Brazzo vor CL-Hit

"Das Bayern-Spiel gegen Juve kommt zu früh"

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Der Mann kennt sich aus: Brazzo Salihamidzic spielte schon für Bayern, Hamburg und Juventus

München - Hasan Salihamidzic spielte für den FC Bayern und den HSV. Er spricht über das Duell und den anstehenden Champions-League-Hit gegen Juventus, der seiner Meinung nach zu früh kommt.

Er spielte insgesamt vier Jahre für den HSV, neun beim FC Bayern und wiederum vier in Italien bei Juventus Turin. Zudem ist Hasan Salihamidzic eng mit HSV-Coach Thorsten Fink befreundet.

Keine Frage, für die kommenden Tage gibt es keinen besseren Experten als den ehemaligen Offensiv-Allrounder, der mittlerweile für Sky die Spiele analysiert.

Der Bosnier spricht mit der tz über…

…seine Freundschaft zu Thorsten Fink:

Wir verstehen uns super, haben viel Kontakt. Auch in Hamburg bin ich immer wieder gerne. Wenn einer in München einen Punkt holen sollte, dann würde ich es Thorsten gönnen und mich für ihn freuen. Am liebsten wäre es mir allerdings, wenn die Bayern alles gewinnen.

…die Entwicklung beim Hamburger SV:

Thorsten Fink hat die Mannschaft am Abgrund übernommen und bislang sehr gute Arbeit geleistet. Der HSV ist auf dem richtigen Weg. Das ist sehr positiv. Noch fehlt aber die Konstanz. Ein Sieg in Dortmund und dann nur ein Punkt aus den Heimspielen gegen Fürth und Augsburg – das ist manchmal schwer zu verstehen.

Diese Spieler wechselten zwischen dem FC Bayern und dem HSV

Armin Eck verließ 1989 den FC Bayern nach 39 Bundesliga-Spielen (zwei Tore) in Richtung Norden. 1995 (nach 129 Bundesliga-Spielen und 19 Toren) ging Eck dann zu Arminia Bielefeld. © AP
Markus Babbel ließ sich 1992 als 20-Jähriger für zwei Jahre zum HSV ausleihen, um Spielpraxis zu sammeln. 1994 kehrte Babbel, nach 60 Bundesliga-Spielen für die Hamburger, als fertiger Spieler nach München zurück. © dpa
Hasan Salihamidzic spielte in der Jugend des Hamburger SV und dann drei Jahre bei den Profis (72 Bundesliga-Spiele, 19 Tore). 1998 schnappten die Bayern zu und verpflichteten „Brazzo“. Das Bürschchen blieb bis 2007 in München (234 Bundesliga-Spiele, 30 Tore). © Schlaf Marcus
Niko Kovac wechselte 2001 vom HSV zu den Bayern. Der Kroate blieb zwei Jahre in München (34 Bundesliga-Spiele, 3 Tore) und wechselte 2003 zu Hertha BSC. © AFP
Stephan Kling spielte bei den Bayern-Amateuren und wechselte ohne Bundesliga-Einsatz im Jahr 2002 zum HSV. Dort kam der Abwehrspieler in zwei Jahren auf 26 Bundesliga-Spiele. Anschließend ging Kling zum 1. FC Saarbrücken. © dpa
Piotr Trochwoski ist gebürtiger Hamburger, spielte aber in der Jugend des FC Bayern. Nach dem Sprung zu den Profis bestritt „Troche“ für die Bayern 13 Bundesliga-Spiele, ehe er 2004 zum HSV wechselte. Dort wurde der Mittelfeldspieler zum Nationalspieler. 2011 wechselte er nach Spanien zum FC Sevilla. © dpa
Daniel van Buyten avancierte seit seinem Wechsel von Manchester City zum HSV im Jahr 2004 zu einem der besten Verteidiger der Bundesliga. Die Bayern schnappten 2006 zu und verpflichteten den Belgier für zehn Millionen Euro. 2014 beendete van Buyten seine Karriere beim FC Bayern nach insgesamt 158 Spielen. © afp
Paolo Guerrero ging den ähnlichen Weg wie Piotr Trochwoski. Nach dem Sprung aus der Jugend zu den Bayern-Profis (27 Spiele, 10 Tore) wechselte der Peruaner 2007 zum HSV. Dort blieb der "Krieger" bis 2012 (134 Spiele, 37 Tore). © picture alliance / dpa
Marcell Jansen spielte nach seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach nur eine Saison beim FC Bayern (Saison 2007/2008: 17 Bundesliga-Spiele) und ging dann für zehn Millionen Euro in den Norden. © picture alliance / dpa
Ivica Olic kam im Sommer 2009 zum Nulltarif von Hamburg nach München. Zwischen Februar 2007 und Juli 2009 bestritt der Kroate 78 Bundesliga-Spiele (29 Tore) für die Hanseaten. Für die Bayern erzielte er zwischen 2009 und 2012 13 Tore in 55 Spielen. © dpa
Ze Roberto spielte zwei Mal bei den Bayern (2002 bis 2006 und 2007 bis 2009). In dieser Zeit absolvierte der filigrane Brasilianer 169 Bundesliga-Spiele (14 Tore). Der HSV bot dem Mittelfeldspieler im Sommer 2009 einen Zwei-Jahresvertrag, die Bayern nur einen über ein Jahr: So wechselte Zé nach Hamburg. Dort blieb der Brasilianer bis 2011. © dpa
Julian Green wurde zu Beginn der Saison 2014/2015 für ein Jahr vom FC Bayern an den Hamburger SV verliehen. © MIS

