Müller über Bayerns Luxus-Problem

"Dürfen nicht zu viel Angriffsfläche bieten"

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Thomas Müller

München - Zu viele Spieler für zu wenige Plätze - Thomas Müller hat sich nicht nur zu Bayerns Luxusproblem geäußert, sondern auch zu seiner Vertragsverlängerung.

Im Interview mit Sport1 spricht Bayern-Stürmer Thomas Müller über seine persönliche Situation beim deutschen Rekordmeister, das Vertrauen von Jupp Heynckes und Spieler, die derzeit auf der Bank sitzen. Die wichtigsten Aussagen im Folgenden.

Mehr dazu in Kürze auf Sport1.de und am Mittwochabend ab 18:30 Uhr in „Bundesliga Aktuell“.

Thomas Müller auf die Frage, ob er derzeit der „beste Müller aller Zeiten“ sei: „Der beste Müller aller Zeiten stimmt nicht – Gerd Müller hat da so viel vorgelegt, da kann ich gar nicht nachziehen! Ich habe eine sehr gute Quote, erlebe von vorne bis hinten eine sehr gute Saison. Aber ich muss mit der Mannschaft jetzt das ernten, was die Zahlen aussagen. Es hilft mir persönlich nichts, wenn ich gute Werte habe, am Ende aber nichts auf der Autogrammkarte steht!“

Thomas Müller über das Vertrauen von Jupp Heynckes: „Jeder, der schon mal Fußball gespielt hat oder irgendwo arbeitet, spürt natürlich gerne das Vertrauen seines Vorgesetzten. Damit lässt sich unbeschwerter arbeiten und größtenteils auch erfolgreicher. Ich merke das Vertrauen und versuche es zurück zu zahlen – es ist ein gutes Gefühl, aber nicht mehr und nicht weniger. Wir spielen Fußball, weil es unser Job ist und nicht larifari-mäßig, deswegen muss ich auch zur Stelle sein!“

… über seine Vertragsverlängerung bis 2017: „Ich habe nicht verlängert mit dem Ziel, dass ich sofort weggehe oder verkauft werde. Ich bin keiner, der ein Haus kauft, renoviert und wieder weiterverkauft – ich will schon längerfristig beim FC Bayern bleiben, weil ich überzeugt bin, dass wir nicht nur auf einem sehr guten Weg sind, sondern vor allem auch in Europa vom Stellenwert her immer weiter nach oben gekommen sind. Ich sehe nicht mehr viele Mannschaften, die für einen Spieler und vom ganzen Drumherum attraktiver sind als der FC Bayern!“

Thomas Müller auf die Frage, ob er nachvollziehen könne, dass Spieler wie Arjen Robben Einsatzzeiten einfordern: „Jeder, der auf der Bank sitzt, will spielen. Ich weiß, dass es nicht leicht ist, damit umzugehen – ich kenne das noch vom letzten Jahr. Wir bewegen uns im Mannschaftssport, da muss jeder seinen Teil zum Erfolg beitragen. Es ist ja normalerweise kein Dauerzustand fürs Leben, auf der Bank zu sitzen. Für jeden Spieler ist dann auch immer leichter, wenn der Trainer erklärt, wieso, weshalb, warum. Aber Jupp Heynckes moderiert das sehr gut, auf menschliche Art – da gibt es ganz andere Trainer in diesem Geschäft, die dir erste eine Stunde vor dem Spiel mitteilen, dass du nicht spielst – ohne Begründung, ohne alles. Das läuft bei uns relativ fair ab. […] Matthias Sammer hat das richtig gesagt: Du hast nur Erfolg, wenn der Mannschaftsgeist passt. Man soll sich nicht an Einzelschicksalen aufhalten, die dann groß breitgetreten werden. Es werden bohrende Fragen gestellt, Zitate raus gekitzelt. Das wird in den nächsten Wochen von den Medien trotzdem versucht werden – zumindest, wenn wir erfolgreich bleiben, denn dann gibt es ja sonst nichts anderes, worüber man reden könnte. Deswegen müssen wir als Mannschaft aufpassen, dass wir nicht zu viel Angriffsfläche bieten, weil wir Titel holen wollen – anders geht es nicht! […] Es kommen jetzt die englischen Wochen mit vielen Spielen, und da werden alle Spieler gebraucht. Wir haben es ja in der Hinrunde gesehen: Wir haben viele Spiele nur so gut bestritten, weil draußen von der Bank gute Impulse kamen. Eine Fußballmannschaft besteht aus mehr als elf Spielern. Wir stehen ja auch nicht nur zu elft auf dem Rathausbalkon, sondern mit 25, 30 Mann!“

