Brisantes Revierderby mit massivem Polizeiaufgebot

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Immer wieder brisant: Das Duell zwischen Gelb-Schwarz und Königsblau.

Dortmund - Erhöhte Sicherheitsstufe, Appelle der beiden Spielführer, Treffen der Vereinsbosse - das 134. Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 wird nicht nur aus sportlicher Sicht zu einer brisanten Angelegenheit.

Diverse Warnsignale im Vorfeld haben alle Beteiligten in Alarmbereitschaft versetzt. Eines der größten Polizeiaufgebote für ein Fußballspiel in Dortmund soll zu einem ruhigen Verlauf des Duells am Samstag (15.30 Uhr) beitragen. "Wir sind personell und materiell auf alles vorbereitet", sagte Polizei-Einsatzleiter Peter Anders.

Dessen Sorgen vor Ausschreitungen sind naheliegend. Ungeachtet der Sicherheitsbedenken planen die Schalker Anhänger wie schon in den vergangenen beiden Jahren einen Fan-Marsch mit rund 5000 Teilnehmern vom Dortmunder Hauptbahnhof zum Stadion. Darüber hinaus gibt eine Plakataktion von sogenannten Ultra-Fans zu denken. "Blau-Weiss vernichten. Ultra Do", stand auf den in der Vorwoche im Dortmunder Citybereich wild geklebten Plakaten zu lesen. Auf diese von Reinigungskräften eiligst entfernte Plakate hatte die Borussia mit einer Anzeige gegen Unbekannt reagiert.

Bereits in den beiden vergangenen Derbys war die gewachsene Abneigung beider seit jeher rivalisierenden Fangruppen zu spüren. Hüben wie drüben wurde kaum eine Gelegenheit zur Provokation ausgelassen. Dieser Trend veranlasste BVB-Präsident Reinhard Rauball , im Vorwort der Stadionzeitschrift für einen friedvollen Umgang miteinander zu werben. "Leidenschaft und Unterstützung ja, Ausschreitungen und Beleidigungen nein - das muss Richtschnur des Handelns sein. Bitte sorgen Sie alle mit dafür, dass das Revierderby ausschließlich positive sportliche Schlagzeilen schreibt!"

Weitere Aktionen wie eine Videobotschaft der Spielführer Roman Weidenfeller und Heiko Westermann auf der jeweiligen Vereins-Internetseite oder das von einer Zeitungsgruppe initiierte Treffen der Führungskräfte Hans-Joachim Watzke und Clemens Tönnies zielen in eine ähnliche Richtung. "Mit den Frotzeleien kann ich super leben. Nur dieser Hass, dieses in die Fresse hauen wollen, gehört nicht dazu", sagte Schalkes Vorstandschef Tönnies der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Freitag-Ausgabe).

Auch der für seine außergewöhnlichen Werbeaktionen bekannte BVB-Hauptsponsor unterstützt die Vereine in ihrem Bestreben. Ein Plakat zeigt einen BVB- und einen Schalke-Fan, die sich Arm in Arm auf den Weg in das mit 80 552 Zuschauern ausverkaufte Dortmunder Stadion machen. "90 Minuten Kampf - aber bitte nur auf dem Rasen, nicht auf den Rängen und nicht auf den Straßen!", lautet das Motto. Das Foto der beiden Fans trägt außerdem die Aufschrift "Hier unsere Nominierung für den Friedensnobelpreis 2009".

Von Heinz Büse, dpa

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