Mario Gomez im Interview: „Wir wurden vorgeführt“

Gomez: „Das ist ein Schock“

Mario Gomez
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„In der ersten Halbzeit wurden wir vorgeführt, unsere Leistung war unterirdisch“, sagte Mario Gomez nach dem Spiel.

Mainz/München - „Wir wurden vorgeführt“ - das sagt Mario Gomez am Tag nach der Blamage in Mainz im tz-Interview.

Herr Gomez, 1:2-Blamage in Mainz , schlechtester Start seit 1966. Welche Erklärung haben Sie für die katastrophale erste Halbzeit?
Gomez:

Das ist ein Schock. Wir waren zwar auf dem Platz, aber wir sind nicht gelaufen. Keiner. So hast du in der Bundesliga gegen keinen Gegner eine Chance. In der ersten Halbzeit wurden wir vorgeführt, unsere Leistung war unterirdisch. Im zweiten Durchgang hatten wir genug Chancen, trotzdem hätten wir nicht verdient gehabt, etwas zu holen – weil wir in der ersten Halbzeit so dermaßen passiv waren.

Wurde Mainz unterschätzt?
Gomez:

Nicht unterschätzt. Aber ich glaube, das Bewusstsein, die besseren Fußballer zu sein, hat uns dazu verleitet, es nur spielerisch zu lösen und nicht zu kämpfen.

Hat es in der Kabine zur Pause richtig gekracht?
Gomez:

Die Pause kam zum richtigen Zeitpunkt. Wir haben uns gesagt: Das kann nicht sein! Scheißegal wie das Spiel jetzt läuft, wir müssen zumindest genauso viel Einsatz zeigen und dagegen halten. Das haben wir dann gemacht. Und man sieht ja: Selbst wenn wir nicht gut spielen, bekommen wir dann unsere Chancen. Wir hatten sechs, sieben Chancen. Trotzdem hätten wir einfach nicht verdient gehabt, in Mainz etwas zu holen.

Erschreckend: Trotz des schnellen Anschlusstreffers gelang es nicht, gegen die platten Mainzer nachzulegen…
Gomez:

Das hatte aber auch mit Pech zu tun. Aber noch mal: Nach der ersten Halbzeit hatten wir auch nicht mehr verdient. Wir haben uns das Glück einfach nicht erarbeitet.

Miroslav Klose kam mehr durch die Mitte, fast als Zehner. Ein Systemwechsel?

Gomez:

Ja, wir haben mit einem anderem System und Miro zentral gespielt.

Die Bayern-Spieler in der Einzelkritik

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Wie geht es jetzt weiter?
Gomez:

Die Niederlage ist sehr bitter für uns. Aber vielleicht ist das jetzt zum richtigen Zeitpunkt passiert, auch gegen diesen Gegner. Damit jeder weiß: Ohne Einsatz, ohne Marschieren geht in der Bundesliga gar nichts mehr, gegen keinen Gegner.

Also hatte Felix Magath recht, als er in der tz erklärte, dass Bayerns Dominanz weg sei?
Gomez:

Ich glaube, es ist vollkommen wurscht, wer nach dem zweiten Spieltag dominant ist.

Nächstes Wochenende kommt Meister Wolfsburg , dann geht’s nach Dortmund. Was muss jetzt passieren?
Gomez:

Wir müssen die Niederlage gründlich analysieren und dann den Blick nach vorne richten. Es wird natürlich wahnsinnig schwer jetzt, und es wird natürlich auch wahnsinnig viel Unruhe geben diese Woche. Das ist uns klar. Wir haben uns die Saison nicht so vorgestellt. Aber letztendlich sind nur wir Spieler daran schuld. Wir haben es verbockt, nicht der Trainer.

Mainz schießt Bayern in die Krise - Bilder der Niederlage

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Der gesamte Vorstand war nach dem Spiel in der Kabine. Hat’s gekracht?
Gomez:

Ich glaube, seit ich hier bin, war der Vorstand immer nach den Spielen in der Kabine.

Und in Mainz war nichts anders?
Gomez:

Nein, eigentlich nicht.

Befürchten Sie, dass die Arbeit des Trainers bereits jetzt infrage gestellt wird?
Gomez:

Das ist Quatsch. In der ersten Halbzeit sind wir ja nicht gelaufen, nicht der Trainer. Das ist ja nicht die Schuld des Trainers.

Wie ist das Verhältnis zum Trainer?
Gomez:

Gut.

Interview: Tobias Altschäffl

Bilder des 3. Bundesliga-Spieltages

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