Thomas Müller über Emotionen: „Vor den Kameras kann ich mich immer gut zusammenreißen. Ich bin nicht der Typ, der gleich durchdreht. Ich werde schon mal laut, aber auf dem Platz, nicht neben dem Platz.“

Einblicke in den Bayern-Mannschaftsbus - und wer neben wem sitzt

Neue Spieler, neue Sitzordnung: Neuzugänge wie Dante (l.) haben natürlich auch die Plätze im Mannschaftsbus durcheinandergewirbelt. © MAN
Von den "alten" Spielern hat allerdings keiner seinen Sitz getauscht. Wir zeigen, wer wo sitzt © MAN
Die Sitzordnung folgt später im Verlauf dieser Fotostrecke. Hier schon mal einen ersten Einblick ins Innenleben - auch dazu mehr später © Getty
Dieser Mann ist nicht der Busfahrer - sondern Uli Hoeneß © Getty
Und er ist auch nicht der Busfahrer - auch wenn er's manchmal zu sein glaubt. Im Dubai-Trainingslager 2009 kaperte Franck Ribéry den Bus, zerstörte zwei Hotelschilder und rollte über den Bordstein. © M.I.S.
Aber sie ist die Busfahrerin © Getty
Und sie hat auch noch einen Kollegen © Getty
Ihre Namen: Sandra König und Michael Lauerbach © Getty
Für ein Foto lassen sie auch mal Uli Hoeneß ans Steuer © Getty
Der Mannschaftsbus in der Außenansicht. © MAN
Der Bus ging 2008 in Betrieb. © MAN
Die Lackierung hat sich seitdem oft geändert. © MAN
Aber am Innenleben hat sich seitdem nicht viel getan © Getty
Aber die Spieler haben sich selbstverständlich geändert. © Getty
Wer sitzt wo? Diese Frage beantworten wir später in dieser Fotostrecke © Getty
Zunächst noch ein Streifzug durch das Innere des Busses © Getty
In der Küche bekommen die Stars kleine Snacks. Die Bayern-Spieler verbringen viel Zeit im Bus. Weite Strecken fährt der Bus allerdings ohne "Besatzung" - dann fliegen die Profis und werden vor Ort vom Bus empfangen, etwa in den Trainingslagern © Getty
Wir verraten Ihnen die aktuelle Sitzordnung der Saison 2012/2013. Wer sitzt in dieser Spielzeit wo? tz-online liegt eine Grafik mit den Plätzen und den Namen der Profis vor. Angegeben sind die Reihen in der Folge aus Sicht von vorn durch die Frontscheibe © M.I.S.
Ganz vorne sitzen die Trainer - mit dem Blick auf die Straße © Getty
In der 1. Reihe links (die Seiten sind jeweils von vorn bei Blick durch die Frontseite angegeben) am Fenster: Peter Hermann (Co-Trainer) © Getty
In der 1. Reihe links am Flur: Jupp Heynckes - er kann sich somit mit seinem Assistenten über die Taktik unterhalten © Getty
In der 1. Reihe rechts am Flur: Matthias Sammer (auf seinem Platz saß vorher Christian Nerlinger) © dpa
In der 1. Reihe rechts am Fenster: Toni Tapalovic (r.), Torwarttrainer © M.I.S.
Die 2. und die 3. Reihe sind mit solchen Tischen angeordnet © Getty
2. Reihe links am Fenster (mit Holger Badstuber als Gegenüber am Vierer-Tisch): Javi Martinez (sein Platz war vorher komplett frei) © sampics
2. Reihe links am Gang (mit Mitchell Weiser als Gegenüber am Vierer-Tisch): Emre Can © Getty
3. Reihe links am Fenster (mit Javi Martinez als Gegenüber am Vierer-Tisch): Holger Badstuber © Getty
3. Reihe links am Gang (mit Emre Can als Gegenüber am Vierer-Tisch): Mitchell Weiser © Getty
Auf der anderen Seite ist auch so ein Vierer-Tisch © Getty
