"Die werden einiges hören"

Shaq kündigt Neckereien für Kollegen an

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Xherdan Shaqiri (l.) beim Jubel nach dem Tor

Basel - Nach dem überraschenden Sieg seiner Schweizer gegen Brasilien wollte Xherdan Shaqiri nicht still feiern. Er kündigte Neckereien für die Bayern-Kollegen an.

Wenn der David den Goliath bezwingt, könnte man eigentlich schon mal ausflippen vor Freude. Doch die Schweizer Fußball-Nationalmannschaft bemühte sich nach dem Coup gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien eher darum, den Ball trotz aller Emotionen flach zu halten. Das 1:0 (0:0) gegen die Selecao sei toll, doch Anfang September gegen Island zählt es wirklich. „Der Sieg gibt Selbstvertrauen, aber die WM-Qualifikation ist viel wichtiger. Der Druck wird ein ganz anderer sein“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.

Die mahnenden Worte haben vielleicht eine bittere Erfahrung zum Hintergrund, die drei Jahre zurückliegt. Schon einmal barg nämlich ein grandioser Moment der Eidgenossen gegen einen scheinbar Übermächtigen ein schlechtes Omen in sich. Dem Überraschungssieg gegen den späteren Titelträger Spanien im ersten Gruppenspiel bei der WM 2010 in Südafrika folgten zwei schwache Auftritte und das frühzeitige Aus. Derzeit führt die Schweiz die WM-Qualifikationsgruppe E an.

Auch Hitzfelds Spieler äußerten sich nach dem ersten Gefühlsrausch zurückhaltend. „Schön, dass wir gewonnen haben. Aber wichtig ist das Spiel in drei Wochen gegen Island. Dort müssen wir drei Punkte holen“, sagte Abwehrspieler Stephan Lichtsteiner von Juventus Turin. „Wir sind immer noch die kleine Schweiz. Aber man hat gesehen, dass wir uns spielerisch weiterentwickelt haben“, fügte der sehr auffällige FC-Bayern-Profi Xherdan Shaqiri an.

Shaqiri kündigt Neckereien an

Für die Zukunft wollen die Schweizer bescheiden bleiben - doch zumindest ein bisschen Spaß gönnte sich Shaqiri. Nach dem Triumph kündigte er fiese Neckereien seiner Bayern-Kollegen an. Schließlich war der Sieg der Schweizer gegen die Brasilianer auch einer von Shaqiri gegen Dante und Luiz Gustavo. Das Trio sollte laut SZ gemeinsam von Basel nach München zurückfliegen. "Die werden schon einiges hören von mir", kündigte der Schweizer "Kraftwürfel" Shaqiri an.

Kurioses zwischen Himmel und Erde

Kurioses zwischen Himmel und Erde

lustige Funksprüche zwischen Cockpit und Tower © DPA
lustige Funksprüche zwischen Cockpit und Tower © Dpa
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Hitzfeld bremst die Euphorie ansonsten - er hat sicher keine Lust auf eine ähnliche Episode wie 2010, sieht seine Mannschaft aber auch dagegen gewappnet. Mit dem damaligen Team sei seine Elf nicht mehr zu vergleichen. „Wir sind weiter als damals, auch deshalb, weil wir junge und technisch beschlagene Spieler in die Nationalmannschaft eingebaut haben“, sagte der frühere Erfolgstrainer von Borussia Dortmund und Bayern München.

Naturgemäß hielt sich die Schweizer Presse in ihrer Begeisterung weniger zurück. „Wir sind die roten Brasilianer“, jubelte das Boulevardblatt Blick. Die Neue Zürcher Zeitung sah einen forschen und entschlossenen Auftritt: „Mit dem Selbstbewusstsein von Weltmeistern“, titelte sie. Und auch die Tageszeitung 20 Minuten feierte mit: „Ausgetanzt - Nati bläst Samba-Kickern den Marsch“.

Nun war diese Einschätzung wohl etwas übertrieben, die Schweiz spielte Brasilien ja nicht etwa an die Wand und brauchte schließlich auch ein sehenswertes Kopfball-Eigentor von Dani Alves (48.) zum Sieg. Doch fraglos vereinte die Hitzfeld-Elf phasenweise defensive Stabilität und offensive Kreativität in einer bemerkenswert ausbalancierten Mischung.

