Red Bull liebäugelt mit Mercedes-Motoren

Im Red Bull könnte schon ab kommender Saison ein Mercedes-Motor dröhnen.
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Im Red Bull könnte schon ab kommender Saison ein Mercedes-Motor dröhnen.

Valencia/Salzburg - Gleich zwei Motorschäden musste Sebastian Vettel beim Formel-1-Wochenende in Valencia hinnehmen. Um das künftig zu vermeiden, könnte Red Bull demnächst auf Mercedes-Motoren umsteigen.

Die Motoren-Misere von Sebastian Vettel soll Konsequenzen haben. Es könnte sogar sein, dass der Formel-1- Dienstwagen der deutschen WM-Hoffnung im kommenden Jahr von einem Mercedes-Aggregat angetrieben wird. In einem Interview der “Salzburger Nachrichten“ betonte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko, dass von allen sechs Mercedes-Fahrern in dieser Saison noch keiner einen Motorschaden gehabt hat. Vettel gingen dagegen bereits vier Renault-Antriebe kaputt, allein zwei am vergangenen Wochenende in Valencia binnen gut 24 Stunden. “Das sind Fakten, die man bedenken muss“, erklärte Marko. Die Entscheidung soll schon in den nächsten Tagen fallen: “Bis Ende August wollen wir Klarheit.“

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Auch Teamchef Christian Horner denkt über einen Wechsel des Motorenpartners nach. “Wir haben mehrere Optionen. Mercedes ist eine“, sagte der Brite der “Bild“-Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Es gebe gute Argumente sowohl für die Verlängerung mit Renault als auch für einen Wechsel zu Mercedes, erklärte Marko. Der Motorenlieferant sei der letzte Punkt, der in der Zukunftsplanung des Teams noch offen ist, sagte er, nachdem am vergangenen Freitag die vorzeitige Verlängerung des Vettel-Kontrakts bekanntgegeben worden war.

Vettel drohen die Renault-Motoren auszugehen. Sechs wurden im WM- Rennen 2009 schon verbraucht, Samstag und Sonntag in Valencia gingen gleich zwei in Rauch auf. “Am Ende des Jahres werden wir ein Problem mit den Motoren haben“, meinte Horner. Partner Renault gelobte Besserung und entschuldigte sich beim Team und ausdrücklich auch bei Vettel.

Nur noch zwei neue Antriebe stehen dem 22-Jährigen im Duell mit Jenson Button und Rubens Barrichello, deren BrawnGP-Renner mit Mercedes-Power fahren, zur Verfügung. Muss der neunte eingebaut werden, folgt die Strafversetzung in der Startaufstellung um zehn Plätze nach hinten - das wäre im Rennen um den Titel fatal. Vor dem Großen Preis von Belgien in Spa Francorchamps am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) ist Vettel Vierter. Sein Rückstand auf Spitzenreiter Button beträgt schon 25 Punkte.

Dass Mercedes Probleme haben könnte, vier Teams zu beliefern, sieht Red-Bull-Berater Marko nicht. “Die haben die Kapazitäten.“ Allerdings war schon vor dieser Saison eine Sondererlaubnis notwendig, damit der schwäbische Automobilhersteller das BrawnGP-Team neben McLaren und Force India ausstatten durfte. Denn eigentlich sind nur zwei Teams mit dem gleichen Motorenhersteller erlaubt.

Mercedes: Motoren für viertes Team möglich

Mercedes könnte ein viertes Formel-1-Team im kommenden Jahr mit Motoren zu versorgen. Von der Kapazität her sei der Autobauer dazu in der Lage, erklärte Motorsportchef Norbert Haug am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Er bestätigte auch Gespräche mit interessierten Rennställen. “Zum Verhandlungsstand kann ich aber nichts sagen“, sagte Haug.

dpa

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