Nach Verlust der WM-Führung

Hamilton schießt gegen Red Bull und Verstappen - Verhalten „ist kindisch“

Mercedes-Pilot Lewis Hamilton und Red-Bull-Fahrer Max Verstappen sprechen miteinander.
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Verstappen (li.) und Hamilton kämpfen in diesem Jahr um den Titel in der Formel 1.

In Monaco schnappte sich Max Verstappen die WM-Führung und verpasste Lewis Hamilton anschließend einen kleinen Seitenhieb. Der Brite reagiert darauf empfindlich.

Monte Carlo - In die Rolle des Jägers musste Lewis Hamilton schon lange nicht mehr schlüpfen. Seine letzten WM-Titel brachte er mangels ernsthafter Konkurrenz allesamt schon mehrere Rennen vor Saisonende unter Dach und Fach. Doch in diesem Jahr scheint der übermächtige Mercedes plötzlich schlagbar. Beim Großen Preis von Monaco verlor das Team sogar die WM-Führung an Max Verstappen und Red Bull. Hamilton erwischte dabei ein besonders bitteres Wochenende.

Formel 1: Hamilton schießt vor Monaco-Rennen gegen Verstappen

Nachdem die beiden Titelrivalen in den ersten Rennen bereits mehrfach auf der Strecke aneinander geraten waren, teilte der siebenfache Weltmeister schon vor dem Grand Prix im Fürstentum gegen den Niederländer aus: „Wahrscheinlich hat er mehr das Gefühl, etwas beweisen zu müssen“, erklärte Hamilton und behauptete: Dass es bisher nicht zu einer folgenreichen Kollision kam, liege ausschließlich daran, dass er Schlimmeres verhindert hätte.

Verstappen stichelt nach Sieg in Monte Carlo: „Du musst auf der Strecke sprechen“

Die Retourkutsche bekam der Brite in der Pressekonferenz nach dem Monaco-Rennen. Auf die Frage eines Reporters, wie wichtig dieser Sieg im WM-Kampf mit Hamilton sei, antwortete Verstappen: „Taten sprechen immer lauter als Worte. Ich denke, das ist nach diesem Wochenende eine gute Lektion. Du musst auf der Strecke sprechen, und das mag ich.“ Brisant: Den Satz „Do your talking on the track“ wiederholt vor allem Hamilton regelmäßig. Zuletzt beim vorangegangenen Wochenende in Barcelona.

Dass nun aber auch der 36-Jährige immer wieder gegen den deutlich jüngeren Verstappen schießt, verbucht Red Bull als Kompliment. „Lewis liebt das, all diesen Müll. Also lasst ihn einfach machen“, sagte Teamchef Christian Horner bei Sky. „Max zieht sein eigenes Ding durch. Du kannst aber anhand der Tatsache, dass Lewis das Gefühl hat, das zu tun, sehen, dass Max ihm vielleicht ein wenig unter die Haut geht.“

Mercedes-Pilot Hamilton wehrt sich: „Treibe keine Psychospielchen“

Die Antwort des WM-Zweiten ließ nicht lange auf sich warten: „Ich treibe keine Psychospielchen. Es ist interessant, womit Christian da aufkommt“, sagte Hamilton. „Sie haben dieses Wochenende einen tollen Job gemacht und damit hat es sich. Wir hatten auch ein paar gute Rennen und wie gesagt: es kommen noch 17 Rennen. Unter dem Strich ist es nur kindisch, wenn du es zu einem Krieg der Worte werden lässt.“

Im Video: Verstappen schnappt sich mit Sieg in Monaco die WM-Führung

Sein Boss Toto Wolff kann der neu ausgelebten Rivalität hingegen durchaus etwas abgewinnen: „Ist doch klasse“, kommentierte der Österreicher. „Wir haben einen Kampf zwischen zwei herausragenden Fahrern, die Meisterschaft ist schon in beide Richtungen gewechselt und es werden Sachen gesagt, die gut für’s Entertainment sind. Es ist toll, darüber zu reden und zu schreiben. Das ist Action auf der Strecke und eine Seifenoper abseits der Strecke.“

Formel 1 in Baku: Nächstes Duell von Hamilton und Verstappen am 8. Juni in Aserbaidschan

Auf der Rennstrecke bekriegen sich die beiden Kontrahenten das nächste Mal beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku am 8. Juni. Die nächste Folge der Verstappen-Hamilton-Seifenoper wird aber schon früher erwartet. Spoiler: Ein Happy End ist dabei nicht zu erwarten. (jn)

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