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Hildebrand: Keiner rechnet mit Schalke-Sieg

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Timo Hildebrand (l.) hat den Ball sicher, Benedikt Höwedes steht dahinter
Timo Hildebrand (l.) hat den Ball sicher, Benedikt Höwedes steht dahinter © dpa

Gelsenkirchen - Der Stachel der Blamage gegen die SpVgg Greuther Fürth steckt tief. Doch Schalke-Keeper Timo Hildebrand glaubt, dass genau darin die Chance gegen den FC Bayern liegen könnte.

Durchhalteparolen, Verletzungsprobleme und ein Torwart, der Tacheles redete: Timo Hildebrand will das Dilemma bei Schalke 04 nicht tatenlos hinnehmen. „Wir müssen uns wieder auf unseren Beruf konzentrieren“, meinte der Routinier und formulierte damit indirekt Kritik an der Einstellung seiner Mannschaftskollegen. Ausgerechnet am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) bei der Bundesliga-Übermannschaft Bayern München wollen die Königsblauen eine Signal für den Ausweg aus dem Dilemma setzen.

Während seine Kollegen bis dato jegliche Selbstkritik vermissen ließen und allenfalls bei der Suche nach Ausreden und Erklärung jene Kreativität zeigten, die man auf dem Rasen zuletzt schmerzlich vermisste, appellierte der 33-Jährige mit Blick in Richtung München: „Niemand erwartet derzeit dort einen Sieg, wir können eigentlich unbeschwert aufspielen.“

Dem widersprach Manager Horst Heldt am Donnerstag. „Ich kann die Einstellung nicht teilen, dass wir dort ohenhin keine Chance haben“, sagte der Ex-Profi, und wollte an eine Fortsetzung der Negativ-Serie sowie an finanzielle Folgeschäden, sollte S04 am Ende sogar die Europacup-Ränge verpassen, noch nicht denken. „Wir sind wirtschaftlich in der Lage, einen worst case zu überleben. Wichtig ist, dass wir das Grundübel erkennen, und ich glaube, dass wir das haben“, so Heldt.

Immerhin nur ein Sieg aus den vergangenen neun Spielen unterstreicht die ernüchternde Talfahrt, der nunmehr in München eine Fortsetzung droht. Wie das Fachmagazin "kicker" feststellte, würde Schalke in einer Tabelle vom 12. bis 20. Spieltag Platz 16 einnehmen, nachdem es nach elf Bundesliga-Runden noch Platz zwei hinter den Bayern belegt hatte.

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Hildebrand sprach offen aus, was der vieldiskutierte Trainer Jens Keller bisher - zumindest in der Öffentlichkeit - verschwieg. Der einstige U17-Coach ließ bereits jegliche klare Position vermissen, als die Bayern seine Mannschaft in einem Testspiel im Rahmen des gemeinsamen Trainingslagers in Katar mit 5:0 demontierten. Doch seither hat sich offensichtlich auch in Sachen Mentalität nur wenig verändert.

Wachsweiche Statements der Verantwortlichen prägen die Atmosphäre im Schatten der Arena, in der die Fans ihre Mannschaft zuletzt mit einem gellenden Pfeikonzert verabschiedeten. Für Keller gab es während er Woche nur wenig Gelegenheit zu Gesprächen mit seinen Profis, allein elf Akteure waren im Auftrag diverser Nationalteams unterwegs. „Vielleicht hilft es ja den Spielern, wenn sie ein wenig Abstand hatten und mit einem Erfolgserlebnis zurückkommen“, mutmaßte Hildebrand in den "Ruhr Nachrichten".

Zu allem überfluss müssen die Schalker in München auf ihren Torjäger Klaas-Jan Huntelaar verzichten. Der Niederländer hatte wegen einer geplatzten Ader im linken Auge schon beim Länderspiel gegen Italien passen müssen.

In München hat Trainer Jupp Heynckes ganz andere Probleme. Unruhe droht durch die hochkarätigen Teilzeitkräfte Mario Gomez, Arjen Robben, Jerome Boateng, Luiz Gustavo oder Claudio Pizarro. Der 67-Jährige versucht den Reservisten zu erklären, dass er sie noch dringend benötigt und sie ihre Chance bekommen werden. Allerdings liefert der souveräne Spitzenreiter nach drei Zu-Null-Siegen seit dem Rückrunden-Auftakt nur wenig Argumente, die Startformation zu ändern.

Der Trainer-Routinier brach sogleich eine Lanze für seinen Schalker Kollegen Keller: „Er ist ein junger Trainer in einem schwierigen Umfeld. Man sollte ihn in Ruhe arbeiten lassen.“

sid

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