Toppmöller verrät: Der FC Bayern wollte mich haben

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Klaus Toppmöller jubelt am 30. April 2002 als Bayer Leverkusen gegen Manchester United den Einzug ins Champions-League-Finale schafft.

München - Vor zehn Jahren mischte der damalige Leverkusen-Trainer Klaus Topmöller (60) mit Bayer die Bundesliga und die Chamipons League auf. Nun verrät er: Die Bayern wollten mich haben. 

In der "Bild am Sonntag" blickt Toppmöller auf seine große Trainerzeit in der Saison 2001/2002 zurück. Mit Leverkusen kam er damals ins Finale der Champions-League. Unter anderem warf Bayer unter seiner Regie Giganten wie Barcelona, Manchester United und Liverpool aus dem Wettbewerb. Allerdings langte es am Ende nur zu Platz zwei in der Königsklasse, der Liga und im Pokal. Das sorgte für viel Spott über Bayer "Vizekusen". Trotzdem wurde Toppmöller 2002 zum "Trainer des Jahres" gewählt.

Diese Erfolge feierte Jupp Heynckes mit den Bayern

Am 24. März 2011 war's offiziell: Jupp Heynckes unterschreibt zum dritten Mal einen Vertrag als Trainer beim FC Bayern München. Am 30. Juni 2013 ist wieder Schluss, dann endet nach 1011 Bundesliga-Spielen als Spieler und Trainer eine beeindruckende Karriere. Wir werfen einen Blick zurück auf die Laufbahn von "Don Jupp". © sampics
Nach acht Jahren bei Borussia Mönchengladbach - ohne Titel - löste Jupp Heynckes zur Saison 1987/1988 beim FC Bayern den Meistertrainer  Udo Lattek ab. Lattek feierte in München insgesamt sechs Meisterschaften. Uli Hoeneß, damaliger Bayern-Manager, erhoffte sich vom gebürtigen Gladbacher eine erfolgreiche Ära. Auf nationaler Ebene konnte Heynckes die Ansprüche des FC Bayern erfüllen. © getty
In seiner ersten Saison wurde er aber "nur" Zweiter hinter Bremen. © getty
In seinen vier Jahren der ersten Amtszeit kam er als Chef-Trainer des FC Bayern international sowohl im UEFA Cup als auch im Europapokal der Landesmeister nie über das Halbfinale hinaus. Der Weltmeister von 1974 wurde in München dafür 1989 und 1990 Deutscher Meister. Dazu kommen zwei Vizemeisterschaften in seiner "Ära". © getty
In seiner fünften Saison wurde Jupp Heynckes nach einer 1:4-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers entlassen. Die Tabellensituation war bedrohlich, da die Münchner nur Zwölfter waren. Der Vorstand musste handeln. Hoeneß nannte den Rauswurf seines Freundes im Nachhinein seinen "größten Fehler". © sampics
Diese Freundschaft war auch ausschlaggebend, dass Heynckes aus seinem Ruhestand zurückkehrte und die Bayern übernahm, nachdem Jürgen Klinsmann 2009 entlassen wurde. Jupp war zufällig zu Besuch bei Hoeneß in München - sah sogar die letzte Partie Klinsmanns gegen Schalke - und paar Tage später saß er zum zweiten Mal beim FC Bayern auf der Trainerbank. © sampics
Heynckes sicherte dem  Rekordmeister die direkte Qualifikation für die Champions League und feierte damit seine dritte Vizemeisterschaft mit den Münchnern. Zur Meisterschaft fehlten den Münchnern zwei Punkte. © getty
In den letzten fünf Spielen holte der ehemalige Meistertrainer vier Siege und ein Remis. © getty
Zum 34. Spieltag gegen Stuttgart (Endstand 2:1) gab es für den 66-Jährigen einen Blumenstrauß zum Dank für die "Hilfe". Nach der Saison rechnete er mit seinem Vorgänger Klinsmann ab: "Sie können nicht am offenen Herzen operieren, wenn Sie noch nie an einem Operationstisch gestanden haben." © getty
Gerade aufgrund seiner ehrlichen und familiären Art sowie als Motivator schätzen ihn seine Spieler.  Des Weiteren schafft es Heynckes, aus einer sicheren Defensive ein schönes Offensivspiel spielen zu lassen. Dieses Gesamtpaket sicherte den Bayern 2009 noch die Teilnahme an der Champions League. © getty
