“Das kann man sich wirklich nicht vorstellen“

Formel 1 startet mit Corona-Konzept in Spielberg - „Wir sind in einer absoluten Krisensituation“

Die Formel-1-Saison ist gestartet - mit strengen Corona-Auflagen. Was ist mit den Gastspielen in den USA, Mexiko oder Brasilien? Die Aussichten sind düster.

  • Die Formel 1* startet ihre Saison - mit Corona-Konzept.
  • Nach dem Neustart Spielberg* fährt die Sorge allerdings mit.
  • Fia-Präsident Toto Wolff rechnet mit „langfristigen Konseqenzen“ der Pandemie.

Spielberg - Die Formel 1* hat als erster internationaler Sport die Rückkehr geschafft, wenn auch nur im Notbetrieb mit strikten Hygieneregeln. „Das ist eine außerordentliche Leistung“, sagt Weltverbandspräsident Jean Todt, der selbst zur Inspektion nach Österreich gereist ist.

Bei aller Erleichterung über den gelungenen Neustart fährt die Sorge aber weiter mit. Wie lange kann das gut gehen mit der verordneten Selbst­isolation im PS-Wanderzirkus*, der bis Mitte Dezember noch mindestens 14 weitere Rennen* aufführen will? Und kann die Formel 1 ihr wirtschaftliches Überleben trotz schwerer Einbußen und des Corona-Einbruchs der globalen Wirtschaft sichern? „Wir sind in einer absoluten Krisensituation“, sagt Mercedes*-Teamchef Toto Wolff.

Formel 1: Fia-Präsident Todt rechnet mit „langfristigen Konsequenzen“

Fia-Präsident Todt rechnet mit „langfristigen Konsequenzen“. Auch die großen Hersteller seien betroffen, viele Menschen würden ihre Arbeitsplätze verlieren. Er hoffe aber, dass dies „in zwei, drei Jahren nur eine außergewöhnliche Erinnerung sein wird“.

Unter dem Druck der Pandemie hat die Rennserie ein Rettungspaket geschnürt. Die neue Budgetgrenze wurde für 2021 noch einmal gesenkt, die mit hohen Entwicklungskosten verbundene Reform des Regelwerks um ein Jahr auf 2022 verschoben. Doch diese Zukunft ist noch fern, erst einmal muss die Formel 1 die Herausforderungen der Gegenwart meistern.

Auf 81 Seiten hat die Fia die „Richtlinien für die Rückkehr des Motorsports“ nach dem Corona-Stillstand festgeschrieben. Auf dem Red-Bull-Ring*, der am nächsten Sonntag auch Gastgeber des zweiten Saisonlaufs sein wird, herrscht Maskenpflicht* auch im Freien. Am Eingang wird Fieber gemessen, überall stehen mobile Spender mit Desinfektionsmittel. Alle Beteiligten sind streng in Untergruppen unterteilt, die auch nach Feierabend keinen Kontakt zueinander haben sollen. Das Abstandsgebot ist nur im Rennen auf der Strecke aufgehoben.

Formel 1: „In aller Demut, aber auch mit großen Stolz dürfen wir...“

„In aller Demut, aber auch mit großem Stolz dürfen wir jetzt ein kleines Stück Renngeschichte schreiben bei uns in Spielberg im grünen Herzen Österreichs“, lässt sich Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz im Streckenblatt Red Bulletin zitieren und erkennt im Wiederbeginn der Raserei einen „Aufbruch in die Freiheit, die wir uns verdient haben“.

Wie es weitergeht, ist noch ziemlich unklar. Acht Rennen genügen zwar laut Reglement, um einen Weltmeister zu küren. Für die Rettung des Großteils der TV- und Sponsorengelder aber sind mindestens 15 Grand Prix nötig. Doch sind die bislang nicht abgesagten Gastspiele in den USA, Mexiko oder Brasilien trotz hoher Infektionszahlen denkbar? „Das kann man sich wirklich nicht vorstellen“, sagte Mercedes-Teamchef Wolff der BBC.

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Quelle: tz

Rubriklistenbild: © AFP / LEONHARD FOEGER

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