Angreifer kennt keine Sentimentalitäten

Wagner feiert kuriosen Toreinstand - und stichelt gegen DFB-Konkurrenten

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Sandro Wagner hat ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub getroffen.

Sandro Wagner hat gegen seinen Ex-Klub auf elegante Art und Weise getroffen - und einen Gruß an seinen DFB-Konkurrenten gesendet.

München - Recht viel erotischer kann man ein Tor eigentlich nicht erzielen. Sandro Wagner war gegen seine alten Kollegen aus Hoffenheim erst sechs Minuten auf dem Platz, da verwertete er eine Flanke von Rafinha mit einem Hüftstoß, den man sonst eher aus lateinamerikanischen Partnertänzen kennt.

„Es war so eine Mischung in dem Bereich“, sagte Wagner nach der Partie mit Blick auf seine Lendengegend. Großes Gelächter. „Aber ich möchte da nicht näher darauf eingehen. Kann sein, dass mein bestes Stück auch dabei war. Ich bin mir nicht sicher, es ging ja alles so schnell. Aber es war sehr angenehm.“

Keine Sentimentalitäten beim Tor-Jubel

Zumal es ja auch sein erstes Tor für Bayern war. Und das auch noch gegen seine alten Hoffenheimer, was beim 30-Jährigen allerdings keine Sentimentalitäten hervorrief. Aus Respekt vor den ehemaligen Kollegen auf Torjubel verzichten? Nicht sandrolike! Wagner: „Ich juble gegen jedes Team, gegen das ich spiele. Ganz egal, ob ich da ein Jahr war oder meine Mama oder mein Papa es trainiert. Es ist mir wurscht. Ich mache ein Tor und freue mich.“ Wenn auch nicht allzu überschwänglich. „Ich könnte mich vor euch feiern, das mache ich aber an anderer Stelle mal. Wir hätten so oder so gewonnen.“

Nüchtern, selbstbewusst und effektiv – so lässt sich der „beste deutsche Stoßstürmer“ (Sven Ulreich) ganz gut beschreiben. Qualitäten, die auch ein gewisser Jogi Löw schätzen dürfte. Dem Bundestrainer ist bestimmt auch nicht entgangen, dass Wagner nach exakt 30 Minuten erstmals für Bayern genetzt hat – und Wagner wiederum weiß, dass er genau diese Mini-Einsätze für seinen WM-Traum nutzen muss. „Die Stellenausschreibung war ja klar. Ich kann lesen und wusste, dass ich auch in wenigen Minuten Chancen bekomme und Tore machen kann“, sagte er. „Ob ich sie mache, liegt dann an mir.“

Klarer Seitenhieb auf Gomez

Eine Einstellung, mit der auch Stürmer-Vorgesetzter Robert Lewandowski ziemlich gut leben kann. So wie Wagner traf auch der Pole beim 5:2 gegen die TSG und freute sich nach Schlusspfiff auch sehr über das Tor seines neuen Knipserkollegen. „Das ist bestimmt ein super Gefühl, für ihn war es bestimmt ein großer Traum“, meinte der 29-Jährige. „Wir haben jetzt mehr Optionen in der Offensive. Auch wenn die Leistung nicht perfekt ist, können wir flexibel sein. Der Trainer hat mehr Optionen.“ Zum Beispiel ein System mit zwei Spitzen, wie es Samstag die letzten Minuten über zu sehen war.

Sandro Wagner sind andere Optionen derweil mindestens genauso wichtig: seine WM-Optionen. Sechs Tore für die Nationalmannschaft, sechs für Hoffenheim und nun auch eines für die Bayern – so sieht Wagners Bilanz aktuell aus. „Meine Aufgabe ist es, Tore zu schießen. Ich freue mich, wenn das klappt und hoffe, dass es auch die nächsten Wochen und Monate so gut klappt“, so der Münchner und fügte noch spitzbübisch hinzu: „Für einen Stürmer ist es schon gut, wenn er trifft und sein Konkurrent nicht trifft.“ Mit den besten Grüßen an Mario Gomez…

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