Durch die Arbeit bei seiner zweiten Amtszeit in München hat sich Heynckes neue Motivation und Begeisterung für weitere Engagements geholt. Dass er mit Stars umgehen kann, bewies er nicht nur bei Real Madrid 1997/98. Auch bei seinem Intermezzo bei den Bayern hatte er die "Diven" Ribéry und Toni im Griff. © getty
An der Säbener Straße war er sich, auch als Chef-Trainer, für nichts zu schade - auch nicht für das Bälle tragen während des Trainings. © getty
Ein jubelnder Jupp Heynckes ist keine Seltenheit. Der Taktikfuchs geriet mit seinem Intimfeind Christoph Daum während des Meisterkampfes in der Saison 1988/1989 vor dem entscheidenden Spiel in Köln im Aktuellen Sportstudio aneinander. Am Ende gewann Jupp mit den Bayern 3:1 im Müngersdorfer Stadion und drei Spieltage später seinen ersten Titel überhaupt. © getty
Aber nicht nur im Inland feierte der Routinier Erfolge. Jupp Heynckes durfte 1997/1998 einen der größten Klubs der Welt trainieren. Durch seine gute Arbeit in Bilbao (von 1992 bis 1994 und 2001 bis 2003) und Teneriffa (1995 bis 1997) wurde der Champions-League-Rekordsieger auf den Westfalen aufmerksam. © getty
Und prompt in seiner ersten und auch letzten Saison bei Real feierte Heynckes seinen einzigen internationalen Titel als Trainer. Der Champions-League-Titel bewahrte ihn aber nicht vor dem Rauswurf, da Madrid in der Liga "nur" Platz 3 erreichte. Ein Jahr darauf hatte Heynckes eine kurze Amtszeit bei Benfica Lissabon . © getty
Im Juli 2003 holte der FC Schalke 04 Heynckes zurück nach Deutschland, um nach 2001 wieder um die Meisterschaft mitzuspielen. Allerdings blieb der Gladbacher in eineinhalb Jahren erfolglos. Man warf ihm vor, er würde nur noch von seinen alten Triumphen vorschwärmen und zu wenig auf die Spieler eingehen. © getty
Nach seinem misslungenen Comeback 2006 bei Mönchengladbach (Tabellen-16. nach 18 Spieltagen) entschied sich Heynckes, sich zur Ruhe zu setzen, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können - bis sein alter Kumpel aus München anrief. © getty
Von dem Intermezzo in München angeregt, ging es für Heynckes 2009 direkt weiter: Leverkusen wollte für seinen unglücklichen Versuch mit Bruno Labbadia einen "Fußballlehrer" und fand ihn im neu motivierten Heynckes. Die Bayer-Elf blieb in der Saison 2009/2010 24 Spieltage ohne Niederlage und holte sich den Herbstmeistertitel. Am Ende gelang immerhin noch der Sprung in die Europa League. © getty
Der alte und der neue Bayern-Trainer. Louis van Gaal (r.) und Jupp Heynckes (l.) beim 1:1 in Leverkusen 2010. In der Saison 2010/2011 ist Leverkusen die einzige Mannschaft, die den überragenden Dortmundern "folgen" kann. Diese erfolgreiche Arbeit überzeugte auch die Bayern-Bosse, weshalb sie Heynckes für zwei Jahre verpflichteten. © getty
Seine dritte Amtszeit bei den Bayern ab 2013 könnte mit dem totalen Triumph enden. © MIS
Nach drei zweiten Plätzen 2012 spielten die Bayern 2012/2013 eine phantastische Bundesliga-Saison und knackten einen Rekord nach dem anderen. Die Meisterschaft sicherten sich die Münchner so früh wie noch kein Team zuvor - am 28. Spieltag! © M.I.S.
Die Bierdusche, verpasst von Anatoli Timoschtschuk bei der Meisterfeier, hatte sich Heynckes redlich verdient. © dpa

Gegenüber der BamS verrät Toppmöller nun: "Zu meiner Leverkusener Zeit hatten mich ja selbst die Bayern im Auge. Kalle Rummenigge meinte, ich solle doch meinen Vertrag bei Bayer mal besser nicht verlängern ...“

Doch aus der Verpflichtung wurde nichts. Toppmöller wurde später bei Leverkusen und dann beim HSV gefeuert. Zuletzt trainierte er von 2006 bis 2008 die georgische Nationalmannschaft.

