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"Fußball? Hier ist Basketball die Nr. 1"

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Dirk Bauermann in Litauen.

Wilna - Dirk Bauermann baute einst das Prjekt Basketball beim FC Bayern mit auf. Mittlerweile hat der Erfolgscoach eine neue Aufgabe gefunden - in Litauen. Die tz sprach mit ihm.

Er ist und bleibt einer der Väter des Basketballprojektes des FC Bayern, auch wenn diese Episode für den EX-FCB-Coach Dirk Bauermann (55) kurz vor Beginn der Saison 2012 endete. Bauermann wurde überraschend beurlaubt – ein Schritt, der ihn unvermittelt und hart traf. Seit März diesen Jahres hat der Erfolgstrainer seine neue Aufgabe in Litauen gefunden. Die tz sprach mit ihm.

Seit März 2013 sind Sie Trainer des litauischen Spitzenteams Lietuvos Rytas. Wie geht es Ihnen?

Bauermann: Mir geht es gut, danke! Ich wurde gut aufgenommen und meine Arbeit wird geschätzt. In der vergangenen Saison sind wir Vizemeister geworden – damit waren alle sehr zufrieden. Schließlich hat uns diese Platzierung erlaubt, in der Qualifikationsrunde für die Euroleague anzutreten. Auch diesen Schritt haben wir geschafft. Das war sehr wichtig für den Verein und hat alle sehr gefreut.

Was sind die Unterschiede zu Deutschland?

Bauermann: In Litauen ist die Kräfteverteilung der Sportarten genau umgekehrt: Basketball ist hier ganz klar die Nummer eins, Fußball hat eine Nebenrolle. Die Kinder spielen in den Schulen und in ihrer Freizeit Basketball. Es gibt pro Woche mindestens sechs Euroleague-Spiele im Fernsehen zu sehen. Entsprechend groß sind das Faninteresse und das Medieninteresse. Das macht das Ganze hier natürlich sehr spannend.

In diesem Sommer trainierten Sie auch die Nationalmannschaft Polens.

Bauermann: Zunächst muss ich einmal sagen: Die Mannschaft des eigenen Landes zu trainieren ist natürlich etwas ganz anderes. Ich hätte auch nicht jedes Land trainiert. Bei der Entscheidung für Polen spielte auch die Historie eine Rolle und das Wissen, was die Deutschen dort angerichtet haben. Hinzu kam das starke Interesse, mich zu verpflichten. Das hat mich sehr gefreut. Obwohl der sportliche Erfolg ausgeblieben ist, haben sich alle Spieler gewünscht, dass wir weiterarbeiten. Das gleiche Feedback gab es auch von den Verantwortlichen.

Wie wird es also weitergehen? In Sachen Verein und Nationalmannschaft?

Bauermann: Erst einmal habe ich hier bei Lietuvos Rytas einen Vertrag bis Saisonende. Wenn ich mich schon jetzt entscheiden würde, in Polen weiterzumachen, könnte das die Verpflichtung bei einem anderen Verein erschweren. Deswegen ist alles offen. Für mich geht es erst mal darum, meine Arbeit hier so gut und erfolgreich wie möglich zu machen.

Ein Comeback in Deutschland ist ausgeschlossen?

Bauermann: Natürlich nicht. Die BBL ist eine Liga, in der ich lange gearbeitet habe. Und: man will schließlich immer im eigenen Land arbeiten. Nichtsdestotrotz: Für mich war es erst mal das Wichtigste, nach den Geschehnissen bei Bayern, ins Ausland zu gehen. Einfach, um zu den Dingen auch eine räumliche Distanz zu schaffen. Aber was ab nächster Saison sein wird, ist wirklich offen.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung der BBL?

Bauermann: Wenn man als deutscher Trainer im Ausland ist, redet man natürlich viel mit Spielern über die BBL. Sie hat mittlerweile eine hohe Strahlkraft erlangt, wird mehr und mehr interessant. Die Spitze wird breiter, die gesamte Liga hat sich sehr gut weiterentwickelt – auch strukturell. Insofern ist die Vision von BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, 2020 vielleicht sogar Spanien zu überholen und die stärkste Liga Europas zu werden, keine Utopie.

Interview: Lena Meyer

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