tz-Interview über den Manager

Brazzo: „Uli ist ein Freund fürs Leben!“

München - Zum Champions-League-Knaller zwischen Bayern und Juve kehrt Hasan Salihamidzic zum ersten Mal in die Allianz Arena zurück. Im tz-Interview erzählt er von seinem neuen Leben und seiner besonderen Beziehung zu Uli Hoeneß.

Neun Jahre spielte Hasan Salihamidzic (32) für den FC Bayern, wurde durch seinen totalen Einsatz zum Publikumsliebling. Vor zwei Jahren wechselte er zu Juventus Turin.

Das tz-Interview

Herr Salihamidzic, wie gefällt es Ihnen in Italien?

Salihamidzic: Sehr gut, ich habe mich super eingelebt, meiner Familie gefällt es. Es war der richtige Schritt.

Vermissen Sie auch etwas?

Salihamidzic: München halt. Meine Freunde und ab und zu auch das deutsche Essen. Immer nur Nudeln, das ist ja auch nichts.

Hätten Sie es gewusst? Auch diese Spieler kickten einst bei Bayern

Strecke

In einem ähneln sich Juve und die Bayern: Entweder man liebt sie oder man hasst sie, oder?

Salihamidzic (lacht): Stimmt. Aber bei Juve ist das Ganze noch extremer. Wenn wir im Bayern-Bus am Stadion ankamen, gab es mal eine abfällige Geste – das war’s. Bei Juve stehen die gegnerischen Fans am Straßenrand und beschimpfen und verfluchen uns regelrecht.

Haben Sie Ihren Spitznamen Brazzo behalten?

Salihamidzic: Ja, natürlich. Ich habe bei meiner ersten Pressekonferenz gesagt: Ich bin Brazzo! Da war alles klar.

Sind Sie noch oft in München?

Salihamidzic: Ja, das ist ja meine zweite Heimat. Da treffe ich mich dann mit Uli Hoeneß, wir essen eine schöne Ente und trinken ein Bierchen. Wir haben eine besondere Beziehung. Er hat mir bei meinem Abschied das Du angeboten. Es ist schön, ihn als Freund zu haben. Uns hat das Leben zusammengeschweißt. Wir werden fürs ganze Leben echte Freunde bleiben.

Wie bitter ist es, dass Sie nicht mitspielen können?

Salihamidzic: Mir blutet das Herz, aber es geht einfach nicht. Ich habe eine Sehnenscheidenentzündung an der Peroneussehne im Sprunggelenk. Ich war zwar letzte Woche wieder dabei, weil ich unbedingt mitspielen wollte – aber da habe ich wohl zu früh angefangen. Das Spiel gegen Bayern war für mich eben total wichtig. Ich wollte alles dafür tun. Leider geht es nicht.

Historische Champions-League-Siege des FC Bayern

Strecke

Letzte Saison haben Sie auch nur elf Spiele gemacht…

Salihamidzic: Ja, ich hatte drei, vier Monate Achillessehnen-Probleme, dann eine Meniskusverletzung, an der ich auch operiert wurde. Es lief wirklich nicht gut letztes Jahr. Deswegen will ich die Verletzung jetzt richtig auskurieren. Und dann voll angreifen.

Um dann Italienischer Meister zu werden?

Salihamidzic: Ja, das war ich ja noch nicht. Wir haben eine gute Mannschaft und hohe Ansprüche, genau wie der FC Bayern.

Zumal Sie sich gut verstärkt haben – unter anderem mit Diego…

Salihamidzic: Ja, er ist ein überragender Spieler. Er hatte zwar anfangs mit Verletzungen zu kämpfen, aber jetzt ist er wieder fit. Er kann ein Spiel alleine entscheiden, mit ihm zu spielen, macht riesig Spaß. Und: Wir haben mit Ciro Ferrara einen neuen, super Trainer bekommen – ein Titel könnte also schon her!

Bayern hat auch einen neuen Trainer. Ist van Gaal der richtige Mann?

Salihamidzic: Ja, absolut. Er ist ein alter Hase, mit ganz viel Erfahrung und vielen Erfolgen. Der wird das schon machen.

Wie wichtig war es, Ribéry zu halten?

Salihamidzic: Enorm wichtig. Er ist das belebende Element bei Bayern und in meinen Augen einer der besten Fußballer der Welt.

Ist er wirklich 100 Millionen wert?

Salihamidzic: Das ist schon irre viel Geld. Ich weiß nicht, ob das überhaupt ein Fußballer wert ist. Was da im Moment für Summen gezahlt werden – ich finde das nicht gut.

Was denken Sie über Arjen Robben?

Salihamidzic: Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer, das hat man ja schon im ersten Spiel gesehen. Auch er hat viel gekostet, genauso wie Mario Gomez. Man sieht, die Bayern haben sich verstärkt, und deswegen wird dort jetzt auch einiges erwartet. Mindestens die Meisterschaft.

Wie lange wollen Sie noch spielen?

Salihamidzic: Ich habe noch zwei Jahre Vertrag bei Juventus. Den will ich auf jeden Fall erfüllen.