Schlechter Verlierer: Die Skandale und Eskapaden des José Mourinho

Februar 2004: Mourinho wird vorgeworfen, im Punktspiel des FC Porto bei Sporting Lissabon auf dem Weg in die Kabine Sporting-Spieler Rui Jorge angegriffen und dessen Trikot zerrissen zu haben. © dpa
Februar 2005: Mourinho wirft dem schwedischen Referee Anders Frisk vor, in der Halbzeit des Champions-League-Spiel von Chelsea beim FC Barcelona Trainer-Kollege Frank Rijkard in die Kabine gelassen zu haben. Aus Trotz bleibt er der Pressekonferenz fern. Frisk bestreitet die Vorwürfe, erhält Morddrohungen, beendet seine Karriere. Mourinho wird für zwei Spiele gesperrt. Er habe den Fußball “in Verruf gebracht“, schreibt die UEFA-Disziplinarkommission. © Getty
Mai 2005: In der Champions League gegen den FC Liverpool sagt Mourinho nach dem umstrittenen Siegtor von Liverpools Luis Garcia: “Der Linienrichter schoss das Tor.“ Es hagelt Kritik an ihm. © Getty
März 2007: Nach einem Pokalspiel Chelseas gegen Tottenham soll Mourinho den Schiedsrichter als “Hurensohn“ bezeichnet haben. “Das war nicht beleidigend gemeint, auch wenn man sie als Beleidigung verstehen kann“, sagt er. © Getty
April 2007: Mourinho reklamiert im Champions-League-Spiel Chelseas gegen Liverpool heftig einen Handelfmeter, obwohl sich die fragliche Szene außerhalb des Strafraums abgespielt hatte. Schiedsrichter Markus Merk wird zum Prügelknaben des Portugiesen. © Getty
November 2008: Während eines Live-Fernsehinterviews sorgt Mourinho für einen Eklat. Weil der Moderator des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RAI ihn nach dem 1:0-Sieg gegen Inter mit seinem Vorgänger Roberto Mancini vergleicht, bricht Mourinho das Interview ab. © Getty
Dezember 2009: Nach dem 1:1 bei Atalanta Bergamo greift Mourinho einen Reporter an und zerrt ihn am Arm aus einem Interviewraum. © Getty
Februar 2010: Beim 0:0 gegen Sampdoria Genua legt er sich mit dem Schiedsrichter an. Nach zwei Roten Karten für Inter zeigt der Portugiese mit überkreuzten Handgelenken an, dass der Referee in Handschellen aus dem Stadion geführt werden müsse. Das bringt ihm ein Sperre von drei Spielen und 40 000 Euro Strafe ein. © Getty
Februar 2010: Mourinho sagt nach dem Derby gegen den AC Mailand: “Heute wurde alles getan, damit wir nicht siegen“. Konsequenz: eine Geldstrafe von 18 000 Euro. © Getty
November 2010: José Mourinho wird in Spanien wegen einer rüden Schimpfattacke gegen einen Schiedsrichter für zwei Spiele gesperrt worde. “Geh zur Scheiße!“, hatte er dem Referee in einem Pokalspiel hinterhergerufen - obwohl Real 5:1 gewinnt. © Getty
Dezember 2010: Nach einem 1:0 der Madrilenen über den FC Sevilla legt Mourinho eine Liste mit “13 gravierenden Fehlentscheidungen“ vor. Clubpräsident Florentino Pérez meint: “Es ist in unserem Verein üblich, dass wir uns nicht über die Schiedsrichter äußern.“ © Getty
Februar 2011: Mourinho attackiert nach Reals Champions-League-Partie bei Olympique Lyon den deutschen Schiedsrichter Wolfgang Stark. Wieder geht es um einen vermeintlichen Elfmeter. “Ich habe das Handspiel aus 50 Metern Entfernung erkannt, aber der Schiedsrichter stand nur fünf Meter weg und hat nichts gesehen.“ © Getty
März 2011: Mourinho beschimpft einen Reporter als “Heuchler“, der den Portugiesen nach dessen jüngsten Klagen über die Schiedsrichter und die Terminpläne befragt hatte. “Was ich sage, sind keine Klagen, sondern Wahrheiten“, behauptete der Portugiese. © Getty
