Keine Hoeneß-Rüge an Lahm

Sammer bekommt nächste Watschn

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Uli Hoeneß und Matthias Sammer

München - Philipp Lahm hat mit seiner Kritik an Matthias Sammer  den Sportvorstand wohl endgültig isoliert. Denn anstatt von Uli Hoeneß für seine Kritik gerügt zu werden, geschah einfach nichts.

Am Dienstag, im Airbus A321 auf dem Flug nach Manchester, lag zwischen Uli Hoeneß und Matthias Sammer lediglich ein Sitzplatz - und doch trennten die beiden mächtigen Männer von Bayern München Welten. Sportvorstand Sammer war noch immer angefressen. Dass der Präsident ihm seine Kritik am Team nach dem Spiel gegen Hannover 96 am 14. September öffentlich um die Ohren gehauen hatte, drückte ihm nach wie vor aufs Gemüt. Am Mittwochmorgen, wenige Stunden vor dem richtungsweisenden Spiel in der Champions League bei Manchester City, wurde es noch schlimmer.

Hoeneß äußerte sich in der Bild-Zeitung zur jüngsten Attacke von Kapitän Philipp Lahm gegen Sammer - und zwar ganz anders, als Sammer dies wohl erhofft hatte. „Dazu gibt es überhaupt nichts zu sagen. Das ist ausgesprochen und besprochen, und damit hat sich das“, ließ sich der Präsident zitieren.

Anders als im November 2009, als Lahms vereinskritisches Interview in der Süddeutschen Zeitung von Hoeneß mit einer öffentlichen Rüge und einer Rekord-Geldstrafe geahndet worden war, kam jetzt - nichts! Auch nicht von Sammers Vorstandskollege Karl-Heinz Rummenigge. Sammer dürfte das enttäuscht, oder gar schockiert haben. Nach der ausbleibenden Reaktion der Bosse steht er im Klub jetzt isoliert da.

Denn Lahms Worte bargen Sprengkraft. Der 29-Jährige, der sich gern als moderierender Außenminister des FC Bayern versteht, hat sich mal wieder nach innen gewandt - und dort einen Mann angezählt, der noch vor wenigen Monaten als wichtiger Faktor für den dreifachen Triumph ausgemacht worden war. Auch von Lahm. Nun monierte der, dass Sammer seine Anmerkungen besser intern gemacht hätte - suchte dabei selbst aber den Weg über die Öffentlichkeit. Und das, nachdem Sammer von Hoeneß und Rummenigge zuvor bereits eingeordnet worden war.

Was hat Lahm motiviert? Das fragliche Gespräch mit der Zeit fand unmittelbar nach einem Spiel in der sogenannten Mixed Zone statt, wo sich Profis und Journalisten begegnen. Nicht alles, was dort gesagt wird, ist auf die Goldwaage zu legen, fällt es doch oft unter dem Eindruck der gerade erst zu Ende gegangenen Kämpfe auf dem Platz. Doch Lahm wird sich seine Aussagen gut überlegt haben. Er tritt nach außen meist freundlich-bescheiden auf. Doch er ist machtbewusst.

Das zeigte sich nicht zuletzt, als er bei der WM 2010 seine Ansprüche auf das Kapitänsamt anmeldete, während Capitano Michael Ballack verletzt zu Hause saß. Lahm blieb Chef, Ballack kam nie wieder zurück. Sammer, damals Sportdirektor beim DFB, dürfte in diesen Tagen auch an diese Episode gedacht haben.

Wer ihn kennt, weiß, dass er Wert darauf legt, in seiner Zeit als Funktionär nie Einzelne aus den eigenen Reihen öffentlich angegangen zu sein, sondern immer die Sache im Sinn hatte. Auch deshalb stieß er sich an den Reaktionen von Hoeneß und Rummenigge nach seinen Hannover-Aussagen. Zumal die offenbar das Gefühl hatten, Trainer Pep Guardiola schützen zu müssen. Dabei war der Coach gar nicht Ziel von Sammers Kritik.

