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"Meisterschaft? Ich hoffe, bald!"

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Edmund Stoiber (l.) bei einem Spiel der Bayern-Basketballer © sampics

München - Seine Basketball-­Begeisterung ist kein Geheimnis: Dr. Edmund Stoiber (71) fiebert so oft es geht am Spielfeldrand im Audi Dome mit den FCB-Baskets mit. Das Interview zum Saisonstart.

Herr Dr. Stoiber, woher kommt Ihre Liebe zum Basketball?

Dr. Edmund Stoiber: Mir als Zuschauer macht Basketball viel Spaß. Innerhalb von Sekunden kann sich ein ganzes Spiel drehen. So schnell geht es beim Fußball meistens nicht.

Gefällt Ihnen Basketball also besser als Fußball?

Stoiber: So würde ich das nicht sagen. Beide Sportarten gefallen mir sehr gut! Im Fußball bin ich ein größerer Fachmann. Ich muss Ihnen aber etwas verraten…

Ja bitte?

Stoiber: In meiner Jugendzeit habe ich selbst Basketball gespielt. Das war in der Schulmannschaft auf dem Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim. Mein großer Vorteil war die Körpergröße: Mit 13, 14 Jahren bin ich schon fast 1,80 Meter groß gewesen.

Warum sind Sie kein Profi geworden?

Stoiber: Leider fehlte mir die Grundschnelligkeit. Mit Mühe bin ich die 100 Meter zwischen 12,7 und 13 Sekunden gelaufen. Für den Spitzensport war das viel zu langsam.

Hat sich für Sie persönlich ein Kreis geschlossen, als Ihr FC Bayern vor zwei Jahren mit dem Basketball-Engagement begann?

Stoiber: Ja. Ich dachte anfangs: Unsere Mitglieder, die sich vor allem für Fußball begeistern, interessiert Basketball nicht so sehr. Erfreulicherweise wurde ich eines Besseren belehrt.

In den Play-offs der Vorsaison kam allerdings schon im Viertelfinale das Aus. Waren Sie enttäuscht?

Stoiber: Keineswegs. Dass wir in unserer ersten Bundesliga-Saison ins Viertelfinale kommen, war schon sehr beachtlich.

Doch es ist kein Geheimnis, dass sich viele eine Endspiel-Teilnahme gewünscht hätten, um das Medieninteresse an den Finals zu erhöhen...

Stoiber: Ja, das stimmt. Was die Zugkraft betrifft, wäre zum Beispiel ein Finale zwischen den Metropolen München und Berlin auch einmal interessant.

Am 3. Oktober starten Ihre Bayern in die neue Saison. Was erwarten Sie von der kommenden Spielzeit?

Stoiber: Mithilfe der starken Neuzugänge sollten wir es schaffen, mindestens ins Halbfinale einzuziehen.

Und wann gibt es in München die erste Meisterschaft zu feiern?

Stoiber: Ich hoffe bald. Über kurz oder lang sollen unsere Basketballer ähnlich erfolgreich werden wie die Bayern-Fußballer. Was die finanziellen Möglichkeiten betrifft, gehören wir hinter Bamberg und Berlin bereits zu den Top drei.

Auch die Präsenz der Fußballer, allen voran Bastian Schweinsteiger, hilft, um die Basketballer noch populärer zu machen.

Stoiber: Der Basti ist ein begeisterter Basketballfan. Er sitzt vorne am Spielfeldrand, fiebert mit. Das ist großartig zu sehen. Auch Mario Gomez, Thomas Müller, Toni Kroos und Jerome Boateng habe ich schon mehrmals im Audi Dome getroffen. Die Fußball-Profis sind alle stolz auf die Basketballer.

Haben Sie einen Lieblingsspieler?

Stoiber: Ja, Steffen Hamann, er sticht hervor. Mit welcher Kraft und welcher Gewandtheit er die Lücken in der gegnerischen Abwehr erkennt und dann zum Korb zieht, gefällt mir besonders gut.

Deutschlands bekanntester Basketballer ist Dirk Nowitzki. Meinen Sie, dass er nochmal das Bayern-Trikot überstreifen wird?

Stoiber: Als vor einigen Monaten der Streik in der NBA war, sind meine Hoffnungen größer gewesen. Ich hätte mir sehr gut vorstellen können, dass er sich für zwei, drei Monate den Bayern anschließt und sich hier fit hält. Schade, dass daraus nichts geworden ist. Aber wer weiß: Es kann ja sein, dass er seine Karriere nicht in Amerika beendet, sondern hier in Deutschland. Falls es dazu käme, würden wir uns ganz intensiv um ihn bemühen. Nowitzki wechselt zum FC Bayern – eine bessere Meldung gäbe es kaum.

Und Sie würden bestimmt in der Halle sein, Nowitzki anfeuern und wie immer leidenschaftlich mitfiebern?

Stoiber: Davon können Sie ausgehen. (lacht)

Interview: Marcel Friederich

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