April 2011: Mourinho ledert nach dem CL-Halbfinal-Hinspiel gegen den FC Barcelona (0:2) gegen Schiedsrichter Wolfgang Stark, die UEFA und den FC Barcelona sowie dessen Coach Pep Guardiola. Der Portugiese wittert mal wieder eine Verschwörung und glaubt, der FC Barcelona würde seit Jahren im Europapokal bevorzugt. © Getty
August 2011: Mourinhos Besessenheit für den FC Barcelona nimmt groteske Züge an. Kurz vor dem Ende des Supercup-Rückspiels bei Barca (2:3) rastet der Portugiese im Zuge einer Rudelbildung aus, tritt zunächst den am Boden liegenden Cesc Fabregas und greift anschließend Barca-Co-Trainer Tito Vilanova ins Auge. © dpa
Januar 2012: Hier greift sich Mourinho ausnahmsweise mal selbst ins Auge. Nach dem Pokal-Aus im Viertelfinale gegen den FC Barcelona fühlt sich Mourinho mal wieder benachteiligt. Er lauert dem Schiedsrichter in der Tiefgarage auf und sagt: "Du Künstler, du fickst die, die arbeiten. Du respektierst nicht die richtigen Profis. Jetzt gehst du eine Zigarre rauchen und dann gehst du nach Hause, du Lümmel.“ © dpa
Winter 2012: Nach heftiger Kritik in der Öffentlichkeit an seiner Außendarstellung präsentiert sich Mourinho vor dem Heimspiel gegen Atletico Madrid den Fans und steht einige Minuten mitten auf dem Feld, "damit die Leute ihre Meinung über mich abgeben können". Die Reaktionen im spärlich gefüllten Stadion sind gemischt. © dpa
Nach seinem Abschied zum FC Chelsea kartet Mourinho nach: Das Opfer dieses Mal: Cristiano Ronaldo. "Ich hatte ein einziges Problem mit ihm: Cristiano denkt, dass er alles besser weiß, und er akzeptiert keine Kritik an seiner Spielweise", sagte Mourinho, obwohl sein Landsmann auch in Mourinhos letzter Saison bei Real bester und torgefährlichster Spieler war. © dpa
August 2013: Auch bei Chelsea kann es Mourinho nicht lassen - und lästert dabei sogar Europa-übergreifend. Die Giftpfeile treffen seinen Intimfeind und Neu-Münchner Pep Guardiola. Vor dem Supercup-Spiel gegen den FC Bayern stichelt er: „Der FC Bayern des Jupp Heynckes war das beste Team Europas. Jetzt haben sie einen neuen Trainer und neue Spieler – und ich bin nicht mehr sicher, ob sie immer noch so gut sind.“ © dpa
März 2014: Seine Ex-Vereine sind Mourinho heilig. Der Portugiese schimpft und lästert über vieles, aber gegen seine ehemaligen Arbeitgeber und Spieler eigentlich nicht. Über einige Spieler von Real Madrid sagte Mourinho aber: "Bei Real Madrid standen die Spieler vor den Spielen in der Kabine Schlange vor dem Spiegel, damit sie ihre Frisuren noch überprüfen konnten, bevor es raus auf den Platz ging", lästere Mourinho. © AFP
September 2014: Wieder mal eine Attacke von Mourinho gegen seinen Erzfeind Pep Guardiola, dieses mal sogar auf persönlicher Ebene: "Wenn einer das genießt, was er tut, dann verliert er nicht die Haare. Guardiola aber hat eine Glatze. Er genießt den Fußball nicht", lautete die unverschämte Aussage des ehemaligen Trainers von Real Madrid. Vorausgegangen war ein Disput der beiden bei der Trainertagung in Nyon, bei dem es um die vorgeschriebene Rasenlänge bei internationalen Spielen ging. © AFP

Aber auch mit aktuell 60 Jahren hält er sich keinesfalls für zu alt,  um wieder einen Bundesliga-Verein zu trainieren. Und dabei beruft er sich in erster Linie auf den aktuellen Bayern-Trainer: "Jupp Heynckes ist doch der perfekte Gegenbeweis."

Wäre Toppmöller ein guter Bayern-Trainer gewesen - oder wäre dieser Posten eine Nummer zu groß für ihn gewesen? Was meinen Sie? Teilen Sie uns Ihre Meinung über die Kommentarfunktion mit!

fro

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