Am Dienstag fliegt der FC Bayern zum Testspiel gegen Urawa nach Tokio

"Sie sind sehr stolz, dass Bayern kommt"

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Guido Buchwald kennt den Fußball und die Kultur Japans bestens.

Zusammen mit Jürgen Klinsmann wurde Guido Buchwald 1990 in Italien Weltmeister.

Beide verbindet eine lange Freundschaft. Zudem ist Buchwald intimer Kenner der japanischen Fußballszene und war nach seiner Zeit als Spieler (1994 – 1997) von 2004 –2006 Trainer der Urawa Red Diamonds. Jenes Team gegen das der FC Bayern am Donnerstag antreten wird. In der tz spricht Buchwald über sein Verhältnis zu Klinsi, den Stellenwert des FC Bayern in Asien und einen Wechsel von Mario Gomez nach München.

Herr Buchwald, wie sehr sind Sie dem Fußball noch verbunden?

Buchwald:Sehr eng. Ich bin viel unterwegs und schaue mir Spiele an. Ich bin noch sehr nah am Geschehen. Mein Ziel ist es, bald wieder eine Mannschaft zu trainieren. Spiele und Trainingseinheiten sollen mir da stetig helfen.

Schauen Sie auch mal beim FC Bayern vorbei?

Buchwald:Das ist im Moment kein Thema. Aber Jürgen und ich sind befreundet und ich fliege auch mit nach Japan. Ich sehe mir natürlich das Spiel gegen Urawa an.

Weil Sie Ihrem Ex-Klub noch so verbunden sind, oder auf Einlandung von Klinsmann?

Buchwald:Ich habe mit ihm lange gesprochen und für mich war klar, das ich mir das nicht entgehen lasse. Wegen meinem Klub und meinen alten Freunden schaue ich mir das an.

Was sind die Red Diamonds für ein Verein?

Buchwald:Der Klub hat eine Tradition und eine unheimlich emotionale Anhängerschaft. Von der Tradition her wie Schalke oder Dortmund.

Telefonscherze und Krückenkicks - Der Fototermin des FC Bayern

Telefonscherze und Krückenkicks - Der Fototermin des FC Bayern © sampics
Franck Ribéry kickt mit Krücken, Poldi treibt Telefonscherze, und Klose hadert mit seiner Garderobe: Sehen Sie hier die besten Fotos vom Fototermin. © sampics
Der Fotografenandrang ist riesig. © dpa
Der alljährliche Fototermin des Rekordmeisters mit den neuen Trikots fand in einer Turnhalle auf dem Vereinsgelände an der Säbener Strasse statt. © dpa
"Moni? Ja, hier ist der Lukas. Wollt nur sagen: Dauert noch etwas. Und der Franck macht schon wieder Blödsinn" - Ob Poldi hier nach Haus' telefoniert? © dpa
Jürgen Klinsmann posiert mit dem Ball. © dpa
"Högschde Eisabahn, mir habat bald Training!" - Jürgen Klinsmann schaut auf die Uhr. © dpa
Die Mannschaft posiert bereitwillig für die Teamfotos - in allen drei Trikots. © dpa
Das Bayern-Team im Heimtrikot © sampics
Das Bayern-Team im Auswärtstrikot © sampics
Das Bayern-Team im umstrittenen Champions-League-Trikot, das in der "Löwen-Farbe" Blau gehalten ist. © sampics
Abseits der Kameras: Hans Jörg Butt, Thomas Kraft und Willy Sagnol (v.l.) legen ein Päuschen ein. © sampics
Poldi hingegen findet die Kameras äußerst interessant - und schaut bei einem Experten durch die Linse. © dpa
Seine Beine machen nach seinem Syndesmoseriss noch nicht so richtig mit, aber Franck Ribéry kann's auch mit der Krücke. © sampics
Jürgen Klinsmann sitzt für die Fotografen auf der Bank. © sampics
Franck Ribéry humpelt vor seinen Teamkollegen davon. © dpa
Turnhalle rauf, Turnhalle runter: Franck Ribéry übt sich im Krücken-Dauerlauf. © dpa
Spaß mit Fans: Tim Borowski, Miroslav Klose, Mark van Bommel, Daniel van Buyten und Franck Ribéry (v.l.) haben sich als Anhänger ihres eigenen Clubs verkleidet. © sampics
"Ey, Trainer!" - Franck Ribéry treibt Schabernack mit seinem neuen Chef. © dpa
"Bitte lächeln!" Das fiel Jürgen Klinsmann noch nie schwer. © dpa
Miroslav Kloses Blick sagt alles: So ganz ist er nicht überzeugt von seinem Outfit. © dpa
Ein gelangweilter Jürgen Klinsmann und sein gelangweilter Trainerstab © dpa
Poldi hebt ab! Und testet mal einen anderen Ball. © dpa
Ein Suchbild! Auf diesem Foto haben wir einen Franck Ribéry versteckt. Sie erkennen ihn an den weißen Zähnen. © dpa
Franck Ribéry vergeht das Lachen einfach nicht. © dpa
Sind das Manieren? Lukas Podolski zeigt seinem Stürmerkollegen den Stinkefinger - hoffentlich nur aus Versehen. © dpa

