Butt: „Ich mache keinen Stunk“

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Hans-Jörg Butt musste in Sinsheim beim Pokal-Spiel gegen die SpVgg Neckarelz auf der Bank Platz nehmen

München - Nein, über den Moment der Entscheidung mag Hans-Jörg Butt nicht mehr sprechen. Es war vergangenen Samstag, im Spielerhotel des FC Bayern.

Louis van Gaal rief nacheinander seine Torhüter Michael Rensing und Jörg Butt zu Vier-Augen-Gesprächen. Der Entschluss des Holländers stand fest – für Butt wurde es der Augenblick der bitteren Wahrheit: Der 35-Jährige hat das Torhüter-Casting verloren, wurde zur Nummer zwei degradiert.

„Im ersten Moment war ich sehr enttäuscht, das ist klar“, erzählt der Keeper am Dienstagnachmittag der tz. Seinen freien Tag genießt er mit der Familie, erstmal abschalten. „Mir geht’s schon wieder gut, keine Sorge“, sagt Butt. Seinen Optimismus hat er nicht verloren. Der Torwart kämpferisch: „Die Saison ist lang, es kann noch so viel passieren. Wir haben eine Menge vor uns, ich muss einfach weitermachen.“

Die größte Hilfe für Butt: Die letzte Saison! Auch da saß er auf der Bank, hatte lange Zeit keine Chance – und rutschte auf einmal völlig überraschend ins Team. „Im letzten Jahr hat man gesehen, wie schnell es im Fußball gehen kann“, meint Butt. „Auf einmal war ich die Nummer eins – und dann hatte ich einen guten Anteil daran, dass wir uns direkt für die Champions League qualifiziert haben.“

Butt im Süden, Rensing im Wasser: Bayern-Stars privat

Strecke

Seinem Konkurrenten Rensing muss er seit dem Spiel in Neckarelz wieder von der Bank aus beim Ballfangen zusehen. Droht Ärger zwischen den Rivalen? „Nein, das ist ein Wettkampf auf sportlicher Ebene“, entgegnet Butt: „Ich werde sicher keinen Stunk machen, das wäre der falsche Weg. Ich bin Michael auch nicht böse. Der Trainer hat sich nun einmal für ihn entschieden.“ Butt sieht nur einen Weg: „Gas geben, jeden einzelnen Tag im Training. Darum geht es jetzt für mich.“ Wurde Butt der Patzer beim Audi-Cup zum Verhängnis, nachdem Rensing am Tag darauf zwei Elfmeter parierte? „Das spielt jetzt keine Rolle mehr“, meint der Oldie knapp. „Die Vorbereitung ist vorbei.“

Trotzdem: Für den Ex-Nationaltorhüter (ein A-Länderspiel) ist van Gaals Torwart-Entscheidung nicht in Stein gemeißelt. „Es geht so schnell, Louis van Gaal schaut sehr stark auf die Leistung im Training“, versichert Butt. „Ich werde bereit sein.“ Zudem ist offen, für wie lange sich Rensing seines Status als Stammkeeper sicher sein kann. „Wie lange Michael die Nummer eins ist, hat er nicht gesagt“, sagt Butt – mehr will er zu dem Gespräch mit van Gaal nicht mehr sagen. Verständlich: Es war sein bitterster Moment in München.

Tobias Altschäffl

Die Bilder vom Pokal-Spiel: Wie Rensing bei Neckarelz patzte

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