Der irre Titel-Vierkampf/ Karl-Heinz Rummenigge: „Spannendstes Finale der Geschichte“ / Entscheidet Mario Gomez alles?

Wahnsinns-Finale!

FC Bayern
+
Drei Punkte und fünf Tore auf Wolfsburg aufgeholt: Die ­Bayern jubeln über das 3:1 in Cottbus.

München - Im Mannschaftsbus mussten die Bayern-Stars noch mal genau hinsehen.

Als Ribéry, Toni & Co. am Samstag Cottbus verließen, gab es nur ein Thema: Das spannendste Bundesliga-Finale aller Zeiten! Die letzten drei Spieltage werden zum Nerven-Krimi. Die irre Ausgangssituation: Zwischen Rang vier und Platz eins liegen nur zwei Punkte, vier Teams träumen vom Titel. Mittendrin: der FC Bayern. Durch das 3:1 in Cottbus ist der Rekordmeister punktgleich mit Wolfsburg, den Bayern fehlen nur zwei Tore zur Spitze. „Jupp Heynckes hat sich selbst das wichtigste Geschenk gemacht“, jubelte Karl-Heinz Rummenigge nach dem Sieg am 64. Geburstag des Trainer: „Er hat die Bundesliga so spannend gemacht wie nie zuvor.“ Für die letzten Wochen der Saison sollte sich jeder Fan vorsorglich Baldrian besorgen – die Liga ist vielleicht nicht die beste, dafür aber die spannendste der Welt: Das Wahnsinns-Finale!

Die Bayern in der Einzelkritik

foto

Bereits der viertletzte Spieltag hatte was von Highnoon. Immer, wenn im Stadion der Freundschaft das Signalgeräusch ertönte, blickte die Bayern-Bank gespannt auf die elektronische Werbebande, auf der Spielstände aus anderen Stadien angezeigt werden. Und es rappelte gewaltig – das erste Mal am Samstag bereits nach 30 Sekunden, als Mario Gomez mit seinem ersten Treffer den Untergang des VfL Wolfsburg in Stuttgart einleitete. Mit seinem Viererpack sorgte der Nationalstürmer dafür, dass sogar beim VfB vom Titel geträumt wird. „Jetzt ist alles möglich“, träumte Gomez nach seinen Toren 20 bis 23. Der Stürmer könnte zum großen Trumpf im Endspurt werden. „Was Mario da fabriziert, ist schwer zu beschreiben“, staunt Thomas Hitzls­perger: „Wir leben davon.“ Gomez könnte am letzten Spieltag persönlich für die Entscheidung sorgen – wenn Stuttgart in der Allianz Arena antritt… Einziges Störfeuer: Die Unruhe um Horst Heldt, der von Schalke und Magath umworben wird. „Es wäre Wahnsinn, wenn er gehen würde“, sagt Markus Babbel. Er will den Sportdirektor „nicht unter 20 Millionen“ Ablöse ziehen lassen.

Bilder vom Spiel

foto

Magath baggert an Heldt, bastelt an seiner Zukunft auf Schalke. Kostet der publik gewordene Abgang Wolfsburg den Titel? „Das kann jeder so interpretieren, wie er Lust hat“, sagt Magath mürrisch und stellt fest: „Für uns wird es jetzt schwerer.“ „Die harte Arbeit des ganzen Jahres steht auf dem Spiel“, sagt Zvjezdan Misimovic, „das dürfen wir in den letzten zwei Wochen nicht herschenken“. Die Magath-Diskussionen werden anhalten. Als Nachfolger wurde in Wolfsburg sogar Thomas Schaaf gehandelt. „Da ist gar nichts dran“, stellt Klaus Allofs klar. Wirbel in Wolfsburg – schon am Dienstag zeigt sich, ob sich die Mannschaft wirklich vom Magath-Trubel freimachen kann. Dann steht für die Wölfe der nächste Kracher auf dem Programm – gegen Borussia Dortmund! Mit dem 4:0 gegen Karlsruhe stellte der BVB einen neuen Vereinsrekord auf: Sieben Mal gewann die Borussia zuletzt in Folge, liegt nun nur fünf Punkte hinter der Spitze. „In Wolfsburg erwartet uns ein Schlüsselspiel. Erst danach können wir von den Sternen träumen“, erklärt Alexander Frei. Und Jürgen Klopp droht: „Es ist kein guter Zeitpunkt, gegen uns zu spielen.“ Der Titel-Thriller wird zum Nervenkrieg…

Und da lässt sich selbst die sonst so verhaltene Hertha aus der Reserve locken. „Wenn wir die letzten drei Spiele gewinnen, werden wir Meister“, prophezeit Andrej Voronin, „ich bin mir sicher, dass unsere Gegner Punkte liegen lassen“. Josip Simunic geht sogar noch weiter: „Alle glauben an das große Ziel. Das ist die größte Chance in diesem Leben, deutscher Meister zu werden.“ Auch Uli Hoeneß hat das Team seines Bruders Dieter auf der Rechnung: „Die Leute reden immer nur über Wolfsburg, aber man muss auch Stuttgart und Hertha beachten. Es bleibt spannend bis zum letzten Spieltag, das ist sicher. Wenn wir alle Spiele gewinnen, werden wir Meister.“

Aus dem Meisterrennen verabschiedet hat sich der HSV. Die Hamburger verloren am Sonntag bei Werder Bremen mit 0:2 (Almeida-Doppelpack) und werden die Saison ohne Titel beenden. Das will Bayern nicht. „Jetzt haben wir noch drei Spiele, die wollen wir gewinnen, dann sind wir am Ende ganz oben“, lautet Lukas Podolskis Rechnung. Der Stürmer könnte im Endspurt zum Trumpf für Bayern werden. „Jetzt ist alles möglich. Aber wir sollten nicht zu euphorisch werden, denn Platz vier liegt nur zwei Punkte hinter uns“, warnt Rummenigge. Meisterschaft oder Uefa-Cup, Happy End oder GAU – alles ist drin im irren Liga-Finale.

ta, jj

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

FC Bayern: Corona-Angst im Stadion? Überraschende Zahlen in der Allianz Arena
FC Bayern
FC Bayern: Corona-Angst im Stadion? Überraschende Zahlen in der Allianz Arena
FC Bayern: Corona-Angst im Stadion? Überraschende Zahlen in der Allianz Arena
Vor dem Klassiker gegen den FC Bayern: Geheimnis um Haalands Blitz-Rückkehr gelüftet
FC Bayern
Vor dem Klassiker gegen den FC Bayern: Geheimnis um Haalands Blitz-Rückkehr gelüftet
Vor dem Klassiker gegen den FC Bayern: Geheimnis um Haalands Blitz-Rückkehr gelüftet
Schock für Bayern-Star Lewandowski: Mehrere Polizeistreifen rasen mit Blaulicht zu seiner Villa in München
FC Bayern
Schock für Bayern-Star Lewandowski: Mehrere Polizeistreifen rasen mit Blaulicht zu seiner Villa in München
Schock für Bayern-Star Lewandowski: Mehrere Polizeistreifen rasen mit Blaulicht zu seiner Villa in München
JHV-Chaos sorgt weiter für Wirbel: Konsequenzen beim FC Bayern angekündigt
FC Bayern
JHV-Chaos sorgt weiter für Wirbel: Konsequenzen beim FC Bayern angekündigt
JHV-Chaos sorgt weiter für Wirbel: Konsequenzen beim FC Bayern angekündigt

Kommentare