Stareinkauf für das Mittelfeld

Wenn Goretzka kommt: FC Bayern wird zum FC Deutschland

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Wunschobjekt zahlreicher europäischer Spitzenklubs: Leon Goretzka könnte beim FC Bayern in die Fußstapfen von Toni Kroos treten.

Wird Uli Hoeneß‘ alter Traum vom FC Deutschland doch noch wahr? Wenn Leon Goretzka aus Schalke kommt, könnte beim FC Bayern auch das Trauma vom Weggang Toni Kroos‘ endgültig getilgt sein.

Der Wechsel von Nationalspieler Leon Goretzka vom FC Schalke zum FC Bayern nimmt immer konkretere Formen an. Wie die spanische Sportzeitung Marca und Sport Bild unter Berufung auf eigene Informationen an Silvester meldeten, soll der Transfer des 22 Jahre alten Mittelfeldspielers zur neuen Saison bereits perfekt sein. Goretzka spielt seit 2013 bei den Königsblauen. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus, so dass der gebürtige Bochumer im Sommer ablösefrei wechseln könnte. 

„Wenn die Entscheidung gefallen ist, dann werden Leon und ich zu allererst Schalke davon in Kenntnis setzen“, sagt Goretzkas Berater Jörg Neubauer gestern gegenüber dem Internet-Portal Sport1.de. Marca hat seine Informationen angeblich aus dem Umfeld der spanischen Nobelklubs Real Madrid und FC Barcelona. Die beiden Spitzenteams waren offenbar auch an einer Verpflichtung des Mittelfeld-Asses interessiert, sollen laut Marca jedoch Signale für eine bereits erfolgte Entscheidung Goretzkas zugunsten der Bayern erhalten haben. Im Tauziehen um Leon Goretzka hatte sich im Laufe des Dezembers eine nahende Entscheidung abgezeichnet. 

Goretzka: Vater Vorbild in Sachen Sozialkompetenz

Bereits zu Monatsbeginn ließ Goretzka durchblicken, sich „in der finalen Phase“ seiner Meinungsbildung zu befinden. Kurz vor Weihnachten unterstrich Heidel, für Goretzka „ans finanzielle Limit“ gehen zu wollen. Medienberichten zufolge sollen die Knappen ihrem Hoffnungsträger für eine Vertragsverlängerung ein Jahresgehalt von zehn Millionen Euro angeboten haben. 

Dass es Goretzka nicht nur in den Beinen hat, sondern auch im Kopf, lässt sich beispielsweise aus seinen Interviews lesen. Vom Magazin 11 Freunde nach seinen Vorbildern in Sachen Führungsqualitäten gefragt, sagte er vor einigen Monaten: „Mein Vater war in dieser Hinsicht ein Vorbild. Er hat bei Opel als Maschinenbau-Elektroniker gearbeitet und hatte da ein Team, das er führen musste. Von den Konflikten und wie er sie gelöst hat, hat er mir erzählt. Und auch wenn man das nicht eins zu eins auf den Fußball übertragen kann, hat mir das in Sachen Sozialkompetenz sehr geholfen.“ 

Nicht wenige beim FC Bayern trauern immer noch Real-Madrid-Strippenzieher Toni Kroos nach. Für Goretzka ist dieser ein Vorbild.

Dass ihn Trainer Peter Neururer in Bochum einst öffentlich als größtes deutsches Talent seit 50 Jahren pries? „Ich habe das nicht als große Belastung empfunden“, sagt Goretzka. „Wenn Peter Neururer das sagt, kann ich das einordnen. Wenn mein Vater mir ständig gesagt hätte, was ich für ein Riesentalent sei, hätte ich mir eher einen Kopf gemacht, ob ich dem gerecht werden kann. Aber meine Eltern haben mich immer sehr geerdet, sodass solche Labels nie eine Rolle gespielt haben. Außer vielleicht im Spaß. Als ich neu auf Schalke war, empfing mich Jermaine Jones manchmal mit: ‚Ach, da kommt ja das Jahrhunderttalent.‘“

Wird aus dem FC Bayern wieder der FC Deutschland?

Mit dem Deal würde Uli Hoeneß’ alte Vision vom FC Deutschland beim FC Bayern wieder deutliche Formen annehmen: Identifikationsfiguren wie Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger sind weg, dafür kamen junge Hochkaräter wie Joshua Kimmich, Niklas Süle oder Sebastian Rudy an die Säbener Straße. Serge Gnabry wurde direkt nach der Verpflichtung an die TSG Hoffenheim verliehen, Leverkusens Julian Brandt gilt weiterhin als heißer Kandidat. 

Mit Leon Goretzka stößt im Sommer aller Wahrscheinlichkeit nach ein für seine 22 Jahre erstaunlich reifer Mittelfeldspieler in den Luxuskader des Rekordmeisters, der keine Verantwortung scheut und bald eine ähnliche Rolle einnehmen könnte wie sie einmal für den 2014 zu Real Madrid transferierten Toni Kroos vorgesehen war. Beim Confed-Cup 2017 gab Goretzka einen überzeugenden Strategen in der Zentrale, eiferte seinem sportlichen Vorbild Kroos in Sachen Passgenauigkeit und Übersicht nach. Einen Platz im

WM-Kader 2018

hat der gebürtige Bochumer bei Verletzungsfreiheit so gut wie sicher.

tz/mm/Video: Glomex

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