Interview: Jan Janssen

tz-Exklusiv-Einblicke: Der Bayern-Zeugwart

Exklusive Einblicke : tz-Besuch bei Bayern-Zeugwart Sepp Schmid

Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
In diese Räumlichkeiten dürfen eigentlich nur die Bayern-Angestellten rein. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Doch für die tz wurde eine Ausnahme gemacht. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Josef „Sepp“ Schmid ist der Hüter dieser Hallen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Er ist morgens der Erste hier. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Sein Arbeitstag beginnt um 4:30 Uhr. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Für tz-Reporter Jan Janssen war also frühes Aufstehen angesagt. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Aber derart intime Einblicke ... © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
... in den Kabinentrakt des Rekordmeisters ... © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
... erhält man nun mal selten. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Die tz freut sich, dass eine Ausnahme gemacht wurde. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Der 85-Jährige ist für die Ausrüstung des FC Bayern zuständig. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Er ist für auch die Schuhe zuständig. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Auch wenn er das Putzen inzwischen aufgegeben hat. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Durch diesen Schuhschacht kommen nach dem Training die schmutzigen Treter geflogen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Schmids wichtigste Aufgabe: Das Beflocken der Trikots. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Da muss jeder Handgriff sitzen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Nicht dass womöglich ein falscher oder ein falsch geschriebener Name auf den Jerseys steht. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Aber Sepp Schmid versteht seinen Job. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Er ist nicht irgendein Zeugwart. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Sondern ein echtes Bayern-Urgestein. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
„Sepp“ macht den Job seit fast 40 Jahren © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Schuheputzen ist keine leichte Aufgabe. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Die Feinheiten lernt auch tz-Reporter Jan Janssen bei seinem Besuch kennen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Die Stars wollen‘s sauber haben. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Reichlich Kleidung für viele Spiele. Wenn es bei einem Zweikampf zu ruppig zugeht und ein Trikot zerreißt, ist zum Glück Ersatz parat. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Das gilt natürlich auch für die Schuhe. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Beim tz-Besuch kommt Josef Schmid ins Erzählen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
„Als ich am 20. Dezember 1970 als Hausmeister beim FC Bayern anfing, sagte man mir, ich solle um halb fünf in der Früh anfangen.“ © sampics
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„Seitdem mache ich das so.“ © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Jung-Profis wundern sich vielleicht, wie ihre Trikots und Schuhe jeden Tag frisch geputzt in der Kabine warten. © sampics
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Doch dann lernen sie „Sepp“ kennen. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Und wissen, dass nicht nur harte Arbeit ... © sampics
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... hinter der Spielkleidung steckt. © sampics
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Sondern auch ein äußerst sympathisches „Bayern-Original“ © sampics
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Anfangs als Hausmeister für das gesamte Gelände eingestellt, wandelte sich sein Job im Laufe der Jahre in Richtung Zeugwart. © sampics
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Schmid reiste mit der Mannschaft durch Europa, war bei vielen Titelfeiern dabei. © sampics
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„Einmal hat die Mannschaft den DFB-Pokal auf dem Rathaus-Balkon vergessen.“ © sampics
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„Da hab ich mir den unter den Arm geklemmt und ihn in Sicherheit gebracht.“ © sampics
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Sepps Arbeitsgerät © sampics
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Jeden Tag kommt viel Arbeit auf die fleißigen Bayern-Angestellten zu - auch wenn Schmid nicht mehr selbst alles putzt © sampics
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Und natürlich trägt er die großen und schweren Kisten auch nicht mehr allein. © sampics
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Das würde von einem 85-Jährigen auch keiner erwarten. © sampics
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Und es sind wirklich VIELE Kisten. © sampics
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„Sepp“ ist die gute Seele des FC Bayern. © sampics
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Die Spieler scherzen gerne mit ihm. © sampics
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Das ist bei vielen Vereinen zwischen Zeugwart und Stars üblich. © sampics
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Bei einem Urgestein wie Sepp macht es den Spielern aber natürlich besonders Spaß. © sampics
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Es ist warm in den drei kleinen Räumen im Bayern-Keller. © sampics
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Ganz besonders im Sommer. © sampics
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Drei Waschmaschinen stehen dort, etliche Trockner. © sampics
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„Man kommt hier ganz schön ins Schwitzen, aber ich habe mich daran gewöhnt“ © sampics
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Im Laufe der Jahre ist sein Job zu einer Lebensaufgabe geworden. © sampics
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Schmid ohne Bayern – das geht nicht. © sampics
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Genauso wie umgekehrt. © sampics
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Drei Tage, nachdem er im Dezember 1970 seinen Dienst antrat, zog er mit seiner Frau in die Hausmeisterwohnung auf dem Gelände, wohnte dort fast 25 Jahre. © sampics
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Um 17 Uhr, wenn die Geschäftsstelle schloss, wurde der Bayern-Telefonanschluss in seine Wohnung umgeleitet. „Da riefen dann Manager aus ganz Europa an. Da habe ich natürlich den einen oder anderen Transfer mitbekommen – aber sofort wieder vergessen“, lacht Schmid. © sampics
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Den Namen „Badstuber“ (Trikot mit der 28) beflockt Sepp noch nicht allzu lange. Doch auch die jungen Spieler lernen ihn schnell kennen und schätzen. © sampics
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Hier gibt es immer was zu tun. © sampics
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Und täglich kommt neue Arbeit hinzu. © sampics
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Wo Fußball gespielt wird, da fallen dreckige Trikots an. © sampics
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Hier wird die schmutzige Wäsche gewaschen. © sampics
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Dank dem 85-Jährigen und seinen Kollegen haben die Spieler auch morgen noch saubere Schuhe und Trikots. © sampics
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Die tz freut sich, diese Einblicke hinter die Kulissen exklusiv bekommen zu haben. © sampics
Besuch beim Zeugwart des FC Bayern
Vielen Dank und alles Gute, Sepp Schmid! © sampics

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