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Und vom Erfolg und der Finanzkraft der FC Bayern Japans?

Buchwald:Vom Erfolg erst, als ich Trainer wurde. Bevor ich dort arbeitete, war der fünfte Platz das beste Ergebnis. Wir haben sie dann in die Spitze geführt. Aber mit Bayern kann man das nicht vergleichen. Mein früherer Co-Trainer ist jetzt Chef und wir sind ständig in Kontakt. Japan und die Urawa Red sind meine zweite Heimat.

Wie sehr freut man sich dort auf den FC Bayern?

Buchwald:Unheimlich. Die Kooperation wird sehr stark gelebt. Man ist stolz darauf. Sie freuen sich mächtig. Früher kam Barcelona, Manchester, Inter. Jetzt ist es Bayern. Das habe ich miteingefädelt.

Inwiefern haben Sie die Kooperation mitinitiiert.

Buchwald:Zusammen mit Martin Hägele (Leiter des Ressorts Internationale Beziehungen beim FCB, d.Red.), der Japan immer verbunden war, kam das zustande. Er war oft in Japan und hat das Land – so wie ich – lieben gelernt. Als ehemaliger Journalist hatte er immer viel Kontakt.

Woher kennen Sie sich?

Buchwald:Er ist Stuttgarter. Hat sowohl über den VfB als auch über die Nationalmannschaft berichtet, als er für den Stern arbeitete. Da haben sich die Bayern einen guten Mann geangelt. Die Kooperation mit Bayern wird toll gelebt. Sogar der Torwarttrainer von Urawa war bei Bayern zu Gast.

Konnte er sich von Oliver Kahn was abschauen?

Buchwald:Denke ich schon.

Kahn ist ja ein Riesenstar in Asien. Wie sieht man Bayern ohne Kahn in Asien?

Buchwald:Durch die WM 2002 hat Olli einen großen Namen dort. Aber es geht um Bayern und nicht um Einzelspieler. Ribéry oder Toni haben einen ähnlich hohen Stellenwert wie Kahn dort.

Himmeln die Japaner neben ihrem Verein den FC Bayern also an?

Buchwald:Ja klar. Sie sind sehr stolz, dass Bayern kommt.

Was bringt dem FC Bayern der Asientrip in Sachen Image?

Buchwald:In Asien ist es unheimlich wichtig, präsent zu sein. Die Spanier und Engländer hatten das den Deutschen voraus. Die waren früher da. Urawa Red, war schon immer deutschnah. Mitsubishi, Daimler-Benz, hatten eine Kooperation.

