Verwirrung um vermeintliche Verletzung

Streit zwischen Meyer und Schalke: Würde sich Bayern so einen Spieler überhaupt holen?

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Max Meyer musste zuletzt öfter auf der Schalker Bank Platz nehmen, als ihm lieb war.

Max Meyer verlässt den FC Schalke 04 ablösefrei. Ein neuer Zwischenfall zeigt, wie sehr das Tischtuch zerschnitten ist. Greift der FC Bayern zu?

Update vom 2. Mai - 15:50 Uhr:

Spielerberater Roger Wittmann hat mangelnde Wertschätzung für seinen Schützling Max Mayer beim FC Schalke 04 beklagt. In einem Interview mit dem TV-Sender Sky am Mittwoch nahm Wittmann zum eskalierten Streit des nach Mobbing-Vorwürfen vom Bundesligisten für den Rest der Saison suspendierten Fußball-Profis Stellung. Laut Wittmann habe der 22-Jährige ihm im November signalisiert, dass er sich vorstellen könne, auf Schalke zu bleiben. Offenbar scheiterte die Vertragsverlängerung an den unterschiedlichen Auffassungen über Meyers Leistungsvermögen.

„Mitte Dezember ruft mich Heidel an. Max habe ihm das gesagt. Er fragt mich: Macht es Sinn, dass wir uns treffen?“, erklärte Wittmann, der entgegnet habe: „Wenn wir beide über denselben Spieler reden, also nicht den, den du im Sommer wegschicken wolltest, sondern der nachgewiesen hat, dass er Champions League spielen kann, Europa League spielen kann, deutscher Nationalspieler ist und meiner Meinung nach ein internationaler Klassespieler werden kann.“

Egal ob Meyer nun „Weltklasse“ ist oder nicht. Kommt der Mittelfeldspieler mit seinem Verhalten beim FC Bayern München überhaupt in Frage? Neben der schon luxuriösen Besetzung auf seiner Position, könnte die unschöne Trennung zwischen ihm und Schalke die Bayern-Verantwortlichen abschrecken. 

Update vom 30. April - 22:58 Uhr:

Heidel kritisiert Meyer: "Sehr mutig, sich als Mobbingopfer zu bezeichnen" Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat nach der Suspendierung von Mittelfeldspieler Max Meyer sein Unverständnis über dessen Mobbing-Vorwurf geäußert. "Ich finde es sehr mutig, sich als Mobbingopfer zu bezeichnen, wenn man weiß, wie es Mobbingopfern wirklich geht", sagte Heidel am Montagabend bei Sky90.

Der 22 Jahre alte Meyer, der seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängert hatte, hatte am Montag in einem Interview mit der Bild-Zeitung gesagt: "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an." Meyer sagte, "vom ersten Tag", sei ihm klargemacht worden, "dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden".

Heidel verwehrte sich gegen diesen Vorwurf, den er "an den Haaren herbeigezogen" nannte. "Trainer Domenico Tedesco hat ihm vor der Saison ausführlich erklärt, was man von ihm als offensivem Mittelfeldspieler erwartet, und wenn er das nicht bringt, wird er sehr wenig spielen. Offener kann man mit einem Spieler nicht umgehen."

Auch Meyers Vorwurf, es habe kaum Kommunikation mit Heidel gegeben, wollte der Sportvorstand nicht gelten lassen. "Wir haben 30, 45 Minuten zusammengesessen. Da habe ich ihn gefragt, ob ich mit seinem Berater Roger Wittmann über eine Vertragsverlängerung reden kann. Max hat gesagt, dass er sich zwar in der vergangenen Saison mehr Unterstützung gewünscht hätte, aber man dennoch sehr gerne reden könne", sagte Heidel.

