Sejad Salihovic im tz-Interview

"Wir brauchen einen Sahnetag"

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Sejad Salihovic (li.) steht seit 2006 im Kader der Hoffenheimer

München - 2008 wurde 1899 Hoffenheim Herbstmeister. Sejad Salihovic war damals schon mit dabei. Vor der Partie am Samstag nahm sich Zeit für ein Interview mit der tz.

Wenn sich ein Spieler der TSG 1899 Hoffenheim mit dem Attribut Urgestein schmücken darf, dann wohl nur Sejad Salihovic (29). Der Aufstieg 2008, der kurzweilige Ausflug an die Bundesligaspitze, die Abstiegskämpfe und natürlich das löchrige Tornetz – der Bosnier hat in Sinsheim schon so gut wie alles durchgemacht. Bis auf eine Sache: In seinen sieben Jahren bei der TSG hat „Sali“ noch nicht einmal die Bayern bezwungen. Am Samstag (15.30 Uhr bei uns im Live-Ticker) will er nun den nächsten Versuch starten. Wenn die Netze halten…

Herr Salihovic, haben Sie sich bereits mit dem Platzwart unterhalten, damit am Samstag gegen die Bayern ein intaktes Netz im Hoffenheimer Tor hängt?

Salihovic: Nein, dieses Thema ist bei uns durch. Da haben sich jetzt viele geäußert, in der Kabine liegt der Fokus aber auf dem Bayernspiel.

Sieben Jahre stehen Sie nun in Hoffenheim unter Vertrag. Wie blicken Sie auf diese Zeit zurück?

Salihovic: Es ging immer rauf und runter, vor allem in den letzten Jahren. Da war schon einiges los im Verein, wir hatten viele Trainerwechsel, aber man darf auch die schönen Zeiten nach dem Aufstieg nicht vergessen. Ich habe alles mitmachen dürfen. Aber vor allem das letzte Jahr hat uns alle sehr viel Substanz gekostet, das war nicht einfach. Am Ende haben wir aber dann doch noch das Ruder herumgerissen, und mit Markus Gisdol ist jetzt ein Trainer da, der dem Verein wieder seine Bodenständigkeit zurückgegeben hat. Das hat der Klub gebraucht.

Was lief davor falsch?

Salihovic: Es wurden ja immer irgendwelche Ziele vorgegeben, die in meinen Augen für unseren Klub falsch waren. Der Verein muss sich erst mal in der Bundesliga etablieren, das hat oberste Priorität.

Das Wort Europa wird also auch trotz des tollen Bundesligastarts (derzeit Platz neun, zwei Punkte auf die Europa-League-Plätze) nicht in den Mund genommen?

Salihovic: Das wäre einfach falsch. Wir sind gut in die Saison gestartet, und so wollen wir weitermachen. Jetzt über irgendwelche Ziele zu sprechen, wäre falsch. Die Saison wird auch so schwer genug.

Erinnern Sie sich dennoch manchmal an die Zeit, als die TSG den Bayern die Herbstmeisterschaft streitig gemacht hat?

Salihovic (lacht): Da hat alles gepasst, jeder Schuss saß, der Vedad Ibisevic stand immer richtig. Es war eine sehr schöne Zeit, an die ich mich immer sehr gerne zurückerinnere. Wer weiß: Vielleicht kehrt sie ja irgendwann wieder zurück.

Befürchten Sie, dass es diesmal einseitiger wird?

Salihovic: Das kann schon passieren, Bayern spielt ja derzeit in einer anderen Liga. Wir müssen da schon einen Sahnetag erwischen. Aber jede Mannschaft ist schlagbar, und mir ist egal, ob Bayern, Dortmund oder wer auch immer kommt – ich will die schlagen!

Haben Sie sich schon den ein oder anderen Tipp von Tom Starke geholt?

Salihovic: Nein, wir haben leider wenig Kontakt.

Vielleicht mal bei Luiz Gustavo durchklingeln?

Salihovic (lacht): Gute Idee, das mache ich!

Trotzdem: Die Stimmung auch bei Bayern nicht immer die beste. Vor allem nicht, wenn es um Elferschützen geht…

Salihovic: So schlimm ist das jetzt auch nicht, meiner Meinung nach wurde das etwas zu hoch geschaukelt.

Gäbe es die Diskussion, wenn Sejad Salihovic in München spielen würde.

Salihovic (lacht): Nein, ich denke nicht!

Interview: lop

Quelle: tz

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