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TV-Kritik: Sammer begeisterte mit einem Satz, mit dem er nichts sagte - und wie war Réthy?

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Von: Jörg Heinrich

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Wieder vereint - zumindest im Studio: Eurosport-Experte Matthias Sammer (r.) begrüßte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zum Gespräch.
Wieder vereint - zumindest im Studio: Eurosport-Experte Matthias Sammer (r.) begrüßte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge zum Gespräch. © Screenshot Eurosport

Die Bundesliga öffnet ihre Pforten. Und mit ihr geht auch unser Kolumnist Jörg Heinrich in die Vollen. In seiner TV-Kritik bewertet er Experten, Moderatoren und Kommentatoren.

München - ’S is wieder Sammer, Sammer in der Stadt! Der vielgepriesene Eurosport-Experte analysierte am Freitag weder nackert im Englischen Garten noch high auf dem Monopteros. Trotzdem war die Freude groß, wenn auch nicht bei allen. Viele Bayern-Fans finden nämlich, dass es einen Hautgout hat, also ein Gschmackerl, wenn der BVB-Chefberater den FC Bayern analysiert. Aber wir finden: Deutschlands bestem Fußball-Erklärer verzeiht man fast alles. Und lieber ein parteiischer Sammer als ein unparteiischer Calmund.

Matthias Sammer: Was er sagte, war gewohnt exzellent. Für Hoffenheims Kevin Vogt begeisterte er sich grenzenlos: „Pässe aus dem Fußgelenk, wie der Franz früher.“ Fast noch besser war aber, was Sammer NICHT sagte. Ein Transfer von Jérôme Boateng sowie die Verbannung von Mats Hummels auf die Bank - weil Sammer „keine Details kennt“, wollte er nichts zu diesen Themen sagen. Ein Experte, der mangels Insiderwissen einfach mal die Klappe hält - Danke, Danke, Danke, Matthias Sammer! Wenn sich die Plapper-Fraktion um Calmund und Matthäus daran nur einmal ein Beispiel nehmen würde.

Breyer und Kahn: Weil sich Olli Welke noch von der WM erholen muss, stand Jochen Breyer mit Olli Kahn fürs ZDF im Fröttmaninger Regen. Breyer war schwer begeistert: „Was für ein wunderschönes Duell, um diese neue Saison zu eröffnen!“ Kahn hätte gerne ausführlicher über Jogis Krisenbewältigung referiert: „Haben wir zweieinhalb Stunden Zeit?“ Was auffiel: Bei Eurosport geht’s mehr um den Sport, im ZDF mehr ums Drumrum. Jan Henkel verkündete schon um 19.15 Uhr, dass Hummels wohl auf die Bank muss. ZDF-Zuschauer haben die Aufstellung erst kurz vor halb neun erfahren, dafür aber immerhin kostenlos.

Béla Réthy: Letztens beim Supercup musste er noch im Ü-Wagen sitzen, während Claudia Neumann kommentierte. Das war ungefähr so, als müsste Pablo Picasso dem Maler Wim (kommt gleich hin) beim Malen zuschauen. Am Freitag war Béla wieder da. Seine leidigen Schnitzer (Abseitsverwirrung am Robben) baute er wie gewohnt ein, in seinen besten Momenten ist Réthy aber famos. Wie beim Hoffe-Tor zum 1:1: „Boateng sieht beim Gegentor nicht gut aus - ich erhöhe auf: sehr schlecht.” Hat Spaß gemacht, ihm zuzuhören. Möge sich Béla dafür eine Mass am Chinesischen Turm gönnen.

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