BMW: Mit Paukenschlag aus der Formel 1

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen
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BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen

München/Valencia - Sieben Rennen lang ist BMW noch in der Formel 1 vertreten. Von wehmütigen Abschiedsrunden will Motorsportdirektor Mario Theissen aber nichts wissen. Seine Devise lautet „Angriff“.

So sang- und klanglos wie zuletzt will BMW sich dann doch nicht aus der Formel 1 verabschieden. “Wir werden alles daran setzen, in den noch

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verbleibenden Rennen in die Erfolgsspur zurückzukehren“, versprach Motorsportdirektor Mario Theissen in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa. Sieben Rennen noch, 70 werden es dann am 1. November insgesamt in der Gemeinschaft BMW-Sauber gewesen sein. Kein Wunder, dass Theissen “mit gemischten Gefühlen“ nach Valencia reist. Ausgerechnet an dem Ort, wo im Januar 2006 der erste Renner der Weiß-Blauen präsentiert worden war, bestreitet das Werksteam das erste Rennen nach der Rückzugs- Ankündigung des bayrischen Autobauers.

“Die Erfolgsbilanz der vergangenen drei Jahre ist eindrucksvoll“, resümierte Theissen. 2007: Konstrukteurs-Vizeweltmeister - allerdings dank der Spionage-Strafe gegen McLaren-Mercedes - und 100- Punkteschallmauer durchbrochen. 2008: Erster Sieg, Rang drei bei den Teams - längst war BMW-Sauber mit den Piloten Nick Heidfeld und Robert Kubica zu den Branchenführern vorgestoßen. Alles lief nach Plan. In diesem Jahr nicht mehr. Gerade mal acht Punkte auf dem Konto, Platz acht - von zehn Rennställen.

Bilder: BMW in der Formel 1

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“Natürlich hätten wir sehr gerne bewiesen, dass die schlechten Resultate in dieser Saison nur ein Ausrutscher sind“, betonte Theissen. “Wir haben uns als Team in nur drei Jahren an der Spitze etabliert und haben dabei unsere Ziele immer erfüllt oder sogar übererfüllt. 2009 läuft es erstmals nicht wie erwartet.“

Und ein 2010 wird es für BMW in der Formel 1 nicht mehr geben. Hinter den Kulissen wird aber weiter an einer Rettung des Rennstalls mit dem Schweizer Peter Sauber gearbeitet. In Hinwil steht eine hochmoderne Fabrik, auf dem Spiel stehen auch zahlreiche Arbeitsplätze. “Für das Team geht es darum, sich mit guter Arbeit für eine Zukunft in der Formel 1 zu empfehlen“, erklärte Theissen.

Sieben Versuche bleiben dafür. Das für Valencia von vornherein geplante Entwicklungspaket für den F1.09 wird auf dem Hafenkurs zum Einsatz kommen. An gleicher Stelle hatte Kubica vor einem Jahr noch Rang drei eingefahren. Und was kann BMW-Sauber in dieser Saison noch erreichen? Theissen: “Das Feld liegt nach wie vor sehr eng beieinander. Von daher sind Prognosen schwierig.“

Entsprechende Ergebnisse, gar ein Sieg wie in Montréal vor rund einem Jahr von Kubica, würden den Verhandlungen mit möglichen Interessenten zweifelsohne einen Schub geben. Jeder sei sich bewusst, “dass gute Leistungen an der Rennstrecke das beste Zeugnis sind“, meinte Theissen.

So wie er sich nie als Teamchef bezeichnen lassen wollte, stellt sich Theissen auch zu Beginn der Abschiedstournee in den Hintergrund. “Es geht zurzeit nicht um meine persönliche Zukunft, sondern um die des Teams und aller Teammitglieder“, betonte er. Eine Lösung für den Standort Hinwil habe “oberste Priorität, alles andere wird sich dann ergeben“. Ein Paukenschlag zum Abgesang käme da gerade richtig.

dpa

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