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"Niveaulose Hexenjagd" in Quakenbrück

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Dirk Bauermann war enttäuscht vom Verhalten der Artland-Fans. © sampics

München - Die Bayern-Basketballer haben das dritte Playoff-Spiel gegen die Artland Dragons verloren. Durch nicht nur die Niederlage, auch das Benehmen der Zuschauer in Quakenbrück stieß den Roten Riesen übel auf.

Jetzt wird’s eng! Nach dem bitteren 67:83 (24:44) im dritten Playoff-Duell bei den Artland Dragons am vergangenen Samstag heißt es für die Bayern-Baskets beim Heimspiel am Dienstag (19.15 Uhr, Sport1 live): siegen oder fliegen! Und das Duell ist längst nicht mehr nur sportlicher Natur, in Quakenbrück ging es am Samstag richtig schmutzig zu.

Nach den Diskussionen um das Foul von Artland-Guard David Holston an Steffen Hamann in Spiel zwei und der anschließenden Sperre Holstons hatten die Dragons-Fans am Samstag ihr Feindbild gefunden und sich für sehr fragwürdige Aktionen entschieden: In der Halle wimmelte es von Anti-Hamann-Plakaten, Mittelfinger wurden gezeigt und Pfeifkonzerte erfüllten die Arena, sobald ein Bayer am Ball war. Sportliche Fairness sieht definitiv anders aus!

Coach Dirk Bauermann: „So etwas habe ich noch nie erlebt. Da sind Dinge passiert, die sich nicht gehören. Den Kapitän der deutschen Nationalmannschaft so an den Pranger zu stellen und eine solche Hexenjagd auf ihn zu veranstalten, ist aus meiner Sicht niveaulos. Das war unter der Gürtellinie.“ Es sei kein Vorteil gewesen, dass es zur Suspendierung von Artlands bestem Spieler Holston gekommen sei, so der Coach. Bauermann: „Die Atmosphäre in der Halle war nicht nur emotional, sondern feindselig.“

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Ein möglicher Grund, warum die Münchner wie gelähmt wirkten und einen schwarzen Start erwischten: Die Roten fanden in der ersten Halbzeit keinen Rhythmus, kämpften mit Ballverlusten und einer miserablen Wurfquote. Quakenbrück nutzte dies gnadenlos aus und trumpfte auch ohne seinen gesperrten Leistungsträger David Holston auf. „Der Start war für uns sehr ungünstig. Wir wollten Ruhe in die Halle bringen - so, wie wir es im ersten Spiel getan haben - , aber das ist uns nicht gelungen. Dann ist das Ganze wie eine Schneelawine, die immer größer wird“, erklärt der Coach.

Erst in der zweiten Halbzeit konnten sich die Münchner ein wenig fangen, rannten aber einem 20-Punkte-Rückstand unentwegt hinterher. Topscorer der Roten war Je’Kel Foster mit 15 Punkten. Nun steht es also 1:2 in der Serie (Modus: Best of five). Das Heimspiel am Dienstag entscheidet darüber, ob es zu einem fünften Spiel kommt und damit die Chance aufs Halbfinale bestehen bleibt (im Falle eines Sieges der Roten) oder ob die Bauermänner den vorzeitigen Sommerurlaub antreten müssen (im Falle einer Niederlage).

Es ist keine leichte Ausgangslage - schließlich bleiben nur zwei Tage, um die letzte Pleite aus den Köpfen zu kriegen. Coach Bauermann: „Es ist natürlich fünf vor zwölf. Wir haben jetzt die klassische Do-or-die-Situation, die es in den Playoffs immer wieder gibt.“ Trotzdem, für die Roten Riesen ist noch nichts verloren. „Wir müssen jetzt sehen, dass wir die Serie ausgleichen. In einem fünften Spiel kann immer viel passieren“, sagt Bauermann. Damit das klappt, seien Mannschaft und Fans gefragt, so der Coach: „Jared Homan und Je’Kel Foster kamen nach dem Spiel in mein Büro und haben mit mir darüber gesprochen, was sie am Dienstag anders machen wollen - ein gutes Zeichen. Ich hoffe, dass auch die Fans die Halle von Anfang an zum Brodeln bringen werden.“ Dann steht einer sportlichen Antwort der Bayern auf Quakenbrücks Aktionen ja nichts mehr im Wege...

lena meyer

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