Und jetzt das Triple! - So feierten die Bayern den Pokal-Triumph

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Strahlende Sieger: Luca Toni (m.) mit Franck Ribery und dessen Frau Wahiba.

Berlin - Es war weit nach Mitternacht, als die Bayern-Stars ihre letzte Botschaft, ihren finalen Auftrag bekamen.

Als zum Abschluss des glamourösen Fest-Banketts die Desserts verteilt wurden, stand auf den Tellern in Zierschrift: „Auf zum nächsten Titel!“ Der 14. DFB-Pokalsieg wurde gerade mit 2:1 in der Verlängerung gegen Borussia Dortmund perfekt gemacht, da dachten die Bayern schon weiter.

„Das war der erste Streich. Den zweiten Titel, die Meisterschaft, werden wir in Kürze holen“, verkündete Karl-Heinz Rummenigge – und träumte ganz offen: „Es läuft wunderbar, das Triple ist möglich.“ Keine Frage: So eine Chance bietet sich „vielleicht alle 20, 30 Jahre“, erklärt Uli Hoeneß im tz-Interview (siehe Seite 34). Diese Mannschaft kann Geschichte schreiben.

Und jetzt das Triple!

Für Luca Toni, Miro Klose, Lukas Podolski, Christian Lell und Marcell Jansen war schon der Moment der Pokalübergabe von Bundespräsident Horst Köhler an Oliver Kahn historisch: Für alle war es der erste Vereinstitel. Voller stolz schmusten die Stars bis spät in die Nacht mit dem Pott.

„Viele haben heute zum ersten Mal einen Pokal in den Händen gehalten und ich hoffe, dass sie jetzt gierig auf weitere werden“, sagt Rummenigge. Der Vorstands-Vorsitzende spricht bereits jetzt von einer „großen Mannschaft“ – schon am Donnerstag geht die Titeljagd gegen St. Petersburg weiter.

Im Bann der Gefühle ließ sich am Samstagabend selbst Ottmar Hitzfeld aus der Reserve locken. Sein Worte nach Spielende: „Die anderen zwei Titel wollen wir auch noch holen – selbstverständlich!“ Er sieht nach dem Pokalfinale weniger den Kräfteverschleiß, sondern die Motivationsspritze: „Wir können in die letzten Spiele eine super Moral mitnehmen.“

Zweifellos: Nach dem Getafe-Wunder kamen die Bayern auch gegen Dortmund durch einen Wahnsinns-Kraftakt und unbändigen Willen zum Erfolg. „Man muss sagen: Wir sind der verdiente Sieger. Wir sind stolz auf unsere Mannschaft“, analysierte Rummenigge: „Wir haben 30 Minuten fantastischen Fußball gespielt. Dann hat man gemerkt, dass wir seit Monaten nur englische Wochen haben.“

Dortmund wurde immer besser und machte den nicht mehr für möglich gehaltenen Ausgleich. „Das 1:1 hat uns getroffen“, gab Bastian Schweinsteiger zu. Doch dann hatten die Bayern ja Oliver Kahn (Hitzfeld: „Weltklasse! Er hat uns im Spiel gehalten“) und Luca Toni (Rummenigge: „Einfach phänomenal“). Der Rest war eine einzige Party: Franck Ribéry als Fahnenschwenker und Pokal-Dieb, Luca Toni als italienischer Samba-Tänzer und die ganze Mannschaft beim „Humba“ mit den Fans. Eine Mordsgaudi – oder wie der frisch gebackene Vater Poldi es formulierte: „Einfach ’ne geile Woche!“

So feierten die Bayern ihren Sieg

So feierten die Bayern ihren Sieg © dpa
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Die Bayern unaufhaltsam auf dem Weg zum Triple. „Wir haben einen Lauf. Den müssen wir jetzt hegen und pflegen“, meint Rummenigge. Mit ausgiebiger Alkoholzufuhr am Samstagabend – dafür bekamen die abgekämpften Stars nach der Landung in München den Sonntag frei, auf öffentliche Feierlichkeiten wurde verzichtet. Erst nach dem Saisonende – und am besten mit drei Pokalen – soll es so weit sein.

„Ab Montag gibt es nichts mehr zu feiern, weil wir uns dann wieder voll auf St. Petersburg konzentrieren“, dachte Ottmar Hitzfeld auch beim Triumph schon wieder an die Pflicht.

Da kam ihm der Spruch auf den Dessert-Tellern gerade recht…

Tobias Altschäffl, Mario Volpe

Bayern München ist DFB-Pokalsieger

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Das Party-Protokoll der Feier-Bayern

Alle feierten, selbst Wladimir Klitschko schaute beim Fest-Bankett vorbei. Nur die bayerische Polit-Prominenz fehlte: Während aus Nordrhein-Westfalen fast alle wichtigen Politiker zum Endspiel nach Berlin kamen, war von Beckstein, Huber & Co. überraschenderweise keine Spur. Die Spieler störte das freilich wenig: Schon vor der Pokalübergabe feierten insbesondere die Topstars Luca Toni und Franck Ribéry ihren ersten Titel mit Bayern ausgelassen mit den Fans. Nach der Übergabe des Potts gab’s die roten Pokalsieger-T-Shirts und Weißbier in den berühmten Drei-Liter-Gläsern. Die Bayern im Siegestaumel – und zwar mit der ganz offiziellen Lizenz zum Feiern! „Lasst die Sau raus! Ottmar Hitzfeld wird im Training großzügig sein“, versprach Karl-Heinz Rummenigge der Mannschaft, Uli Hoeneß meinte grinsend: „Wenn sie dazu noch in der Lage sind, dürfen sie feiern.“ Sie waren es! Das Party-Protokoll:

23.30 Uhr:In der Kabine wird weitergefeiert! Die ganze Mannschaft geht ins Entmüdungsbecken, auch Physiotherapeuten und Betreuer werden in voller Montur ins Nass gezogen. „Nur der Vorstand hat sich gedrückt“, grinst Schweini.

1 Uhr:Die Mannschaft trifft in Anzug in der Telekom-Repräsentanz ein. Bei Stangenspargel und Kalbsrücken geht es noch gesittet zu, der Pokal ist immer in der Nähe der Spieler.

ab 3 Uhr:Die ersten Spieler verlassen das Bankett – entweder Richtung Hotel oder zur In-Disco Felix. Hier lassen Kahn, Lell & Co. bis in die Morgenstunden die Sau raus – ganz so, wie es Rummenigge angeordnet hatte…

ta, mv

Quelle: tz

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