Wie geht es bei den Roten weiter

Trainer, Umbruch, Bosse: Die drei wichtigen Fragen zur Bayern-Zukunft

Aktueller und künftiger Bayern-Trainer: Jupp Heynckes (l.) gibt den Stab an Niko Kovac weiter.
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Aktueller und künftiger Bayern-Trainer: Jupp Heynckes (l.) gibt den Stab an Niko Kovac weiter.
  • Manuel Bonke
    VonManuel Bonke
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Noch drei Spiele - dann ist die Bayern-Saison 2017/2018 Geschichte. Wie geht es danach weiter? Wir sagen, worauf es ab Sommer besonders ankommt.

München - Da schau her! „Unser Blick geht nach vorne. Wir können noch das Double holen“, kündigt Niklas Süle nach dem bitteren Königsklassen-K.o. gegen Real Madrid an. Die Marschrichtung der Bayern für den Saison-Endspurt liegt drei Nächte nach dem Drama von Madrid auf der Hand: Mia san mia statt mia san traurig! Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge fordert gar: „Es ist jetzt in unserer Verantwortung und das Ziel, dass wir zumindest das Double gewinnen und eine Saison abrunden, die ihresgleichen sucht.“ Die Meisterschaft ist schon lange im Sack, der DFB-Pokal soll am 19. Mai folgen. Jubel! Double! Heiterkeit?

Fakt ist: Mit dem Abgang von Wohlfühlfaktor Jupp Heynckes nach dem Finale in Berlin stehen die Roten vor der größten Herausforderung der jüngeren Geschichte. Die tz stellt drei elementare Fragen zur Bayern-Zukunft.

Funktioniert der neue Trainer?

Niko Kovac übernimmt ab 1. Juli den deutschen Rekordmeister. Nach dem Wechsel-Wirrwarr um seine Person fiel sein Empfang vergangenes Wochenende in der Allianz Arena von Seiten der Münchner Fans kalt aus. Nach den Trainern mit Weltformat Pep Guardiola (funktionierte), Carlo Ancelotti (funktionierte nicht) und eben Heynckes (funktionierte) kommt mit Kovac ein Coach mit deutlich weniger Strahlkraft an die Säbener Straße.

Für Bayern-Patron Uli Hoeneß kein Problem! „Man muss darauf achten, dass man nicht den Superstar als Trainer hat, sondern jemanden, der sich in die Gruppe integriert“ sagte Hoeneß dem Basketball-Magazin Playoff der Süddeutschen Zeitung: „Ich nehme jetzt ein Beispiel aus dem Fußball: Jose Mourinho bei Manchester United ist ein Superstar. Aber er hat den Verein kein Stück weitergebracht. Alles konzentriert sich immer nur auf ihn.” Zu viele Niederlagen sollte sich Kovac trotzdem zu Beginn nicht erlauben. Frag nach bei Ancelotti…

Funktioniert der Umbruch?

Vom sanften Umbruch ist in München die Rede. Bei genauerer Betrachtung fällt der aber eher radikal aus. Das liegt einerseits am neuen Trainer, andererseits an der künftigen Teilzeit-Flügelzange: Arjen Robben und Franck Ribéry müssen mit weniger Spielzeit zurechtkommen und akzeptieren, dass ihre jüngeren Versionen namens Kingsley Coman und Serge Gnabry in wichtigen Spielen den Vorzug erhalten werden - natürlich nur, wenn die Leistung stimmt. Leon Goretzka wird zusammen mit Corentin Tolisso das arrivierte Bayern-Mittelfeld aufmischen und Leistungsträgern wie Arturo Vidal, Thiago und Javi Martinez Druck machen. Gleiches gilt für Niklas Süle im Hinblick auf das Innenverteidiger-Duo Boateng/Hummels.

Funktionieren Rummenigge und Hoeneß ohne Jupp?

Das wohl größte Verdienst von Heynckes war es, die Alphatiere Hoeneß und Rummenigge wieder auf eine Wellenlänge zu bringen. Die daraus resultierende Ruhe tat dem ganzen Verein gut. „Er schießt eine Kanone und Hasan und ich stehen hinter ihm und reichen ihm die Kugeln“, sagte Hoeneß auf der vergangenen Jahreshauptversammlung in Richtung Rummenigge. Bleibt für den FCB zu hoffen, dass die Schüsse ohne Heynckes plötzlich nicht wieder nach hinten losgehen…

Verstehen sich wieder blendend: Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Präsident Uli Hoeneß haben derzeit viel Spaß beim FC Bayern.

Manuel Bonke

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