Wer neben wem? Die neue Sitzordnung im Bayern-Bus

Bayern-Mannschaftsbus: So sieht er von innen aus - und die Sitzordnung

Mit diesem Mannschaftsbus fährt der FC Bayern zu seinen Spielen © dpa
Und natürlich auch zu anderen Terminen oder ins Trainingslager © MIS
Inzwischen haben uns auch Bilder der Innenansicht erreicht. Diese Anblicke bekommen sonst nur Bayern-Spieler zu sehen © MAN
Hier blitzt und blinkt alles © MAN
Bequeme Sitze sind bei langen Fahrten natürlich ein Muss, genauso wie Bildschirme. Wobei die Stars wahrscheinlich auch selbst vorgesorgt haben mit iPad & Co. © MAN
Größer als manche Küche in Münchner Wohnungen: Hier werden kleine Snacks zubereitet © MAN
Die Decke soll für ein heimeliges Gefühl sorgen © MAN
Nächster Halt: Titel! © MAN
Seit Sommer 2013 ist das schwarze Gefährt passé: Der FC Bayern fährt nun mit einem knallroten Mannschaftsbus von Partner MAN durch die Gegend © MIS
Wer sitzt wo? Wir zeigen den Sitzplan © picture alliance / dpa
Übrigens ist der Sitzplan inzwischen nicht mehr so verbindlich wie einst unter Louis van Gaal © dpa
Der Niederländer legte mehr Wert darauf, dass jeder an seinem Platz sitzt, inzwischen ist das nicht mehr streng © MIS
Aber den Sitzplan gibt es allemal, und wie zu hören ist, halten sich die Profis in der Regel daran © MIS
Wer hockt neben wem? Klicken Sie sich jetzt durch die Sitzordnung © MIS
Ganz vorne sitzen selbstverständlich die Busfahrer: Sandra König und Michael Lauerbach haben diesen Posten inne. Hier lassen sie ausnahmsweise mal Uli Hoeneß (r.) ans Steuer. Und nun kommen wir zur Sitzordnung. Angegeben jeweils von jemandem, der vorne steht und nach hinten auf die Sitze blickt. © dpa
Wenn der Busfahrer nach hinten schaut sieht er in der ersten Reihe links am Fenster Pep Guardiola © AFP
Neben ihm nimmt Co-Trainer Domenec Torrent Platz, so können sich die beiden unterwegs schon über die Taktik unterhalten. © MIS
In der 1. Reihe rechts am Flur: Sportvorstand Matthias Sammer © M.I.S.
Den Fensterplatz neben Sammer hat Torwarttrainer Toni Tapalovic inne © MIS
Hinter den Trainern gibt's zwei Vierertische. Am linken hocken die folgenden vier Bayern-Stars: Javi Martinez sitzt neben ... © AFP
... Thiago Alcantara. Die beiden können sich auf Spanisch unterhalten. © AFP
Auch Holger Badstuber ... © AFP
... und Mitchell Weiser nehmen noch an diesem Vierertisch Platz. © AFP
Kommen wir zum Spaßvogel-Tisch! Auf der rechten Seite hocken mehrere Stars, denen gerne mal der Schalk im Nacken sitzt. Xherdan Shaqiri ist dort untergebracht, neben ihm ... © AFP
... Diego Contento sowie ... © AFP
... David Alaba und dessen guter Kumpel. Raten Sie mal, wer? Richtig ... © AFP
... Franck Ribéry! Alaba und Ribéry treiben bekanntlich gerne mal Späße. © AFP
Dahinter folgt ein Zweiersitz mit Brasilianern. Rafinha gehört der Fensterplatz. Neben ihm: © AFP
Sein Landsmann Dante © AFP
Auf der rechten Seite auf Höhe der Brasilianer gibt es einen ungewöhnlich zusammengestellten Doppelsitz: Patrick Weihrauchs Sitznachbar ist ... © AFP
... der deutlich ältere Daniel van Buyten. Der Belgier hat sich den Fensterplatz gesichert. © AFP
Hinter den beiden ist noch eine Zweierreihe angebracht - mit Jerome Boateng, der den vielleicht besten Platz hat. Denn er sitzt direkt vor der Kaffeebar, auf der zum Beispiel Kekse stehen. Wenn er da mal einen ergattert hat, kann er ihn mit seinem Sitznachbarn teilen. Der da wäre: © AFP
Mario Götze! Hinter den Genannten gibt es ein bisschen "Luft". Denn dort hat die kleine Kaffeebar ihren Platz. © AFP
Es folgt ein Tisch, an dem vier Routiniers zusammenhocken. Thomas Müller (24) ist noch der jüngste davon, aber auch er hat ja schon eine Menge Erfahrung. © AFP
Neben Müller: Claudio Pizarro © AFP
Gegenüber von Müller und Pizarro: Manuel Neuer © AFP
Den Vierertisch komplettiert der Käptn, Philipp Lahm © AFP
Auf der rechten Seite gibt's noch einen Vierertisch. Neben Tom Starke nimmt dort ... © AFP
... Arjen Robben Platz. © AFP
Mit Starke und Robben am Tisch: Mario Mandzukic © AFP
Und: Toni Kroos © AFP
Hinter dem linken Vierertisch gibt es auf Höhe bzw. vor WC und Küche noch zwei Zweierreichen. Neben Youngster Pierre-Emile Hojbjerg ... © AFP
... hockt Kult-Coach und Guardiola-Assistent Hermann Gerland © AFP
In der allerhintersten Reihe, direkt vor der Küche: Bastian Schweinsteiger. Er nimmt sich im Bus einem Neuzugang an. © AFP
Und zwar Jan Kirchhoff. © AFP
Hier noch die ganze Sitzordnung im Überblick © MAN
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © picture alliance / dpa
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © dpa
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Hier sehen Sie noch weitere Bilder des Mannschaftsbusses © MIS
Gute Fahrt! © MIS

Hoeneß ist mit seinen Äußerungen vom Mittwoch noch ein bisschen weiter von Sammer abgerückt. Dabei galt Sammer als Hoeneß-Mann. Die Personalie war im Sommer 2012 die Idee des Präsidenten, er drückte sie im Verein durch. Rummenigge indes wird ein kühl-professionelles Verhältnis zu Sammer nachgesagt.

Einzig Franz Beckenbauer sprang Sammer in der Diskussion post Hannover bei. Doch die Aussagen des Ehrenpräsidenten haben im Klub nicht mehr die Wucht vergangener Zeiten. Beckenbauer jedoch sprach wohl ein wahres Wort, als er meinte, wenn Hoeneß und Rummenigge dem Kritiker Sammer entgegneten, dem FC Bayern sei es „noch nie so gut“ gegangen, könne das „der Anfang vom Ende sein“. Beckenbauer meinte dies sportlich. Angesichts der jüngsten Entwicklungen könnte diese Aussage bald eine ganz andere Bedeutung erlangen...

sid

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