2. Reihe rechts am Gang (mit David Alaba als Gegenüber am Vierer-Tisch): Xherdan Shaqiri © Getty
2. Reihe rechts am Fenster (mit Franck Ribéry als Gegenüber am Vierer-Tisch): Diego Contento © Getty
3. Reihe rechts am Gang (mit Xherdan Shaqiri als Gegenüber am Vierer-Tisch): David Alaba © Getty
3. Reihe rechts am Fenster (und mit Diego Contento als Gegenüber am Vierer-Tisch): Franck Ribéry - er sitzt damit übrigens neben seinem Kumpel David Alaba. Es dürfte auch ein bisschen so was wie der Spaßvogel-Tisch sein, Ribéry, Alaba und Shaqiri sind um keinen Jux verlegen. © Getty
In der 4. Reihe gibt's keine Tische - dort sitzen zwei mal zwei Spieler und haben jeweils die Rückenlehne des Vordermannes vor sich. © Getty
4. Reihe links am Fenster: Rafinha © Getty
4. Reihe links am Gang: Dante (auf dem ehemaligen Platz von Nils Petersen) - damit sitzen die Brasilianer Rafinha und Dante beisammen © Getty
Auch rechts in der 4. Reihe sitzen zwei Spieler ohne Tische in "normalen" Reihen © Getty
4. Reihe rechts am Gang: Patrick Weihrauch (sein Platz war vorher noch nicht fest vergeben) © Getty
4. Reihe rechts am Fenster: Daniel van Buyten © Getty
In der 5. Reihe gibt es nur zwei Sitzplätze - gegenüber ist der Ausgang © Getty
In der 5. Reihe am Gang: Jerome Boateng © Getty
In der 5. Reihe am Fenster: Luiz Gustavo © Getty
Somit hat Jerome Boateng den idealen Platz an der kleinen Kaffeebar - er muss nur nach hinten greifen, um einen Keks zu ergreifen © Getty
Es folgt wieder eine Reihe (leicht versetzt) mit je vier Spielern links und rechts, die sich einen Tisch teilen © Getty
6. Reihe links am Fenster (mit Manuel Neuer als Gegenüber am Vierer-Tisch): Thomas Müller © Getty
6. Reihe links am Gang: Claudio Pizarro (mit Philipp Lahm als Gegenüber), sein Platz war vorher nicht fest vergeben © Getty
7. Reihe links am Fenster (mit Thomas Müller als Gegenüber am Vierer-Tisch): Manuel Neuer © Getty
7. Reihe links am Gang (mit Claudio Pizarro als Gegenüber am Vierer-Tisch): Philipp Lahm © Getty
6. Reihe rechts am Gang (mit Anatoli Timoschtschuk als Gegenüber am Vierer-Tisch): Tom Starke - seinen Platz besetzte vorher Danijel Pranjic © Getty
6. Reihe rechts am Fenster (mit Anatoli Timoschtschuk als Gegenüber am Vierer-Tisch): Arjen Robben © Getty
7. Reihe rechts am Fenster (mit Arjen Robben als Gegenüber): Anatoli Timoschtschuk © Getty
7. Reihe rechts am Gang (mit Tom Starke als Gegenüber am Vierer-Tisch): Mario Mandzikic - seinen Platz hatte vorher Landsmann Ivica Olic inne © Getty
Es folgen noch hintereinander zwei Zweierreihen - hinten im Bus sind zudem noch Küche und WC untergebracht © Getty
8. Reihe links am Fenster: Toni Kroos © Getty
8. Reihe links am Flur: Hermann Gerland - der Co-Trainer sitzt neben Toni Kroos. Ob es Absicht war, noch einen Trainer als "Aufpasser" hinten zu den Spielern zu setzen? © Getty
9. Reihe links am Fenster: Bastian Schweinsteiger © Getty
9. Reihe links am Gang: Mario Gomez - die beiden Leistungsträger Schweinsteiger und Gomez sitzen nebeneinander, und im Fall der Fälle haben sie's nicht weit zur Toilette. Und zur Küche auch nicht. © Getty
Weiterhin gute Fahrt! © Getty

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