Nach Crash mit Magnussen

Hamilton wollte nach erster Runde aufgeben: Mercedes-Team musste ihn animieren

  • Marius Epp
    VonMarius Epp
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Lewis Hamilton erlebt eine schwere Formel-1-Saison. In Barcelona verließ ihn schon nach einer Runde die Motivation. Dann allerdings setzte er zur Aufholjagd an.

Barcelona - Wenige Kurven waren auf dem Circuit de Catalunya gefahren, schon regierte wieder der Frust bei Lewis Hamilton (das Rennen im Ticker zum Nachlesen). Von Platz sechs ins Rennen gestartet, kollidierte er in der ersten Runde mit Haas-Pilot Kevin Magnussen und wurde auf den vorletzten Platz zurückgeworfen.

Experten fanden in Magnussen relativ schnell den Schuldigen. Dementsprechend ernüchtert reagierte Hamilton im Boxenfunk. „An eurer Stelle würde ich den Motor schonen“, legte er seinem Team die Aufgabe nahe. Doch sein Renningenieur Peter „Bono“ Bonnington wollte davon nichts wissen.

Sir Lewis Carl Davidson Hamilton
Geboren: 7. Januar 1985 (Alter 37 Jahre), Stevenage, Vereinigtes Königreich
Team: Mercedes AMG Petronas
WM-Titel: 7
Rennsiege: 103

Formel 1: Mercedes motiviert Hamilton nach Crash zum Weiterfahren

„Fahr weiter, Lewis. Wir glauben, dass du Achter oder besser werden kannst. Du kannst in die Punkte fahren“, animierte er seinen Schützling. Eine Kapitulation duldete das Mercedes-Team nicht - und das zurecht, wie sich herausstellen sollte. Hamilton fasste neuen Mut und überholte einen Wagen nach dem anderen.

Nach der ersten Runde in Barcelona hätte Lewis Hamilton seine Sturmhaube am liebsten wieder abgezogen.

Stück für Stück kämpfte er sich nach vorne, holte alles aus seinem Mercedes heraus. Zwischenzeitlich kassierte er sogar den Ferrari von Carlos Sainz und schaffte es auf Platz vier. Wegen eines Wasserlecks im Motor musste er allerdings in den letzten Runden deutlich vom Gas gehen und den Spanier wieder vorbeifahren lassen.

Formel 1: Hamilton zeigt furiose Aufholjagd in Barcelona

Am Ende standen ein versöhnlicher fünfter Platz und immerhin zehn WM-Zähler zu Buche. „Danke für die tolle Arbeit. Lasst uns darauf aufbauen“, schlug der siebenfache Weltmeister am Ende andere Töne an. „Du warst das schnellste Auto. Tolle Arbeit“, lobte Mercedes-Boss Toto Wolff. Er war mit dem Rennen zufrieden, Teamkollege George Russell sicherte dem deutschen Team den dritten Platz.

Für Mercedes scheint es nach dem enttäuschenden Saisonstart in der Formel 1 wieder aufwärts zu gehen. Die deutlich verbesserte Pace deutete sich schon im Training und Qualifying an, das lästige „Bouncing“ des Autos wurde offensichtlich behoben.

Eine Tatsache sollte Hamilton zusätzlich anstacheln: Youngster Russell zeigt ihm bislang die Grenzen auf, der 24-Jährige hat schon 28 WM-Punkte mehr auf dem Konto. Das kann und will eine Legende wie „Sir“ Lewis Hamilton nicht auf sich sitzen lassen. (epp)

Rubriklistenbild: © Manu Fernandez/dpa

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