Sky-Kommentator vergleicht Supercup-Teams

Wolff Fuss: "Das wird ein Monster-Spiel"

München - Wolff Fuss kommentiert für Sky den Supercup zwischen Bayern und Chelsea - und für die tz-Leser vergleicht er schon vorab die Mannschaftsteile und die Trainer.

Drei Liga-Siege, ein Unentschieden – zwei Liga-Siege, ein Unentschieden: Der Saisonstart der Bayern

Wolff Fuss

und des FC Chelsea fiel ähnlich aus. Doch was haben die beiden Teams am Freitag im Supercup (bei uns im Live-Ticker) drauf, wer liegt wo vorne? Für die tz-Leser zieht Wolff Fuss, der das Spiel für Sky aus Prag kommentiert, den Vergleich der beiden Teams und der beiden Trainer Pep Guardiola und José Mourinho. Wolff Fuss über:

die Torhüter: „Manuel Neuer ist der beste Torwart der Welt. Petr Cech ist schon länger auf Top-Niveau, aber in der Premier League ist ihm die Konstanz etwas abhanden gekommen. Dennoch: Er ist auf den Punkt da, das hat das Europa-League-Finale in der Vorsaison und das Champions-League-Finale gegen Bayern gezeigt. Und Cech ist ein Elfmeter-Killer. Trotzdem: Neuer liegt einen Tick vorne.“

die Abwehr: „Chelsea hat den klassischen Mourinho-Duktus, die sind einfach sehr gut organisiert. Da muss man auf der Welt schon lange suchen, um bessere Abwehrreihen zu finden. Die können jedes Team schlagen und eben auch gegen jeden zu null spielen, wie zuletzt bei ManUnited. Die Bayern wiederum machen in der Defensive noch deutlich mehr Angebote als im Vorjahr. Deshalb bin ich sehr gespannt, wie viel Risiko sie eingehen. Vielleicht kommt Chelsea für Bayern noch zu früh – Vorteil für die Blues.“

das Mittelfeld: „Das Mittelfeld der Bayern ist natürlich topbesetzt mit Weltklasse auf allen Positionen. Bei Chelsea verkörpert Frank Lampard dieses Top-Niveau. Seit sieben Jahren besteht Chelsea aus Petr Cech, John Terry, Ashley Cole und Frank Lampard – und darum herum wird etwas gebastelt. Aber bei Chelsea wächst mit André Schürrle und den anderen Jüngeren etwas nach. Es bleibt aber eine typische Mourinho-Mannschaft, die auf ihre drei, vier Konter-Situationen wartet. Vorteil Bayern.“

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den Angriff: „Bei Chelsea fehlt im Moment einer, der dir jedes Jahr 15 Tore garantiert, wie es Bayern-Schreck Didier Drogba war. Deshalb macht das Werben um Wayne Rooney oder Samuel Eto’o auch Sinn. Denkbar wäre, dass Mourinho am Freitag Neuzugang Willian mitnimmt und in Prag präsentiert. Fernando Torres ist dieser Torgarant jedenfalls aktuell nicht, Schürrle ganz vorne auch nicht, also liegt Bayern vorne.“

die Trainer: „Guardiola und Mourinho sind sich inhaltlich vielleicht ähnlicher, als es auf den ersten Blick aussieht. Basis ist für beide eine gesunde Defensivarbeit, beim FC Barcelona haben ja unter Guardiola bis auf Messi alle nach hinten gearbeitet. Das Mourinho-Spiel ist noch zynischer, noch italienischer. Aber beide arbeiten extrem akribisch und sind extrem detailverliebt. Und wenn jemand von außen ihre Spieler attackiert, dann gibt’s sofort Kontra. Beide wirken auch in ihrer Art nicht direkt nahbar. Und sie haben die Gabe, dass ihre Mannschaft für sie durchs Feuer geht. Dani Alves hat mal gesagt: Wenn Guardiola von mir verlangt hätte, dass ich aus dem dritten Rang im Camp Nou springe, dann wäre ich gesprungen, weil ich mir gesagt hätte, er wird sich schon was dabei gedacht haben. Mourinho hat Guardiola noch voraus, dass er bei mehreren Klubs Erfolg hatte und ist in seiner Außendarstellung natürlich deutlich mehr Zampano. Trotzdem: hier keine Wertung.“

das Finale: „Ich erwarte tatsächlich ein Monster-Spiel. Es ist zwar eigentlich gedacht als Werbeveranstaltung der UEFA, aber zwischen diesen Teams, zwischen diesen Trainern, gibt es keine normalen Fußballspiele. Alle Bayern, die das Finale 2012 erlebt haben, wissen noch ganz detailliert, wer damals von Chelsea wann was gesagt hat. Der Schmerz ist immer noch da, die Bayern-Spieler wollen, dass Chelsea einmal Spalier stehen muss und sie mit dem Pokal daran vorbeilaufen können. Das ist wie bei Bayern und ManUnited nach dem Finale 1999. Das hat ewig gedauert, bis das überwunden war. So etwas endet im Grunde erst, wenn diese Spieler-Generation abgetreten ist. Und die Tatsache, dass Guardiola in Freiburg sieben Spieler geschont hat, beweist ja, dass er am Freitag einiges vorhat.“

Bernd Brudermanns

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Rubriklistenbild: © dpa

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