…die Europacup-Träume der Hamburger:

Viele Vereine schielen dort hin. Der HSV gehört dazu. Ich würde es den Hamburgern wünschen. Um wieder dauerhaft dort oben mitzumischen, muss die Mannschaft aber einfach noch mit ein paar Spielern verstärkt werden.

…das Bayern-Spiel gegen Juventus Turin am kommenden Dienstag:

Das wird ein richtig enges Ding. Für mich kommt diese Paarung eigentlich auch zu früh. Das wäre eher etwas für das Finale gewesen. Juventus hat sich in den letzten zwei Jahren unglaublich entwickelt. Sie zu knacken, wird eine schwere Aufgabe. Bayern ist für mich leichter Favorit, aber es wird nur mit einer Topleistung gehen.

tz

Bayern-Gegner Juve im Porträt: Der Däne und die "Atom-Ameise"

Bayern-Gegner Juve im Porträt
Juventus Turin hat sich gegen Celtic Glasgow fürs Viertelfinale der Champions League qualifiziert, wo die Italiener nun auf den FC Bayern treffen. Wir stellen Ihnen den italienischen Rekordmeister vor: © Getty
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Juve ist wieder wer! Nach dem zwischenzeitlichen Zwangsabstieg in die Serie B steuert die Alte Dame in der Serie A in dieser Saison zielsicher auf die Titelverteidigung zu. Seit dem 2. Spieltag ist Juve Tabellenführer. Der Scudetto ist den Turinern kaum noch zu nehmen. © Getty
Bayern und Juve, da war doch was? Zum letzten Mal sind beide Teams 2009 in der Gruppenphase der Champions League aufeinandergetroffen. Dem 0:0 in München folgte ein 4:1-Sieg der Bayern in Turin. © Bongarts/Getty Images
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Mittlerweile haben die Turiner ein neues Stadion. Seit September 2011 finden die Heimspiele im Juventus Stadium statt, wo die Stimmung wie fast allerorts in Italien beeindruckend ist. Kommen wir zum aktuellen Kader: © Getty
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Er hält und hält und hält ... Gianluigi Buffon ist der VW Käfer unter den internationalen Toptorhütern. Der 35-Jährige hat seine ganze Karriere bei Juventus Turin verbracht, wo er wie in der italienischen Nationalmannschaft seit 2001 zwischen den Pfosten steht. Optisch schreckt "Gigi" - ganz Italiener - auch nicht vor grellen Trikotfarben zurück. © Getty
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Auch Mittelfeldzauberer Andrea Pirlo, mittlerweile 33 Jahre alt, hat es immer noch drauf. Seit 2011 spielt die Vereinslegende des AC Mailand bei Juve. Gefürchtet sind immer noch die Standards des Mittelfeldstrategen. © Getty
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Sieht ein wenig nach Firmung aus, ist aber ein ganz normaler Torjubel bei Juventus Turin. Der Däne Nicklas Bendtner (1,91 Meter) legt seinem Sturmpartner Sebastian Giovinco (1,64 Meter) anerkennend die Hand auf. © Getty
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Wegen seiner Statur in Kombination mit seiner Spielweise wird Giovinco in Anlehnung an eine Zeichentrickfigur aus den Sechzigern liebevoll-martialisch "Atom-Ameise" genannt. © Getty
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Großer Name, kleine Leistung: Nicolas Anelka hat erst ein Liga-Spiel in dieser Saison bestritten und ist nur noch Ergänzungsspieler. Die Karriere des 34-jährigen Franzosen neigt sich dem Ende entgegen. © Getty
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Trainer der Turiner ist seit 2011 Antonio Conte, der vorher den AC Siena anleitete. © Getty
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Ausfallen muss leider das Wiedersehen mit Ex-FC-Bayern-Innenverteidiger Lucio, der Juve im Winter verlassen hat und mittlerweile beim FC Sao Paulo in seiner brasilianischen Heimat spielt. © Getty

Quelle: tz

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