Vor der Suspendierung Meyers, der bis zum Saisonende nicht mehr mit der Mannschaft trainieren darf, habe es am Montag kein Treffen gegeben. "Ich wollte es ihm persönlich mitteilen, habe ihn zu einem Gespräch eingeladen. Aber er ist dem nicht nachgekommen, er wollte nicht reden. Daher haben wir ihm dies schriftlich per Brief und Mail mitgeteilt", sagte Heidel.

Update vom 30. April - 18:03 Uhr:

Schalke 04 hat Nationalspieler Max Meyer nach dessen öffentlichen Mobbing-Vorwürfen suspendiert. Das teilte der Tabellenzweite der Bundesliga am Montag mit. Am Morgen war ein Interview Meyers in der Bild-Zeitung erschienen, in dem er klagte, er fühle sich auf Schalke schlecht behandelt. Seinen Sportvorstand Christian Heidel griff er scharf an.

Meyer (22 Jahre, vier Länderspiel-Einsätze) bestritt für Schalke in der laufenden Saison 24 Bundesliga-Spiele. An den vergangenen sieben Spieltagen saß er viermal 90 Minuten auf der Bank. Am Samstag beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach fehlte er offiziell wegen einer Fußverletzung. Meyer widersprach dieser Darstellung: Er habe seit Donnerstag zur Verfügung gestanden.

Ein Angebot zur Vertragsverlängerung hatte der Mittelfeldspieler abgelehnt.

Update vom 30. April - 8:04 Uhr:

Kurz vor seinem von einigen Nebengeräuschen begleiteten Abschied bei Schalke 04 hat Mittelfeldspieler Max Meyer zu einem Rundumschlag gegen die Führungsetage des Fußball-Bundesligisten ausgeholt. Dabei attackierte der viermalige Nationalspieler insbesondere Sportvorstand Christian Heidel. "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an", sagte Meyer der Bild-Zeitung.

Der 22-Jährige, der die Königsblauen am Saisonende nach neun Jahren im Verein und fünfeinhalb Spielzeiten als Profi ablösefrei verlässt, konkretisierte seine Vorwürfe: Heidel, der im Juli 2016 die sportliche Leitung auf Schalke übernahm, habe ihm "vom ersten Tag an gesagt, ich könne gehen. Dann meinte er noch, dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden. Als ich da nicht mitgemacht habe, sollte ich verlängern."

Update vom 29. April

Nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach war die Verwirrung um Max Meyer komplett. Der 22 Jahre alte Nationalspieler des FC Schalke 04 widersprach nach dem 1:1 am Samstag kurz und knapp der Darstellung seines Klubs. „Was soll ich sagen. Ich war nicht verletzt“, sagte Meyer, der auf dem offiziellen Aufstellungsbogen wegen einer „Fußverletzung“ als Ausfall geführt worden war.

Das Tuch zwischen dem U21-Europameister und dem Revierclub scheint endgültig zerschnitten. Am Donnerstag war bestätigt worden, dass Meyer den Fußball-Bundesligisten zum Saisonende ablösefrei verlässt. „Er hat am Mittwoch das Training wegen einer Fußverletzung abgebrochen. Jetzt scheint es ihm besser zu gehen, aber er hat zwei Tage nicht trainiert. Das ist Fakt“, sagte Schalkes Trainer Domenico Tedesco. „Deswegen war er nicht im Kader.“

Kaum anzunehmen, dass das Schalker Eigengewächs, das mehrfach Angebote zur Vertragsverlängerung abgelehnt hatte, in den abschließenden beiden Saisonspielen in Augsburg und gegen Eintracht Frankfurt noch einmal zum Einsatz kommt.

Update vom 05. April

RB Leipzig hat ein angebliches Interesse an Max Meyer dementiert. Der Bundesligist wies damit einen Bericht der Bild zurück, dem zufolge die Sachsen und 1899 Hoffenheim an einer Verpflichtung von Meyer interessiert seien. Der Abschied des 22-Jährigen vom FC Schalke 04 zum Saisonende gilt als wahrscheinlich. Meyer wäre nach dem Ende seines Vertrages beim Tabellen-Zweiten ablösefrei. Nach dpa-Informationen erscheint allerdings ein Wechsel ins Ausland wahrscheinlicher als ein Verbleib in der Bundesliga. Demnach dürfte auch der FC Bayern eher aus dem Rennen sein?

