Rummenigge nach Pokalsieg:

„Unser Risiko wurde voll belohnt!“

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Trotz der Pleite zufrieden mit der Saison: Karl-Heinz Rummenigge.

München - Der Sieg im DFB-Pokal – für Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge war es das achte Mal.

Zweimal als Bayern-Profi, sechs Mal als Funktionär. Mit der tz sprach er über die Siegesparty und sein Verhältnis zu Ottmar Hitzfeld.

Haben Sie sich von den Feierlichkeiten erholt, Herr Rummenigge?

Karl-Heinz Rummenigge:Ich bin am Sonntag sehr früh ins Bett. Am Montag war ich ab 9 Uhr im Büro, alles okay, alles überstanden. Einmal schütteln und dann weiter im Takt! Wir haben ja noch Ziele vor Augen.

Sind die Spieler denn auch Ihrem Aufruf gefolgt, mal „die Sau rauszulassen“?

Rummenigge:Ja klar. Ich habe gehört, einige waren bis sechs, sieben Uhr unterwegs. Aber das muss man ja auch mal, ich kenne das aus eigener Erfahrung. Der Druck war vom ersten Spieltag an sehr groß. Wenn dann praktisch die ersten zwei Titel feststehen, darf man den Abend schon ausgiebig genießen.

Welcher Druck ist von Ihnen selbst abgefallen?

Rummenigge:Wir haben ja nicht nur sehr viel Geld im vergangenen Jahr investiert, wir sind ja auch ein Risiko eingegangen. Dieses Risiko wurde voll belohnt. Wir sind jetzt auch sehr glücklich, dass sich all die Dinge, die wir eingeleitet haben, in Titel umwandeln.

Dafür haben Sie am Samstag Ottmar Hitzfeld gehuldigt. Kam das spontan oder gezielt?

Rummenigge:Ich muss dazu grundsätzlich sagen, dass ich mit Ottmar befreundet bin – und zwar nicht erst seit Samstag. Diese Problematik vom November war drei Tage später in meinem Büro geklärt. Wieso daraus einige vier Monate lang eine Kaugummi-Veranstaltung gemacht haben, haben wir nie verstanden. Ich als Vorsitzender habe das große Interesse, dass wir einen erfolgreichen und beliebten Trainer haben. Wir wissen, dass Ottmar der erfolgreichste Trainer ist, den die Republik bisher gesehen hat – umso besser, dass er vom FC Bayern kommt.

Auf dem Bankett führten Sie ein langes Gespräch mit Luca Toni. Haben Sie ihm besonders gedankt?

Rummenigge:Nein. Ich habe ja sowieso das ganze Jahr sehr viel Kontakt mit ihm gehabt, damit er sich wohl fühlt. Er hat mir am Samstag auch bestätigt, dass er weiß, was der FC Bayern bedeutet und dass er sehr dankbar für den Transfer ist. Und wie man sieht, zahlt er ja auch mit barer Münze, sprich mit irrsinnig vielen Toren, zurück.

Hat Toni denn seinen Wunsch nach einem italienischen Mitspieler erneuert?

Rummenigge:Nein, ich habe mir die Tuttosport, in der das stand, auch extra noch einmal kommen lassen. Das ist nicht richtig übersetzt worden. Er hat dort gesagt, es wäre wunderbar, wenn er noch einen weiteren italienischen Spieler an seiner Seite hätte. Das ist legitim, ich hätte mir bei Inter Mailand auch einen weiteren Deutschen gewünscht. Aber ihm ist völlig klar, dass das sein persönlicher Wunsch ist und der FC Bayern ihm diesen Wunsch wahrscheinlich nicht erfüllen kann.

Franz Beckenbauer sprach sich in der tz für weitere Neuzugänge aus. Dürfen sich die Fans auf Stars freuen?

Rummenigge: Wir sind da jetzt in der Diskussion. Wir sehen nicht den totalen Druck, auf Teufel komm raus was zu machen, so wie letztes Jahr. Trotzdem sind wir geneigt, etwas zu machen. Aber nur, wenn es bezahlbar ist. Denn das, was wir im letzten Jahr gestemmt haben, können wir uns finanziell in diesem Jahr nicht im Ansatz erlauben.

Einer, der dann vielleicht nicht mehr dabei ist, ist Philipp Lahm. Am Samstag bezifferte er die Chance auf einen Verbleib auf 50:50…

Rummenigge:Eines ist klar: Selbst wenn er seinen Vertrag nicht verlängert, wird er den FC Bayern nicht vorzeitig verlassen und bis zum 30. Juni 2009 bei uns bleiben. Wir haben ihm ein sehr stolzes, sehr faires Angebot gemacht.

Wie ist Ihr Gefühl? Entscheidet er sich trotz Barcelonas Interesse für Bayern?

Rummenigge:Wenn ein Spieler große Angebote aus dem Ausland bekommt, kann ich nachvollziehen, dass er darüber nachdenkt.

Interview: Tobias Altschäffl

Quelle: tz

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