Finanziell ist es natürlich auch lohnenswert.

Buchwald:Absolut. Gerade der Urawa-Fan ist in Sachen Merchandising ein wichtiger Faktor. Bayern-Trikots sind sehr begeehrt. Aber auch dem deutschen Fußball generell bringt das eine Menge.

Woran denken Sie, wenn Sie an die Zeit in Tokio zurückdenken?

Buchwald:Tokio lebt noch in mir. Das ist keine Vergangenheit. Ich kann mir auch vorstellen, dort wieder Trainer zu sein. Japan, die Menschen, die Freundlichkeit, der Umgangston, das Ehrgeizige der Japaner. Das sind Dinge, die mich dort begeistern.

Was kann man von den Japaner lernen?

Buchwald:Die Akribie, die sie an den Tag legen. Sie brauchen länger, um sich zu entscheiden. Aber wenn, wird es gnadenlos durchgezogen.

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an die Zeit mit Klinsmann denken?

Buchwald:Eine super Freundschaft. ­Primär aber die Zeit der WM 1990. Das werde ich nie vergessen. Das war so toll. Im Rückblick genießt man das mehr als damals. Ich war sehr viel mit dem Jürgen beieinander, der damals in Como gelebt hat. Meine schönste Zeit als Spieler.

Lag das auch an Klinsmann?

Buchwald: Mit Sicherheit. Auch wegen ihm habe ich die WM genossen.

Wieso?

Buchwald:Weil wir auch privat sehr viel unternommen haben. Auch außerhalb der WM. Er hat mir auch die italienische Lebensweise gezeigt.

Was zeichnet Klinsmann aus?

Buchwald:Als Mensch zeichnet ihn aus, dass eine Freundschaft zu ihm gelebt wird. Egal, wie weit man entfernt ist. Ich kenne ihn, seit er 15 war bei den Stuttgarter Kickers. Und als Sportler und Trainer – und das bewundere ich auch an ihm –, dass er Dinge anpackt und Kompromisse in Grenzen hält. Wenn er überzeugt ist, zieht er es durch. Das habe ich von ihm gelernt. Er ist gradlinig. Er sagt: Das muss so und so sein. Und wer da nicht mitzieht, der kann nicht auf meinem Weg sein. Allerdings alles auf einer menschlichen Ebene.

Was trauen Sie ihm in München zu?

Buchwald:Alles. Die höchsten Erfolge. Es wird Rückschläge geben, aber er wird sich nie von seinem Weg abbringen lassen. Er hat mit Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer die besten Leute um sich herum. Es ist die beste Konstellation in Europa. Vielleicht nicht dieses Jahr, aber spätestens nächstes Jahr ist die Champions League ein Thema.

Gab es Gespräche mit Klinsmann, Sie hier einzubinden?

Buchwald:Wir haben im Vorfeld gesprochen, aber nie detailliert über eine Mitarbeit.

Sie hätten ihn aber gerne bei Bayern unterstützt?

Buchwald:Mit Jürgen zusammenzuarbeiten, ist immer etwas Tolles.

Sie und Klinsmann haben das Kuratorium der Stiftung Jugendfußball mitgegründet. Verbindet Sie das aktiv?

Buchwald:Das ist Jürgens Kind und hat dem deutschen Fußball stark geholfen. Die U 19 ist jetzt Europameister und da sehe ich auch einen Zusammenhang mit unserer damaligen Initiative. Wir haben auch beim DFB positive Dinge geändert.

Abschließend: Glauben Sie, als alter VfB-Star, dass Mario Gomez beim FC Bayern landet?

Buchwald:Ich glaube schon, dass er irgendwann in München spielt. Aber ein Jahr Stuttgart tut ihm bestimmt noch gut. Wenn Bayern ihn haben möchte und Gomez in Deutschland bleiben möchte, dann nach München.

Quelle: tz

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