Update vom 29. März

Manager Christian Heidel geht von einem Abschied von Nationalspieler Max Meyer vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 aus. „Aktuell deutet alles daraufhin, dass er den Verein verlassen wird“, sagte Heidel am Donnerstag: „Schalke hat kein neues Angebot mehr gemacht. Und Max hat auch nicht angedeutet, dass er noch mal ein Gespräch wünscht.“

Das 22 Jahre alte Eigengewächs hatte zuletzt eine Frist des Vereins auf eine Vertragsverlängerung verstreichen lassen. Meyers Kontrakt läuft am Saisonende aus, er wäre damit ablösefrei.

Update vom 3. März:

Rund um das Schalker 1:0 über Hertha BSC ist auch das Thema Max Meyer erneut auf den Tisch gekommen. Die Fronten scheinen verhärtet. So sagte Spielerberater Roger Wittmann bei „Sky“ über die Schalker Bemühungen für eine Vertragsverlängerung: „Zwei E-Mails reichen nicht, um einen Schalker Jungen vom Verbleib zu überzeugen.“

Dieser Satz kam bei Christian Heidel gar nicht gut an. „Ich kenne Berater, die schreiben zwei E-Mails und wollen Millionen dafür. Ich werde das nicht kommentieren - ich kann es kaum glauben, dass er das sagt“, wetterte der S04-Sportvorstand.

Update vom 28. Februar:

Max Meyer hat also auch das zweite Vertragsangebot des FC Schalke 04 abgelehnt. Bei der Entscheidung des Mittelfeldspielers soll auch der zum FC Bayern wechselnde Teamkollege Leon Goretzka eine Rolle gespielt haben. Nach Informationen der Sport Bild stößt S04-Eigengewächs Meyer sauer auf, dass ihm im Gegensatz zum ehemaligen Bochumer eine verhältnismäßig kurze Frist zur Unterschrift gewährt wurde. Bis zum 15. Februar sollte der U21-Europameister Farbe bekennen. Zudem missfalle ihm die Diskrepanz bezüglich des angebotenen Gehalts: Während Goretzka bis zu zehn Millionen Euro hätte verdienen können, wären es bei Mesyer „nur“ 5,5 Millionen Euro. Der dritte Punkt betrifft Clemens Tönnies: Der Aufsichtsratschef hatte öffentlich um Goretzka gekämpft, diesen mitsamt Berater sogar in seine Villa eingeladen. Zur Personalie Meyer äußert sich der Unternehmer dagegen gar nicht öffentlich. Dementsprechend vermisst der Mittelfeldspieler die Wertschätzung innerhalb des Klubs.

S04-Manager Christian Heidel hat die Tür für Meyer, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, aber ausdrücklich noch nicht zugeschlagen. „Wenn Max Meyer jetzt kommt und sagt, er möchte weiter für Schalke spielen, dann ist das wunderbar. Aber wir können und werden sicher keine Wochen mehr warten.“ Angeblich plant der langjährige Mainzer Macher noch in dieser Woche ein Gespräch mit dem auch vom FC Barcelona und FC Arsenal umworbenen Youngster.

Update vom 27. Februar:

Beim Fußball-Bundesligisten Schalke 04 deutet einiges auf einen Abschied von Nationalspieler Max Meyer hin, der nach übereinstimmenden Medien-Informationen auch das neue Angebot der Königsblauen abgelehnt hat.

Noch hofft der Traditionsklub aber, den 22-Jährigen von einer Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages auf Schalke überzeugen zu können. "Wir sind im Moment noch gesprächsbereit", sagte Sportvorstand Christian Heidel am Dienstag dem kicker. Er schränkte jedoch ausdrücklich ein: "Aber auch wir müssen und werden die neue Saison planen."