Superstar Neymar erlebte in Basler St.-Jakob-Park derweil einen Vorgeschmack auf die Art, mit der ihm seine Gegenspieler in Europa künftig begegnen werden. Das begnadete Offensivtalent wurde durch robusten Körperkontakt weitgehend aus dem Spiel genommen, reagierte darauf divenhaft und griff selbst zu unsauberen Mitteln. Neymar grätschte Lichtsteiner um und löste eine Rangelei aus.

Nach dem Spiel klagte der Neuzugang des FC Barcelona aber nur über das Auftreten der Schweizer. „Sie haben uns viel gefoult und oft getreten. Gegen solche Teams ist es schwierig zu spielen“, motzte der 21-Jährige. Die Niederlage der Selecao sah Neymar gelassen. „Wir haben noch einige physische Defizite. Ich glaube, wir werden uns in den nächsten Spielen steigern“, sagte er.

Trainer Luiz Felipe Scolari ließ sich 45 Tage nach dem Triumph beim Confed Cup gar nicht auf eine Diskussion ein. Und rund zehn Monate vor Beginn der Heim-WM (12. Juni bis 13. Juli) beschwichtigte auch Bayern Münchens Verteidiger Dante: „Bei uns fehlt noch der Rhythmus.“

sid

Guga, Paolo, Pep: Die Spitznamen der Bayern-Stars

Schnapper, Paolo, Pep: Die Spitznamen der Bayern-Stars

Spitznamen haben natürlich auch die Bayern-Stars - ob im Team oder in der Öffentlichkeit. Bei einigen wie Holger Badstuber oder Toni Kroos ist übrigens kein Spitzname bekannt. Ansonsten erfahren Sie hier, wie die Profis noch so heißen. © M.I.S.
Manuel Neuer: Manu ist der gängige Spitzname für den Keeper, vor allem zu Schalker Zeiten wurde er aber auch als Schnapper bezeichnet. © AFP
David Alaba: Alabasi wird der Österreicher noch genannt. © M.I.S.
Jerome Boateng: Boa - das war ja einfach. © AFP
Rafinha: Sein Name lässt sich in Rafi abkürzen. Auch Giftzwerg hängt ihm nach. © M.I.S.
Dante: Doktor Dante wurde der Brasilianer genannt, nachdem er sich zu Gladbach-Zeiten im Spiel selbst die kaputte Nase gerichtet hat. Oder wegen der Maske auch Zorro oder Rocky. Er selbst schmunzelte gegenüber Spox.com: "Doktor Dante hört sich nicht schlecht an, oder?" © M.I.S.
Josep Guardiola: Er wird - klar - Pep genannt. © AFP
Javi Martinez: Der Spanier wird Xaver genannt. Er erklärte der tz: "Die sagen alle, dass Javier oder Javi auf bayerisch Xaver ist – und so nennen sie mich jetzt alle in der Kabine. Ich habe das zuvor noch nie gehört, aber ein bisschen komisch klingt es ja schon" © M.I.S.
Franck Ribéry. Filou, Flagada, Franz - die Liste der Spitznamen ist lang beim Franzosen. Zudem ist er ein Teil von Robbéry. Und wird wegen seiner Dribbelkünste auch Fummler genannt. © M.I.S.
Mitchell Weiser: Javi Martinez nennt ihn Muniain, angeblich, weil der Youngster dem Spanier Iker Muniain so ähnlich sieht. © AFP
Philipp Lahm: "Wireless Lahm" taufte ihn einst Mehmet Scholl. Jürgen Klinsmann machte ihn zu Paolo nach Paolo Maldini. Auch Manager wird er wegen seiner Führungsrolle genannt. Fips ist ebenso eine Option. © M.I.S.
Bastian Schweinsteiger: Schweini hört er eher nicht so gerne, Basti schon eher. © AFP
Arjen Robben: Glasmann betitelten ihn englische Medien fies. Auch The Flying Dutchman wurde er schon genannt. In München ist er Teil von Robbéry. © AFP
Claudio Pizarro: Pizza - der Peruaner hat wohl einen der bekanntesten Spitznamen im Team. © AFP
Xherdan Shaqiri: Shaq wird der Eidgenosse genannt. Die schweizer Medien machten ihn wegen seiner Statur zum Kraftwürfel. © AFP
Sebastian Rode: Der Neuzugang von der Frankfurter Eintracht wird seit der E-Jugend Seppl genannt, weil zu viele Spieler den Vornamen Sebastian hatten. Bei seiner Vorstellung wurde er von Matthias Sammer "Giftzwerg" getauft. © dpa

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