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TV-Kritik zum Bayern-Spiel: Bei einem war jeder Satz ein Genuss - und dennoch gab‘s einmal Verwirrung

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Von: Jörg Heinrich

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Matthias Sammer voller Leidenschaft an der Taktiktafel.
Matthias Sammer voller Leidenschaft an der Taktiktafel. © Screenshot

tz-Kolumnist Jörg Heinrich findet in seiner TV-Kritik zur FCB-Übertragung fast nur Positives, ja schwärmt in höchsten Tönen. Doch es gab auch mal Verwirrung.

München - Am Freitagabend galt, wie immer, wenn Bayern spielt: Welches Abo hätten’s denn gern? Diesmal waren nicht Sky, DAZN oder Amazon Supersoccer 24 gefragt – sondern zur Abwechslung Eurosport. Oder, wie es bei unserem Lieblings-Duo Cindy und Bert heißt: „Abo am Abend,da spielen die Bayern.“ Aber für Eurosport zahlt man ja gern. Die Übertragung aus Berlin war einmal mehr Fußball-Fernsehen zum Verlieben. 

Der Sammer: Beim Super-Sachsen ist jeder Satz ein Genuss. Er fand beispielsweise, dass es „ein bisschen traurig ist“, dass bei Bayern die Freude am Gewinnen zu kurz kommt. Das sind kluge Gedanken, auf die ein handelsüblicher Experte nicht einmal kommt, wenn Weihnachten und Sommeranfang zusammenfallen. Sammer referierte über die Schuhspanner in den Schuhen von Thomas Müller beim FCA-Spiel, und über Benjamin Pavard als Rechtsverteidiger, der kein Rechtsverteidiger ist. Sein Taktik-Talk mit Hertha-Trainer Pal Dardai, der schon vor dem Spiel haarklein erklärte, wie er den FC Bayern schlagen will, war die pure Freude. Um es auf den Punkt zu bringen: Sammer vs. Matthäus ist wie Witzigmann vs. Schuhbeck. Weltklasse gegen Provinz. 

Der Klimbim: Entfiel vollständig. Moderator Jan Henkel redete über Fußball, und sonst gar nichts. Und er skypte gottlob nicht in schauderhafter Videoqualität mit einem Eskimo vom 3. FC-Bayern-Fanclub am südwestlichen Polarkreis, wie bei der Konkurrenz üblich. Amüsante Sprachverwirrungen gab es trotzdem.„Das 1:1 gegen Augsburg wird Bayern wachrütteln und sentimentalisieren“, prophezeite Sammer irrtümlich. „Oder sensibilisieren“, warf Henkel etwas unsensibel und unsentimental ein. 

Der Stach: Matthias Stach, preisgekrönter Tennis-Spezi von Dispo-Boris, ist auch beim Fußball ein Ass. Er streute Amüsantes ein – zum Beispiel, dass der Name Salomon Kalou auf Deutsch „geliebter Elefant“ bedeutet. Töröööö! Aber vor allem ist Stach ein Kommentator, der ein Spiel schlau analysiert, und sein Wissen nicht für sich behält. „Schauen Sie mal!“,nimmt er die Zuschauer an der Hand, und erklärt anschaulich den „deutlichen Wechsel im Spielrhythmus defensiv der Hertha“. Beim Hertha-Elfer erspähte Stach noch vor der Zeitlupe sofort das zu frühe Abtauchen von Boateng. Fabelhaft, wie alles an diesem Abend bei Eurosport.

Jörg Heinrich

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