Angeblich lag U21-Europameister Meyer seit dem 12. Januar eine Offerte über ein Jahresgehalt von 5,5 Millionen Euro vor. Im vergangenen Mai hatte der Spieler ein erstes Angebot von S04 abgelehnt. Ein ablösefreier Wechsel am Ende der Saison rückt nun immer näher. "Der Verein muss planen können, deswegen werden wir nicht bis zum Sommer abwarten", hatte Heidel im Interview mit der Welt am Sonntag gesagt.

Da Schalkes Nationalspieler Leon Goretzka im Sommer zu Meister Bayern München wechselt, ist eine Verlängerung mit Meyer von besonderer Bedeutung für Schalke.

Heidel hatte zuletzt in der Sport Bild betont, dass der Trainer ein entscheidender Faktor für den S04-Profi sein könnte: "Domenico Tedesco hat die Mannschaft um ihn herum so geformt, dass es für Max Meyer nun einen idealen Platz gibt. Vorher war das nicht der Fall. Er muss sich überlegen, losgelöst vom wirtschaftlichen Aspekt, bekomme ich diese Position bei einem anderen Klub? Denn eines ist klar: Max will und muss spielen."

Update vom 22. Februar: 

Trainer Domenico Tedesco hofft nach dem Wechsel von Leon Goretzka zum FC Bayern München auf einen Verbleib von Max Meyer beim FC Schalke 04. „Das wäre natürlich eine harte Nummer, wenn auch Max ginge. Max hat ein Angebot von uns vorliegen. Darüber macht er sich jetzt Gedanken“, sagte der Coach des Fußball-Bundesligisten dem Internetportal Sportbuzzer.

Tedesco sieht gute Chancen, dass Meyer seinen Vertrag verlängert, „Er hat - glaube ich - noch nie so viel gespielt wie jetzt. Er hat eine Position gefunden, auf der er seine Stärken ausspielen kann. Und Max vertraut uns. Er hat uns schon mehrmals gesagt, dass er sich pudelwohl fühlt.“ Der Schalker Trainer hatte Meyer vom offensiven zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult und dem 22-Jährigen somit zu wesentlich mehr Spielanteilen verholfen.

München - Er ist jung, deutsch, talentiert - und sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Das macht Max Meyer offenbar auch für den FC Bayern interessant. Laut der spanischen Zeitung Mundo Deportivo sollen die Verantwortlichen des Rekordmeisters ihre Fühler nach dem talentierten Mittelfeldmann ausgestreckt haben.

Angeblich sollen sich die Münchner und der 22-Jährige schon auf Vertragsmodalitäten geeinigt haben. Das spanische Medium beruft sich dabei auf Quellen aus Deutschland. Zuletzt soll auch der FC Barcelona Interesse an einer Verpflichtung des starken Technikers angemeldet haben.

Ist im FCB-Mittelfeld Platz für Meyer?

Noch zu Saisonbeginn schien Meyer in Gelsenkirchen auf dem Abstellgleis. Mit seiner neu entdeckten Rolle im defensiven Mittelfeld überzeugte er in der Hinrunde jedoch auch seine internen Kritiker.

Erst kürzlich hat der FC Bayern eine langwierige Wechselposse mit einem anderen Schalker Akteur beendet. Leon Goretzka soll in der kommenden Saison an der Säbener Straße für Furore sorgen. Auch er ist - wie Meyer - im zentralen Mittelfeld beheimatet. Da der Rekordmeister dort mit Thiago, Arturo Vidal, Corentin Tolisso, Javi Martinez und Sebastian Rudy bereits jetzt äußerst prominent besetzt ist, dürfte ein Meyer-Wechsel an die Isar eher unwahrscheinlich sein.

Besonders pikant: Am Samstag müssen Goretzka und Meyer in der Allianz Arena antreten, wir berichten im Live-Ticker.

lks

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