzeder,

als ich das letzte Mal vor zwei Jahren hier zu Ihnen sprechen durfte, habe ich mich für den Empfang der Stadt München bedankt.

Das möchte ich heute ausdrücklich nicht tun.

Die Erklärung ist relativ einfach.

Wenn man von Freunden eingeladen wird...kommt man normalerweise immer sehr gerne.

Ich betone ausdrücklich...zu Freunden...und dies ist hier nicht der Fall. Der Oberbürgermeister gibt uns nicht den Eindruck, dass er ein Freund des FC Bayern ist.

Das ganze Jahr über müssen wir das in den Medien lesen...was man eigentlich über uns denkt. Man hat den Eindruck, der FC Bayern ist ein Übel...das leider auch noch Erfolg hat.

Mich interessiert nicht, dass der Oberbürgermeister im Aufsichtsrat von 1860 sitzt...wenn er denn dort beaufsichtigen und beraten würde. Es ist sowieso nur ein kokettieren mit dem einstigen Rivalen aus rein politischer Kalkulation.

Meine sehr verehrten Damen und Herren der Stadt München.

Ich fordere Sie alle zu einem Umdenken auf- Es kann nicht sein, dass beim DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund kein Vertreter der Stadt München sich vor Ort zu FC Bayern bekennt. Der OB aus Dortmund war da...sogar mit gelbschwarzen Schal. Es kann nicht sein, dass hier Jahr für Jahr der FC Bayern das werbeträchtigste Unternehmen der Stadt München ist, noch weit vor dem Oktoberfest...und man den Eindruck gewinnt...es interessiert hier bei Stadtspitze keinen.

Fahren Sie mal nach Thailand, China oder auch nur in die Nähe nach Italien oder Frankreich und erkundigen Sie sich über den Stellenwert und die Anerkennung von Bayern München. Es kann nicht sein, dass wir von der Stadt in ein Parkhausinvest bei der Allianz Arena genötigt wurden. Um dieses Invest dann zu finanzieren, müssen wir die Preise erhöhen und die werden dann noch höhnisch kritisiert.

Lesen Sie außerdem:

Die Schale! - Standing Ovations für Kahn

Es kann nicht sein, dass uns die Stadt München auf den Rathausbalkon einlädt und der Oberbürgermeister macht Urlaub auf Mykonos. Vermissen werden ihn unsere Fans nicht...aber aus Respekt und auch aus Anstand hätte er hier anwesend sein müssen. Damit muss Schluss sein. Ein für alle mal.

Verändern Sie ihre Haltung Herr Ude und vor allem ihre Politik gegenüber dem FC Bayern. Werden Sie dem FC Bayern gegenüber gerecht.

Ich reiche Ihnen hier und heute die Hand dazu...es liegt ab sofort an Ihnen.

Vielen Dank

OB Udes Reaktion auf die Attacke:

„Es zeigt ein seltsames Verständnis von Taktgefühl, wenn man eine Einladung annimmt, um dann den entschuldigten und vom Bürgermeister vertretenen Gastgeber öffentlich zu rüffeln.

Beim DFB-Pokalfinale in Berlin konnte ich – ebenso wie der bayerische Ministerpräsident – wegen längst vereinbarter Termin nicht dabei sein; am vorletzten Finale des FCB hatte ich aber ebenso wie bei den vorangegangenen 7 (!) Meisterfeiern auf dem Rathausbalkon teilgenommen.

Die angeblich fehlende Wertschätzung der Stadt für den FC Bayern kam in der städtischen Stadionpolitik eindrucksvoll zum Ausdruck.

Die Stadt München hat, obwohl ihr dadurch jährlich einige Millionen Euro an Einnahmen für das Olympiastadion verloren gehen, dem FC Bayern seinen zentralen und jahrelang mit Nachdruck vertretenen Wunsch erfüllt, einen Stadionneubau zu ermöglichen.

Die Stadt hat dafür Grund und Boden bereitgestellt, Betriebe abgesiedelt, Baurecht geschaffen, für architektonische Qualität gesorgt und die Verkehrsanbindung in Rekordzeit hergestellt. Der Steuerzahler hat dafür insgesamt 200 Millionen Euro aufgebracht – und da beklagt sich der FC Bayern über fehlende Unterstützung durch die Politik.

Den einzigen aktuellen Konfliktpunkt zwischen Stadt und FC Bayern-Vorstand hat Karl-Heinz Rummenigge nur angedeutet: Der FC Bayern bedrängt mich seit Jahren, die Stadt solle ihm das Stadion-Parkhaus abkaufen, weil er so seine Finanzierungskosten senken möchte.

Ich musste dies ablehnen, weil

- der Bürgerentscheid zum Stadionbau, den der FC Bayern selbst aktiv unterstützt hat, ausdrücklich die private Finanzierung des Parkhauses vorschreibt,

- das europäische Beihilferecht es der öffentlichen Hand verbietet, Privatunternehmen Kostenlasten abzunehmen,

- nach den 200 Millionen Euro für die Verkehrsanbindung des Stadions nunmehr der Breitensport, die Kinderbetreuung, der Schul- und Wohnungsbau sowie der Stadtverkehr uneingeschränkte Priorität haben müssen.

Die unabhängig von diesem Konflikt bestehende Wertschätzung der Stadt zeigt sich beispielhaft aber auch in der Aufnahme von Franz Beckenbauer in das Festkuratorium zum Stadtjubiläum, in dem beispielsweise ein Nobelpreisträger, die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, ein bayerischer Staatsminister, der Weihbischof, die Regionalbischöfin und die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde sowie der Chef des Hauses Wittelsbach vertreten sind. Leider konnte Franz Beckenbauer als einziger an keiner einzigen Kuratoriumssitzung teilnehmen. Für Terminschwierigkeiten vielbeschäftigter Persönlichkeiten hat die Stadt aber immer Verständnis.“

Große Emotionen und die Schale - Das Saisonfinale des FC Bayern

Große Emotionen und die Schale - Das Saisonfinale des FC Bayern © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © 
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Endlich! Der FC Bayern hat die Schale! Legende Katsche Schwarzenbeck überreichte dem Meisterteam die Trophäe. © dpa
Endlich! Der FC Bayern hat die Schale! Legende Katsche Schwarzenbeck überreichte dem Meisterteam die Trophäe. © dpa
Endlich! Der FC Bayern hat die Schale! Legende Katsche Schwarzenbeck überreichte dem Meisterteam die Trophäe. © dpa
Endlich! Der FC Bayern hat die Schale! Legende Katsche Schwarzenbeck überreichte dem Meisterteam die Trophäe. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Endlich! Der FC Bayern hat die Schale! Legende Katsche Schwarzenbeck überreichte dem Meisterteam die Trophäe. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Beim letzten Saisonspiel gegen Hertha BSC Berlin (4:1) bekamen Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld einen emotionalen Abschied nach Maß. © dpa
Luca Toni freute sich nach 24 Saisontoren über die Torjägerkanone. © dpa
Oliver Kahn (hier mit Bastian Schweinsteiger) tauschte mit Schiedsrichter-Legende Dr. Markus Merk, der ebenfalls das letzte Mal bei einem Bundesligaspiel auf dem Platz stand, die Leiberl. © dpa
Die Fans auf dem Marienplatz erwarten jubelnd die Ankunft der Mannschaft. © dpa

Quelle: tz

Quelle: tz

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